Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNG

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Realschule  Tübingen,  angekaufter  Entwurf
Architekten  Bihl  &  Woltz,  Mitarbeiter  H.  Klauser,  Stuttgart

Nichtberechtigten  zu  den  Unterhaltungskosten  nichts  beitragen. ­
  Diese  Sitte  hat  sich  in  ähnlicher  Weise  auch
in  manchen  politischen  Gemeinden  erhalten.  Die  Unterhaltung ­
  der  Wege  wird  in  einzelnen  Abschnitten  an  die
Ortseinwohner  vergeben.  Es  steht  jedem  frei,  einen  oder
mehrere  Abschnitte  des  Weges  gegen  eine  jährliche  Entschädigung ­
  zu  übernehmen.  Die  Mängel
dieser  Wegunterhaltung  sind  offensichtlich
und  bedürfen  keiner  näheren  Beschreibung.
Solche  Wege  sind  meistens  in  einem  schlechten
  Zustand  und  können  den  Vergleich  mit
andern  Wegen,  welche  von  Straßenwärtern
unterhalten  werden,  nicht  aushalten.
Regel  ist  es  jedoch,  daß  die  Gemeinden
die  auf  ihrer  Markung  liegenden  Nachbärschaftswege ­
  durch  Straßenwärter  unterhalten
lassen.  Gewöhnlich  findet  man  aber  hier  den
Mißstand,  daß  die  Leute  so  schlecht  bezahlt
werden,  daß  eine  ordnungsmäßige  Unterhaltung ­
  der  Straße  ausgeschlossen  ist  und  an
den  Wegen  nur  jeweils  das  Allernötigste  geschieht. ­

Trotz  dieser  Sparsamkeit  anWärterlöhnen
und  an  Straßenmaterial  können  die  Ausgaben ­
  einer  Gemeinde  für  die  Unterhaltung
von  Vizinalstraßen  ganz  beträchtliche  sein.
Sie  stehen  häufig  in  keinem  richtigen  Verhältnis ­
  zu  der  Leistungsfähigkeit  der  Gemeinde.  Führen  zum
Beispiel  durch  die  Markung  einer  Gemeinde  die  Verbindungsstraßen ­
  verschiedener  Ortschaften,  ohne  auch  nur
den  Ort  zu  berühren,  dann  ist  die  Gemeinde  verpflichtet,
diese  Straßen  in  einem  gesetzmäßigen  Zustand  zu  erhalten,
obwohl  sie  an  diesen  Wegen  vielleicht  kein  größeres
Interesse  hat  als  an  einem  beliebigen  Feldweg.

Nr.  5
Befindet  sich  anderseits  eine  Gemeinde ­
  in  der  glücklichen  Lage,  an  einer
Staatsstraße  zu  liegen,  dann  kommt
vielleicht  ein  Aufwand  für  Nachbarschaftswege ­
  überhaupt  nicht  in  Betracht.
Eine  Aenderung  der  Wegordnung
ist  nötig,  nicht  wegen  der  vom  Staat
zurzeit  unterhaltenen  Straßen,  sondern
wegen  der  verschiedenartigen  Zustände,
welche  hinsichtlich  der  Unterhaltung
der  Vizinalwege  in  den  einzelnen  Oberamtsbezirken ­
  herrschen.
Die  Verteilung  der  Weglasten  für
Vizinalstraßen  ist  zurzeit  sicher  keine
befriedigende  und  gerechte.  Es  ist
Bedürfnis,  daß  hier  durch  ein  neues
Gesetz  Wandel  geschaffen  wird.
Die  Uebernahme  von  weiteren  wichtigeren ­
  Straßenzügen  in  die  Unterhaltung ­
  des  Staats  erscheint  mit  Rücksicht  auf  die  Anforderungen ­
  des  modernen  Verkehrs  geboten,  ebenso  erscheint ­
  es  nötig,  daß  in  einem  Oberamtsbezirk  sämtliche
übrigen  Verbindungsstraßen  zwischen  den  einzelnen  Orten
von  der  Amtskörperschaft  übernommen  und  die  ganzen
Unterhaltungskosten  getragen  werden.  —r.

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Realschule  Tübingen,  angekaufter  Entwurf
Architekten  Bihl  &  Woltz,  Mitarbeiter  H.  Klauser,  Stuttgart
Yereinsmittei  hingen
Württembergischer  Verein  für  Bankunde.  Die
3.  ordentliche  Versammlung  wurde  am  19.  Januar  abgehalten. ­
  Der  Vortrag  über  drahtlose  Telegraphie,
der  unter  sehr  zahlreicher  Beteiligung  der  Vereinsmitglieder ­
  mit  ihren  Damen  im  Elektrotechnischen  Institut
stattfand,  war  von  Prof.  Herrmann
an  der  Technischen  Hochschule  in
liebenswürdigster  Weise  übernommen
worden.  Zur  Erläuterung  des  Vortrags
wurde  eine  große  Anzahl  äußerst  anschaulicher ­
  Lichtbilder  vorgeführt,  die
zum  Teil  von  der  Gesellschalt  für  drahtlose ­
  Telegraphie  dem  Vortragenden  zur
Verfügung  gestellt  waren.  Der  Redner
begann  mit  den  Grundvoraussetzungen
der  ganzen  Theorie  und  erläuterte  zunächst, ­
  wie  in  einem  Draht  elektrische
Schwingungen  entstehen  und  welchen
Einfluß  solche  Schwingungen  auf  den
umgebenden  Raum  ausüben.  Sie  erzeugen ­
  nämlich  elektrische  und  magnetische ­
  Wellen,  welche  sich  in  verschiedenen, ­
  zueinander  wie  zur  Fortpflanzungsrichtung ­
  senkrecht  verlaufen-
            
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