Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNG

Nr.  4

Realschule  Tübingen,  ein  III.  Preis  Architekt  Brill,  Stuttgart

Die  Würfel  dienten  zur  Ermittlung  der  Druckfestigkeit
im  Alter  von  rund  28  Tagen,  100  Tagen,  1  Jahr  und
2  Jahren.
Die  Zylinder  wurden  auf  gesamte,  bleibende  und
federnde  Zusammendrückungen  (Elastizität)  untersucht  im
Alter  von  rund  100  Tagen,  1  Jahr  und  2  Jahren.  135  von
ihnen  gelangten  im  Alter  von  2 i j 2  Jahren  zur  wiederholten ­
  Prüfung.
An  den  Körpern  in  Achterform  wurde  die  Zugfestigkeit ­
  ermittelt.
Diese  Untersuchungen  sind  nun  abgeschlossen  und  in
den  beiden  Schriften  „Mitteilungen  über  die  .Herstellung
von  Betonkörpern  mit  verschiedenem  Wasserzüsatz  sowie
über  die  Druckfestigkeit  und  Druckelastizität  derselben“,
Stuttgart  1903,  und  „Mitteilungen  über  die  Druckelastizität
und  Druckfestigkeit  von  Betonkörpern  mit  verschiedenem
Wasserzusatz“,  Stuttgart  1906,  Kommissionsverlag  von
Konrad  Wittwer,  veröffentlicht.
Diese  Mitteilungen  geben  Auskunft  über  die  Einzelheiten, ­
  deren  Kenntnis  für  die  Beurteilung  erforderlich
ist;  sie  enthalten  einen  Auszug  der  Ergebnisse  der  vielen
Tausende  von  Messungen,  die  an  den  ein  gelieferten  Körpern
durchzuführen  waren.  Eine  große  Zahl  wertvoller  Erfahrungszahlen ­
  ist  in  ihnen  zu  finden.
In  der  ersten  Schrift  sind  auch  die  Aeußerungen  aufgenommen, ­
  welche  von  Vertretern  der  beiden  eingangs
gekennzeichneten  Richtungen,  betreffend  die  Größe  des

Wasserzusatzes(ob„erdfeuchter“  oder  „plastischer“
Beton)  abgegeben  worden  sind.
Die  Frage:  „Mit  welchem  Wasserzusatz  ist  bei  der
Herstellung  von  Beton  zu  arbeiten?“  beantworten  die
Ergebnisse  der  Versuche  mit  den  eingelieferten,  an  verschiedenen ­
  Stellen  von  verschiedenen  Arbeitern  und  unter
verschiedenen  Verhältnissen  hergestellten  Körpern  nicht
und  können  sie  durch  Angabe  bestimmter  Zahlen  auch
nicht  beantworten,  wie  aus  den  folgenden  Bemerkungen
hervorgeht.
Die  Ergebnisse  der  großen  Mehrzahl  der  in  der
Materialprüfungsanstalt  der  Kgl.  Technischen  Hochschule
Stuttgart  mit  Körpern,  welche  in  der  Anstalt
selbst,  also  jeweils  von  den  gleichen  Arbeitern ­
  und  unter  denselben  Verhältnissen
hergestellt  worden  sind,  durchgeführten  Versuche ­
  sprechen  hinsichtlich  des  Einflusses  des
Wasserzusatzes  dafür,  daß  bei  geeigneter  Zusammensetzung ­
  des  Betons  die  geringste  Wassermenge, ­
  welche  eben  noch  ausreicht,  um  einen
vollkommenen  Stampfbeton  zu  erzeugen,  die
größte  Festigkeit  liefert. 1 )  Die  Herstellung  von
Betonkörpern  mit  dem  Mindestmaß  an  Wasserzusatz  erfordert ­
  sehr  geübte  Arbeiter  sowie  große  Aufmerksamkeit
und  birgt  fortgesetzt  die  Gefahr  in  sich,  daß  der  Beton
nicht  durch  seine  ganze  Masse  hindurch  gut  ausfällt.
Durch  größeren  Wasserzusatz  wird  ermöglicht,  daß  auch
weniger  geübte  Arbeiter  einen  guten  Beton  erzeugen.  Die
Sicherheit,  daß  ein  durchaus  guter  Beton  hergestellt  wird,
ist  eine  weitergehende,  wenn  man  mit  einem  üeberschuß ­
  von  Wasser  über  das  bezeichnete  Mindestmaß
hinaus  arbeitet,  ganz  abgesehen  davon,  daß  auf  der  Baustelle ­
  der  wechselnde  Grad  der  Trockenheit  des  Sandes,
des  Kieses  oder  Schotters,  der  Atmosphäre  sowie  die
wechselnde  Höhe  der  Temperatur  der  letzteren,  der  Zustand ­
  der  Schalung  u.  s.  w.  an  und  für  sich  schon  mehr
oder  minder  erheblichen  Wasserüberschuß  fordern  können.
Die  Sachlage  ist  hier  ähnlich  wie  bei  der  Verbrennung
in  unsern  Feuerungen  für  Dampfkessel  u.  s.  w.  Wird  die
Vollkommenheit  der  Verbrennung  mit  dem  geringsten  Luftüberschuß ­
  erreicht,  so  ergibt“  sich  für  die  Verbrennungstemperatur ­
  und  für  den  Wirkungsgrad  der  Anlage  je  der
Höchstwert.  Wird  mit  größerem  Luftüberschuß  gearbeitet,
so  sinken  die  Temperatur  und  der  Wirkungsgrad.  Anderseits
besteht  beim  Arbeiten  mit  geringem  Luftüberschuß  die
Gefahr,  daß  die  Verbrennung  unvollkommen  oder  unvollständig ­
  erfolgt,  in  so  hohem  Maße,  daß  man  in  der  Regel
vorzieht,  mit  etwas  größerem  Luftüberschuß  zu  arbeiten,  um
die  Vollkommenheit  der  Verbrennung  und  damit  die  Wirtschaftlichkeit ­
  des  Betriebes  nach  Möglichkeit  zu  sichern.
Um  dieser  Feststellung  willen  habe  ich  geglaubt  die
vorstehenden  Mitteilungen  machen  zu  sollen.
Stuttgart,  den  7.  Januar  1907.

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Realschule  Tübingen,  ein  III.  Preis

Architekt  Brill,  Stuttgart

Zentralheizungen
(Schluß)
Die  Dampfheizung  verwendet
die  Eigenschaft  des  Dampfes  als  guten
Wärmeträgers,  der  die  beim  Verdampfen
desWassers  gebundenen  W  ärmeeinheiten
auf  weite  Entfernungen  zu  übertragen
und  freizugeben  vermag,  sobald  er  durch
Berührung  mit  kalten  Flächen  wieder

*)  Dies  gilt  auch  hinsichtlich  des  Gleitwiderslandes, ­
  den  einbetoniertes  Eisen  dem
Herausziehen  oder  Hinausdrücken  entgegensetzt. ­
  Vergl.  C.  Bach,  Versuche  über  den  Gleitwiderstand ­
  einbetonierten  Eisens,  Berlin  1905,
oder  Mitteilungen  über  Forschungsarbeiten,
Heft  22.
            
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