Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

9. März 1907 
BAUZEITUNG 
79 
Hocheder-München, Stadtbaurat Lud 
wig Hoffmann-Berlin, Stadtbaurat 
Prof. Licht-Leipzig, Bildhauer Prof. 
Wrbä-Münohen. 
Es liefen 69 Arbeiten ein, ein 
I. Preis wurde nicht erteilt, da die 
beiden ersten Projekte zu gleich 
wertig waren. Die Summe des I. und 
II. Preises wurde in zwei II. Preise 
geteilt. Auf Grund ihres AVett- 
bewerbsentwurfes (Kennwort: „Eine 
Kraftprobe“) wurde den Unterzeichneten die Anfertigung 
der Pläne und die Bauoberleitung übertragen. 
Architekten Beck & Hornberger, 
Aschersleben-Reutlingen. 
Landwirtschaftliches Bauwesen 
in Württemberg’. 
Sehr geehrte Redaktion! Ihre Anmerkung zu unsrer 
Einsendung in Nr. 8 d. Bl. nötigt uns zu folgender Richtig 
stellung bezw. Gegenäußerung: 
1. Ein Mißverständnis darüber, daß Herr Landes 
techniker Friz den Antrag zur Errichtung freiwilliger 
Kurse über landwirtschaftliches Bauwesen für Oberamts 
bautechniker nicht gestellt habe, besteht bei uns nicht. 
Ein solches Mißverständnis allein hätte uns auch keines 
wegs veranlassen können, zu den Mitteilungen in Nr. 5 
Stellung zu nehmen. 
2. Wenn die Redaktion dieses Blattes im Fortgang 
ihrer Anmerkung selber für die Abhaltung solcher Kurse, 
„in erster Linie für junge Techniker, die ihr Beruf aufs 
Land führt“, eintritt und dies damit begründet, daß es 
keine Frage sei, „daß gerade das landwirtschaftliche Bau 
wesen vielfach an der Sucht kranke, die Stadt zu kopieren 
und alte charakteristische Bauernhäuser durch Bauten 
von städtischem Aussehen und Prunk zu ersetzen,“ so 
können wir darauf nur erwidern: Ja, um Vergebung, ver- 
ehrliche Redaktion, aber so kann doch die Sache mit den 
Kursen nicht gemeint sein! AVer 
heutzutage, namentlich von den 
jüngerenTechnikern, bei dem frischen 
und gesunden Wind, der durch alle 
Zweige des baulichen Schaffens 
rauscht, auch fähig ist, solche Bau 
sünden wie die von Ihnen mit Recht 
gerügten zu begehen, dem ist nicht 
leicht, keinesfalls aber mit einigen 
Vorträgen in einem Nachhilfskurs, 
zu helfen. 
Im übrigen werden die Verdienste, welche sich die 
„Bauzeitung“ um die Bekämpfung solch ungesunder Aus 
wüchse im Bauwesen durch Bild und AVort schon viel 
fach erworben hat, auch von uns willig anerkannt; es 
darf aber doch wohl darauf hingewiesen werden, daß bei 
fast allen diesen Veröffentlichungen der Schwerpunkt in 
die ästhetische Gesamterscheinung unsrer Bauten 
gelegt wird. Dieses Bemühen in allen Ehren, aber die 
Forderungen der praktischen Nutzbarkeit dürfen 
dabei doch auch nicht zu kurz kommen, am allerwenigsten 
da, wo es sich, wie in der Landwirtschaft, ausschließlich 
um reine Nutzbauten handelt. Sollten also die geplanten 
Kurse nicht mehr ahzuwenden sein, so wollen wir wenigstens 
hoffen, daß in denselben das landwirtschaftliche Bauwesen 
nicht bloß von formalen, sondern von wirklich praktischen 
Gesichtspunkten aus betrieben werde. In letzterer Be 
ziehung aber werden die Belehrungen über den landwirt 
schaftlichen Betrieb an sich, und zwar im großen und 
kleinen, die hieraus sich ergebenden Bedürfnisse, die 
Konstruktionen, die richtige Dimensionierung und 
die richtige Auswahl der Baustoffe wohl das Hauptinteresse 
der ausführenden Techniker beanspruchen. Aber gerade 
hierin sind wir der Meinung, daß der Gesamtheit des 
ländlichen Technikerstandes mit häufigeren Veröffent 
lichungen in der Fachpresse mehr gedient wäre als mit 
der Abhaltung von Kursen, deren Besuch aus vielerlei 
Gründen doch wohl nur den wenigsten möglich sein dürfte. 
Y ereiiismitteiliingen 
Württ. Baubeamten-Verein. Einladung zu 
der am Sonntag, den 17. März d. J., vormittags 
10 Uhr im Gesellschaftsbaus des Vereins 
„Bauhütte“, Büchsenstraße 53 in Stuttgart, statt 
findenden VIII. Mitgliederversammlung mit 
folgender Tagesordnung: 1. Bericht über das ab 
gelaufene Vereinsjahr. 2. Kassenbericht. 3. Vor 
anschlag für das Jahr 1907. 4. Aenderung der 
Satzung betr. Bezug des Vereinsorgans. 5. Verband 
der württ. Staatsbeamtenvereine. 6. Vorbildungs 
frage. 7. Besprechung allgemeiner Vereinsangelegen 
heiten. 8. Gemeinschaftliches Mittagessen um 1 Uhr. 
9. Besichtigung der im Bau begriffenen Markus 
kirche (Architekt Oberbaurat 
Dolmetsch). 10. A T on 5 Uhr 
ab treffen sich die Vereins 
mitglieder wieder im Gesell 
schaftsbaus der „Bauhütte“. 
Zu Punkt 8 bis 10 sind auch 
Kollegen, welche dem A 7 erein 
nicht angehören, herzlich ein 
geladen. 
Stuttgart, 20. Febr. 1907. 
Der Vorstand. 
Anmeldungen zum Mittag 
essen sind bis längstens Frei 
tag, den 15. März d. J., an 
Verwalter Palm, Bahnhof 
straße 17 in Stuttgart, zu 
richten. 
Bestehorn-Haus in Aschersleben 
oirrr/c/?f ffwm dm fira/ivffidarrfiömr/i. 
Architekten Beck & Hornberger, Aschersleben-lleutlingen 
Bestehorn-Haus in Aschersleben
	        

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