Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNG 
Nr. 45 
regent die Prinzregent-Luitpold-Medaille in Silber dem 
Gelieimrat Prof. Oechelhäuserin Karlsruhe, dem Vor 
sitzenden des „Deutschen Denkmalstages Prof. Scliultze- 
Naumburg und dem Prof. Th. Fischer in Stuttgart. 
Zur Führung des Titels „Architekt“. Die Archi 
tekten Prof. Dr. Haupt, Karl Bögemann und Kudolf Vogel 
in Hannover hatten gegen die Firma Boswau & Knauer 
in Hannover, Berlin u. s. w. wegen unlauteren Wett 
bewerbes Klage erhoben. Die Kläger machten den In 
habern der genannten Firma den Vorwurf, daß sie un 
richtige Angaben über ihre Geschäftsverhältnisse gemacht 
haben und daß diese unrichtigen Angaben in erster Linie 
in der von ihnen geführten Bezeichnung „Architekten“ 
zu finden sein. Die Bezeichnung „Architekt“ gebühre 
nach der herrschenden Hebung nur solchen Bau verstän 
digen, die ein akademisches Studium genossen hätten 
und die in der Ausführung baukünstlerischer Leistungen 
eine selbständige Tätigkeit ausübten. Die Firma Boswau 
& Knauer als eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung 
und ihr Geschäftsführer Hermann Knauer, der von Beruf 
Kaufmann sei, hätten keinen Anspruch auf die Bezeich 
nung „Architekt“. Die Kammer für Handelssachen des 
Landgerichts Hannover wies die Klage ab, dagegen hat 
das Oberlandesgericht Celle als Berufungsinstanz das Urteil 
des Landgerichts Hannover dahin abgeändert, daß die 
Beklagte verurteilt wird, bei Meidung einer Geldstrafe 
von 500 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung in öffent 
lichen Bekanntmachungen und in Mitteilungen, welche 
für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, 
die Bezeichnung „Boswau & Knauer, Architekten“ oder 
„Boswau-Knauer, Architekten“ zu unterlassen. Der An 
spruch auf Entfernung der Inschrift „Hansahaus, erbaut 
von Boswau & Knauer, Architekten, 1906“ ist als nicht 
begründet erachtet, weil dieser Anspruch im Gesetz keine 
Stütze findet. In Zukunft darf aber die Firma Boswau 
& Knauer derartige Schilder nicht wieder anbringen. Das 
Urteil ist gegen eine Sicherheitsleistung von 5000 M. für 
vorläufig vollstreckbar erklärt. 
Personalien 
Württemberg;. V ersetzt: der Abteilungsingenieur Schacht er] e 
bei der Eisenbahnbauinspektion Ehingen seinem Ansuchen gemäß 
zu der Generaldirektion der Staatseisenbahnen. Uebertragen: 
eine Abteilungsingenieurstelle bei dieser Generaldirektion dem Regie 
rungsbaumeister Lechler, die Bahnmeisterstelle in Aalen dem 
technischen Eisenbahnsekretär tit. technischen Oberbahnsekretär 
Eranck bei der Eisenbahnbauinspektion Böblingen seinem An 
suchen gemäß unter Verleihung des Titels und Rangs eines Ober- 
bahumeisters, die Bahnmeisterstelle in Balingen dem Bahnmeister 
anwärter Bauwerkmeister Eckle, die in Sulz dem Bahnmeister- 
anWärter Bauwerkmeister Rommel. 
Baden. Versetzt: der Regierungsbaumeister H. Ganz in 
Freiburg zur Generaldirektion der Staatseisenbahnen. 
Bücher 
Zur Berufswahl. Ein Ratgeber für Eltern und Vormünder. 
Unter dieser Ueberschrift erscheint soeben ein von der württ. Hand 
werkskammer herausgegebenes Schriftchen, das die wichtigsten 
Bestimmungen über Lehrzeit, Lehrvertrag, Fortbildungsschule und 
Gesellenprüfung enthält und für die hauptsächlichsten Handwerks 
zweige beachtenswerte Winke über körperliche und geistige Er 
fordernisse, über Lehrgeld und spätere Aussichten gibt. Interessenten 
können den Ratgeber kostenlos vom Bureau der betreffenden Hand 
werkskammer erhalten. 
Architektonische Rundschau. Verlag J. Engelhorn, Stuttgart. 
24. Jahrgang, erstes Heft. Aus dem reichen Inhalt erwähnen wir; 
Architektur und Kunstgewerbe auf der Kunstausstellung in Berlin, 
mit zahlreichen Abbildungen. Ferner Arbeiten der Architekten: 
A. Bruckner, München, W. Ossenbühl, Berlin, Prof. O. v. Felgel - 
Farnholz, St. Ulrich, Alb. Frölich, Charlottenburg, Alb. Geßner, 
Berlin, L. Bernoully, Frankfurt, Prof. Messel, Berlin. Vom 24. Jahr 
gang an wird jedem Heft eine Tafel der „Motive der deutschen 
Architektur“ von Lambert & Stahl als Beilage beigegeben. 
Eine Sehr ift ensammlun g für Techniker aller Art, heraus 
gegeben von Karl 0. Maier, erschien soeben im Verlag von Otto 
Maier in Ravensburg, Für den niedrigen Preis von 1,50 M. bietet 
die Mappe auf 60 Tafeln eine stattliche Anzahl speziell für tech 
nische Zwecke geeigneter Alphabete und Ziffern in vorzüglicher 
Ausführung. Neben den gebräuchlichsten Schriftarten finden wir 
auch schöne moderne Schriften berücksichtigt. Die wichtigsten 
Alphabete und Ziffern sind in einem Beiheft verkleinert wieder 
gegeben. So bildet denn das empfehlenswerte Werkcheu ein nütz 
liches Vademecum für Architekten, Ingenieure, Zeichner, Bild 
hauer u. s. w. 
Innen-Dekoration, achtzehnter Jahrgang. Illustrierte kunst 
gewerbliche Zeitschrift für den gesamten inneren Ausbau. Redigiert 
von Hofrat Alexander Koch. (Verlagsanstalt A. Kooh-Darmstadt, 
Semesterabonnement, sechs Hefte, 10 M. Einzelpreis 2,60 M.) Jedem, 
dem Kunstfreund und Privatmann, der ein Heim gründen, der es 
verschönern will, dem Ladeninhaber, dem Hotelbesitzer und Restau 
rateur, dem Fabrikanten von Möbelu oder Teppichen, Tapeten oder 
Beleuchtungskörpern, jedem bringt die Zeitschrift durch Bild und 
Text Beherzigens- und Nachahmungswertes. Das jüngst erschienene 
Septemberheft zum Beispiel zeigt die zahlreichen Werke eines 
Künstlers aus dem Rheinland, Ludwig Pfaffendorf-Köln, der sich 
durch seine hervorragenden, verschiedenartigsten Arbeiten auf dem 
Gebiete der Außen- und Innenarchitektur schon lange einen be 
deutenden Namen in der deutschen Künstlerwelt gemacht hat. 
Wilhelm Schölermann-Weimar entwirft in längerem Aufsatz ein 
Bild von dem Wollen und Werden dieses Künstlers. Ein Wiener 
Innenarchitekt, Eraanuel B. Margold, ist mit stilvollen Hallen-, 
Zimmer- und Einzelmöbelentwürfen vertreten; nicht jedermanns 
Sache, diese Wiener Kunst, aber den, der sie versteht und zu 
würdigen weiß, durch ihre besondere Eigenart, ihren vornehmen 
Geschmack und ihre Feinheit erfreuend. Direktor Otto Schulze- 
Elberfeld zieht zwischen den drei diesjährigen Kunstausstellungen 
am Rhein interessante Vergleiche und der bekannte Kunstschrift 
steller Jos. Aug. Lux-Dresden gibt zur Geschichte der Ornamentik 
in Deutschland einen geistreichen Beitrag. Diese Kunstzeitschrift 
kann sowohl ihres vorzüglichen Inhaltes wie ihrer prächtigen Aus 
stattung wegen nur empfohlen werden. 
Briefkasten 
B„ Oberndorf. Für Pferdestallfußböden wird gewöhnlich Stein 
oder Holzpflaster, in Asphalt verlegt, verwendet. Die Hauptsache 
ist, daß kein Urin in den Unterbodeu dringen kann. 
Unsre Leser werden um Auskunftserteilung auf folgende An 
frage gebeten: Zur Herstellung eines Pferdestallbodens wurde ein 
Belag von Dörrit empfohlen. Ist ein Dörritboden in einem Pferde 
stall haltbar und überhaupt zweckmäßig und wie hoch stellen sich 
etwa die Herstellungskosten? 
F., Friedrichshafen. Auf Ihre Anfragen: 1. Gilt ein fugen 
loser Steinholzboden für Küohenbodenbelag, aufgetragen auf Holz 
gebälk, welches auf Schrägboden mit Schlackenbeton und Zement 
rauhstrich bis Oberkante Holzbalken versehen ist, als feuersicher, 
so daß auf den Steinholzboden unmittelbar ein Herd gestellt werden 
darf? 2, Eine Holzbalkendeoke hat Schrägboden mit Schlackenbeton 
bis Oberkante Gebälk. Auf diesem werden Steinzeug-, Ton- oder 
Zementplatten gut in Zementmörtel verlegt für Küchenböden. Gilt 
dieser Boden als feuersicher zur Aufstellung eines Herdes? ist 
folgende Antwort zu geben: Nach Ministerialcrlaß vom 1.März 1905 
muß ein feuersicherer, fugenloser Belag, z. B. Terralith, über Ge 
bälk (Holz) mindestens 4 1 I% cm stark sein. 
F. S., Berlin. Auf Ihre Anfrage um Literatur, welche dem 
unerfahrenen Bauherrn praktische Winke aus der Praxis für die 
Praxis bietet, nennen wir Ihnen: H i 1 g e r s, E. Bauunterhaltung 
in Haus und Hof. Siebte Auflage. Bearbeitet von O. v. Ritgen. 
Preis 5 M. Termin, R. Der Bauratgeber. Ein alphabetisch ge 
ordnetes Nachschlagebüch für sämtliche Baugewerbe, Neubearbeitet 
von Prof. Nöttling. Vierte Auflage. Preis 7,50 M. Die Bücher 
können durch unsre Geschäftsstelle bezogen werden. 
Verantwortliche Schriftleitung; Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung- 
Stuttgart, Büchsenstr. 26 B. Druck; Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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