Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

FÜR WÜRTTEMBERG 
BADEN HESSEN ELr 
SASS-LOTHRINGEN 
Stuttgart, 5. Oktober 1907 
Konzerthaus für den Liederkranz in Reutlingen. — VIII. Tag für Denkmalpflege in Mannheim. — Das 
Baugewerbe auf der Villinger Ausstellung 1907. — Unfallversicherung im Baugewerbe. — Neckar 
kanalisierung. — Yereinsmitteilungen. — Wettbewerbe. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Bücher. 
: .mAUSTEIN- • .. 
Alle Rechte Vorbehalten 
Konzerthaus für den Liederkranz in Reutlingen 
Der Liederkranz in Reutlingen beabsichtigt auf seinem 
Bauplatz in der Schulstraße ein Konzerthaus zu erstellen. 
Zur Erlangung von Entwürfen war ein engerer Wett 
bewerb ausgeschrieben, dessen Programm wir nachstehende 
Bestimmungen entnehmen: 
I. Der Haupteingang zum Gebäude soll von der Schul 
straße aus erfolgen, während von der Brunnenstraße her 
ein Nebenzugang geschaffen ist. Das zu errichtende 
Gebäude soll in erster Linie der Abhaltung größerer 
musikalischer Aufführungen und festlicher Veranstaltungen, 
Versammlungen u. s. w., daneben auch den Zwecken des 
Liederkranzes dienen; es soll ferner eine ständige öffent 
liche Wirtschaft enthalten. Der freibleibende Teil des 
Bauplatzes soll als Konzertgarten Verwendung finden, mit 
einem Musikpavillon ausgestattet werden und mit den 
Fest- und Wirtschaftsräumen in guter Verbindung stehen; 
für eine An- und Einfahrt zum Gebäude und den un 
gestörten Zutritt der Fußgänger zu demselben ist Sorge 
zu tragen. II. Das Gebäude soll folgende Räume enthalten: 
1. Einen Hauptsaal mit Galerien mit zusammen 1500 Sitz 
plätzen in der Größe von 0,60 bis 0,85 m. Mit dem 
selben verbunden: a) ein Podium für 150 Sänger und ein 
volles Orchester (40 Mann). Das Sängerpodium kann 
beweglich sein und 
in den Saal herein 
greifen; ferner soll 
es ein Teil der Bühne 
sein, b) Eine Bühne 
für Theaterauffüh 
rungen und die er 
forderlichen Neben 
räume, bestehend in 
2 Ankleideräumen 
(Herren und 
Damen), 2 Solisten 
zimmer, 2 getrennte 
Aborte und 1 Requi 
sitenraum. Die 
Bühne muß so be 
schaffen sein, daß 
sie die Akustik bei 
Konzertvorträgen 
nicht beeinträchtigt. 
Die Bühne und ihre 
Nebenräumemüssen 
einen besonderen 
Zugang von außen 
her erhalten und 
außerdem mit Notausgängen versehen sein, die zugleich als 
solche für den Saal und die Galerien dienen können. 
2. Einen Nebensaal mit 180 qm Bodenfläche. Derselbe muß 
gleiche Fußbodenhöhe mit dem großen Saal haben, so daß er 
erforderlichenfalls gemeinsam mit diesem benutzt werden 
kann und möglichst vollen Blick auf die Bühne gewährt, 
anderseits aber einen für sich abgeschlossenen und für 
sich zugänglichen Raum bildet, der sich zur Abhaltung 
kleinerer Konzerte und Veranstaltungen eignet. 3. Im 
oberen Stockwerk einen größeren Probesaal mit 120 qm 
Bodenfläche und einen desgleichen kleineren für Stimm 
proben mit 80 qm Bodenfläche sowie ein Musikalien 
zimmer und einen Garderoberaum. Diese Räume müssen 
so gelegen sein, daß in beiden Probesälen zu gleicher 
Zeit und ungestört durch die Veranstaltungen in den 
übrigen Räumen geprobt werden kann. Außerdem müssen 
diese Räume durch einen besonderen Aufgang zugänglich 
gemacht und mit einer Abortanlage für getrennte Ge 
schlechter versehen werden. Es ist erwünscht, daß das 
Musikalienzimmer in der Nähe der Probesäle liegt. Zu 
gleich soll für einen von beiden Sälen aus leicht zugäng 
lichen Erfrischungsraum mit Aufzug Sorge getragen 
werden. 4. Eine öffentliche Wirtschaft mit 1 Wirtschafts 
zimmer, 1 Neben- 
und 1 Billardzim 
mer, Küche, Spül 
küche, Speisekam 
mer, Büfett und 
Abortanlage. Das 
Büfett muß so ge 
legen sein, daß von 
ihm aus Getränke 
und Speisen in die 
beiden Zimmer, die 
Säle und den Gar 
ten bequem verab 
reicht werden kön 
nen. Die öffentliche 
Wirtschaft soll mög 
lichst gegen die 
Schulstraße gelegen 
und von außen leicht 
erkenntlich sein, 
einen eignen Ein 
gang erhalten, aber 
auch vom Hauptein 
gang des Gebäudes 
zum Saal zugäng- 
tcS/J^cutSi&C. 
Außer Wettbewerb Motto: Dem Liederkranz .Reutlingen 
Verfasser Architekten Böklen & Feil, Stuttgart, und H. Abel, Reutlingen
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.