Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

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BAUZEITUNG 
Nr. 17 
Städtische Badeanstalt Wetzlar 
Haupteingang 
nach der Front zu einen großen Ruheraum mit 6 Zellen. 
Im linken Flügel befindet sich die Dienstwohnung des 
Bademeisters. 
Geradeaus zwischen Treppenhaus und Kasse gelangt 
man zur Schwimmhalle. Das Bassin hat eine Länge 
von 17 m, eine Breite von 8 m und ist für Schwimmer 
und Nichtschwimmer eingerichtet. Die größte Tiefe des 
selben beträgt 2,80 m, während die geringste Tiefe für 
Nichtschwimmer mit 0,50 m beginnt. 
An den beiden Längsseiten der Schwimmhalle sind 
je 15 Einzelaus- und -ankleidezellen angelegt, am Kopf 
ende, dem Eingang gegenüber, ist eine Beinigungsbrause, 
darüber eine Empore mit gemeinschaftlichem Aus- und 
Ankleideraum für Schüler. 
Die Tiefe des Haupt- und Schwimmhallenbaues be 
trägt zusammen 38 m, die Breite des Hauptbaues 29,70 m, 
die der Schwimmhalle 17 m. 
Das Gebäudeäußere ist in schlichter, moderner Putz 
architektur auf einem niedrigen Sockel von Schalsteinen 
ausgeführt, nur der Haupteingang hat reichere Barock 
werksteinarchitektur erhalten. Als Werkstein ist weiß 
gelber Mainsandstein verarbeitet. Die Dächer in Form 
des Mansarddaches sind Doppeltkronendächer in roten 
Biberschwänzen.Die Fundamente des ganzen Baues 
sind in Zementbeton, das Mauerwerk aus Schlackensteinen, 
besonders schwerbelastete Teile aus Klinkern in Zement 
mörtel ausgeführt. Gegen aufsteigende Feuchtigkeit sind 
die Mauern durch eine Isolierschicht von den Funda 
menten getrennt. Das Schwimmbassin sowie sämtliche 
Geschoßdecken sind in Eisenbeton hergestellt. Die 
Treppenwangen der Vorhalle sind mit Marmor bekleidet. 
Die Fußböden sind in der Halle, den Wannen- und 
Brausebädern im Erdgeschoß in Terrazzo ausgeführt, 
in den übrigen Bäumen teils mit Platten, teils mit 
Linoleum belegt. Sämtliche Treppen sind aus Beton ge 
stampft. Das Bassin ist mit blauglasierten Tonplatten 
bekleidet; zur Erwärmung sämtlicher Bäume sowie des 
Badewassers sind zwei liegende Niederdruckdampfkessel 
mit je 40 qm Heizfläche vorhanden. Auch haben sämt 
liche Bäume eine Lüftungsanlage erhalten. Zur Füllung 
des Schwimmbassins, der Reservoire und Speisung der 
Kessel wird der Wasserbedarf einstweilen der städtischen 
Wasserleitung entnommen. Es ist aber beabsichtigt, 
später das Wasser zwei Senkbrunnen oder durch eine 
Kläranlage aus der Lahn zu entnehmen. 
Die Baukosten betragen ausschließlich Mobiliar und
	        

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