Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

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BAUZEITUNG 
Nr. 12 
wärtige Mitglieder werden zu A. H. A. H. ernannt: 
K. Pflugk, Architekt, Rostock; Fr. Henning, Architekt, 
Essen; Ph. Kahm, Architekt, Eltville a. Rh.; R. Brauer, 
Architekt, Speyer; E. Beutiuger, Architekt, Darmstadt; 
H. Becker, Architekt, Hauptlehrer an der Baugewerk 
schule in Büdingen, Oberhessen; Ph. Markloff, Diplom 
ingenieur, Wiesbaden; A. Steiner, Architekt, Heilbronn; 
W. Schleicher, Diplomingenieur, Bonn; VV. Konrad, 
Diplomingenieur, Trier. Der Vorstand für das Sommer 
semester setzt sich aus folgenden Herren zusammen; erster 
Vorsitzender Bernhard Laux, zweiter Vorsitzender Georg 
Schuseil, Kassenwart Heinz Pein, erster Schriftführer 
Heinrich Maus, zweiter Schriftführer Ernst Schuchardt, 
Bücherwart Walter Wickop, Heftewart Gustav Lamp- 
mann, Hefteversender Wilhelm Ritter, Strafkassenwart 
Friedrich Schnell. In die Fachkommission werden folgende 
Herren gewählt: Schuseil, Höppner und Mittnacht. — 
Die angekündigte Exkursion nach Frankfurt a. M. fand 
am Montag, den 8. März, statt. Der größte Teil der 
Vereinsbrüder, auch zwei A. H. A. H., waren von Darm 
stadt hinübergefahren. Zuerst fand die Besichtigung der 
von den Architekten Jürgensen und Bachmann-Charlotten 
burg erbauten Synagoge an der Friedberger Anlage statt. 
Die Führung hatte Architekt Bernoulli-Frankfurt über 
nommen, der es verstand, uns ein anschauliches Bild von 
dem Aufbau und der ornamentalen Ausgestaltung zu 
geben. Dem gemeinschaftlichen Mittagessen im Dom 
restaurant folgte eine Wanderung durch die malerischen 
Straßen der Altstadt, und abends kehrten wir befriedigt 
von dem Verlauf des Ausflugs nach Darmstadt zurück. — 
Die Ferienvertretung für die Osterferien hat Herr Bern 
hard Laux, erster Vorsitzender, Darmstadt, Taunus 
straße 15, übernommen. M. 
Deutscher Arheitgeherhun d für das Baugewerbe. 
E. V. Die 10. ordentliche Generalversammlung findet in 
Kassel am 29. und 30. März statt. Auf der Tages 
ordnung steht eine Reihe bedeutungsvoller Beratungs 
gegenstände, so unter anderm der Protest gegen den 
Gesetzentwurf betreffend die Errichtung von Arbeits 
kammern, die Stellungnahme gegen den Reichstags 
beschluß betreffend Einstellung von Baukontrolleuren aus 
dem Arbeiterstande, Mitteilung bezüglich der im Früh 
jahr 1910 abzuschließenden Tarifverträge, Bericht über 
die erfolgte Festsetzung und Einführung eines Vertrags 
musters für die Vereinigungen zwischen Arbeitgeberver 
bänden und Baumaterialienhändlern. Das Weitere besagt 
die Bekanntmachung im Anzeigenteil dieser Nummer. 
Kleine Mitteilungen 
Württ. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt: 
Gemälde von Leo Bauer, Hugo Diez, H.Drtick, A. Gärtner, 
L. P. v. Hocke, J. Koch, J. Kornbeck, Th. Lauxmann, 
A. Peters, B. Rath u. s. w. 
Heilbronn. In der Sitzung der bürgerlichen Kollegien 
vom 11. März lagen die von Prof. Dr. Th. Fischer an 
gefertigten, von der Theaterkommission gutgeheißenen 
Plan skizzen für die innere Ausgestaltung des neu zu er 
bauenden Stadttheaters zur Beratung vor. Danach 
ist die Errichtung eines Rang- und Logentheaters mit 
700 Sitz- und 200 Stehplätzen beabsichtigt. Es wird ein 
Foyer mit Restaurationsbetrieb und eine Restauration im 
zweiten Rang eingerichtet. Die Bühne erhält eine Oeffnung 
von 9 m. Die Baukosten einschließlich der betriebsfertigen 
Inneneinrichtung sind auf 670 894 M. veranschlagt. Die 
Kollegien erklärten sich im großen und ganzen mit der 
geplanten inneren Ausgestaltung des Theaters einver 
standen, wünschten jedoch vor ihrer endgültigen Stellung 
nahme nähere Mitteilungen über die Raumverteilung in 
andern, in den letzten Jahren neu erbauten Theatern. 
Mit der von Prof. Dr. Fischer geplanten Lage des Theater 
neubaus in der Nähe der unteren Allee waren die Kollegien 
einverstanden. 
Der Verband deutscher Kunstgewerbevereine, 
der mehr als 17 000 Mitglieder umfaßt, wird am 27., 28. und 
29. d. M. seinen 19. Delegiertentag in Halle a. d. Saale 
abhalten. Es stehen wichtige Punkte zur Beratung, so 
die Gebührenordnung für das deutsche Kunstgewerbe, 
praktische Fragen aus dem Gebiete des Kunstgewerbe 
schutzes, Echtfärberei, Wert der Volkskunst u. s. w. Wir 
werden über die Beratungen berichten. 
Briefkasten 
Antwort auf Anfrage R. K. in Nr. 10. Das Patentverfahren 
Nr. 179764 von Architekt Max Leser in München, Färber 
graben 211, zur Austrocknung und Salpeterbefreiung feuchter Ge 
bäude, basiert auf der Herausziehung der Gesamtnässe aus feuchtem 
Mauerwerk mittels einer galvanischen Trookenbatterieeinlage. Dabei 
werden die Mauern durch Gebeimpräparate von salpetrigen Aus 
scheidungen , Mauerfraß und Mauerschwamra befreit. Der Erfolg 
aller bisherigen Ausführungen überbietet die üblichen Begriffe bei 
weitem; denn ein Gebäude dürfte baufällig, von Wasser umgeben 
und von Feuchtigkeit und Krankheiten durchsetzt sein, wie es will, 
jeder Keller wird trocken, jeder Mauerschwamm bleibt aus. Daß 
die Kosten im Verhältnisse zum Werte des Objektes stehen, ergibt 
sich aus der Zufriedenheit der bisherigen Auftraggeber. Da eine 
schablonenhafte Ausführung nicht möglich ist, kann auch kein Ein 
heitspreis nach dem Quadratmeter gegeben sein und unterliegt dies 
der Einsichtnahme, wobei der laufende Meter zwischen 17—30 M. 
berechnet wird, doch verteilt sich der Preis hierbei auf 2—16 qm 
zu entfeuchtende Fläche. Dem Auftraggeber kommt hierbei eine 
haftpflichtige Garantie des Erfinders zugute. Leser ist kirohl. Kunst 
anstaltsbesitzer. Ein Prospekt, der jedermann gerne zugesandt wird, 
enthält eine Anzahl sehr guter Atteste, unter andern von Geistl. 
Eat J. Haslauer in Wartenberg, Oberbayern, Pfarrer B. Wittmann, 
Mitterndorf bei Dachau, Oberbayern u. s. w., die auch bereit sind, 
Erkundigungen bezüglich ihrer Atteste zu beantworten. Die Aus 
trocknung einer Wohnung vollzieht sich innerhalb 1—2 Monaten, 
jene von ungeheizten und gewöhnlich etwas verwahrlosten Mauern 
dauert 1—2 Jahre, bis die vollkommene Trockenheit erreicht ist. M. L. 
Antwort auf Anfrage E. L. Das Ausmaß von Bauarbeiten 
wird nur gegen Wertsätze in Prozenten der festgestellten Ver- 
dienstsumme des betreffenden Unternehmers seitens der Geometer 
berechnet. Diese Wertsätze sind vom Württ. Geometer-Verein in 
seinen Gebührensätzen gesammelt und durch die Buohdruckerei von 
Fr. Stroh in Backnang zu beziehen. L. 
Anfrage. In unmittelbarer Nähe eines Ortes, etwa 80—85 m 
außerhalb des Ortsstooks, aber anreihend an eine bestehende Häuser 
reihe, beabsichtigt jemand ein Wohnhaus an einer Staatsstraße zu 
erstellen. Das Tagwasser von der angrenzenden Staatsstraßenstreoke 
wird seit 23 Jahren durch zwei Gebwegdolen auf den jetzigen Bau 
platz geleitet, was seither ohne Einsprache geduldet wurde. Ver 
einbarungen oder Verhandlungen von seiten der betreffenden Straßen 
bauinspektion mit dem damaligen Grundstücksbesitzer über die 
.Zuleitung des Wassers auf sein Eigentum haben nicht statt- 
gefunden. Die Unterhaltung der Staatsstraße durch den Ort hat 
hier der Staat selbst. Vom Neubau selbst wird später kein Dach 
wasser u. s. w. auf die Staatsstraße geleitet, da dasselbe seinen Ab 
fluß nach rückwärts erhält. Kann nun die Kgl. Straßenbauinspektion 
verlangen, daß der Bauherr für die Ableitung des auf der betreffen 
den Staatsstraßenstrecke sich ansammelnden Tagwassers die nötigen 
Vorkehrungen auf seine Kosten zu treffen hat? C. H. 
Anfrage. Welcher Fußbodenbelag wird empfohlen für Sohul- 
säle, welche auf aufgefüllten Boden zu liegen kommen? Ist ein 
Sanitas- oder Terralithbelag auf Betonunterlage nicht zu kalt? 
Empfiehlt sich nicht ein rauher Beton mit Bodenlagerhölzern und 
Riemenboden ? S. 
Anfrage. Welche Erfahrungen wurden gemacht über die 
Ro s tsicherheit der Eisenträger über einem Stalle, welcher mit 
Schlackenbeton ausbetoniert und einem solchen, welcher mit 
Nutengewölbsteinen und Sohienendecksteinen eingewölbt war ? S. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutscheVerlags-Anstalt in Stuttgart.
	        

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