Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/191/
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BAUZEITUNG 
Nr. 28 
Yerwaltungsingenieure des Heizungsfaches und der Ver 
band der Lieferanten von Zentralheizungsbestandteilen 
ihre Mitgliederversammlungen abzuhalten. Die Tages 
ordnung ist eine sehr reichhaltige, es sind Vorträge vor 
gesehen über Ausschreibung und Vergebung von Zentral- 
heizungs- und Ltiftungsanlagen, über die jetzige Bewegung 
auf dem Gebiete der Heizungs- und Lüftungstechnik, 
die Verwendung des Ozons zur Luftreinigung, die Lüf 
tung von Sälen, die Aufgaben der städtischen Heizungs 
ingenieure. Außerdem finden Besichtigungen einer ganzen 
Reihe von Heizungs- und Lüftungsanlagen (Krankenhaus, 
Badeanlage, Synagoge, Pesthalle, Bismarckschule, Opern 
schule) statt. Von Veranstaltungen sind zu nennen: 
Empfang im Römer, Festmahl im Palmengarten, Aus 
flug nach Homburg, Fahrt zur Saalburg, Abschiedsfest 
im Kurhaus zu Homburg. 
Schäferbüste in Berlin. Zur Errichtung einer 
solchen hat sich ein Ausschuß gebildet, der mit einem 
Aufruf sich an die Oeffentlichkeit wendet. In demselben 
fordern Verehrer und Schüler Karl Schäfers zur Stif 
tung einer Schäferbüste auf, welche mit Genehmigung 
des Senates der K. Technischen Hochschule in Berlin 
im Lichthofe der Hochschule aufgestellt werden soll. 
Beiträge sind an Bureauassistent Kuckert (Adresse: 
K. Technische Hochschule, Charlottenburg, Berliner 
Straße 171/172) zu senden. 
Techniker als beschließende städtische Ver 
waltungsorgane. Die städtischen Kollegien von Fürth 
haben beschlossen, dem Direktor des Elektrizitätswerkes 
dieser Stadt Sitz und Stimme im Magistrat zu gehen. 
Dieser Beschluß hat den BayrischenRegierungsbaumeister- 
verein veranlaßt, seine Genugtuung darüber auszusprechen. 
Wir glauben, heißt es am Schlüsse der an die „M.N.N.“ 
gerichteten Kundgebung, daß die Stadt Fürth mit der 
Aufnahme des Direktors ihrer Elektrizitätswerke in ihre 
Verwaltung einen Schritt vorwärts getan hat. Hoffen 
wir, daß andre Städte ihr bald folgen und dann nicht 
nur den Direktor des Elektrizitätswerkes, sondern auch 
die Direktoren andrer technischer Zweige und die Ab 
teilungsvorstände ihrer Stadtbauämter sitz- und stimm 
berechtigt im Magistrat machen. 
Zum technischen Studium. Durch einen Erlaß 
des preußischen Kultusministers werden vom Sommer 
semester 1909 ab als Studierende der Technischen Hoch 
schulen auch Frauen zugelassen. Es finden auf sie die 
für die Zulassung zum Besuch der Technischen Hoch 
schulen erlassenen Vorschriften Anwendung. 
Eine Architekturabteilung an der Kunstge 
werbeschule Düsseldorf ist unter der Leitung von 
Direktor Prof. Wilhelm Kreis mit dem 1. April d. J. 
ins Leben getreten. Der Lehrplan umfaßt das Entwerfen 
in einfacher bürgerlicher und monumentaler Bauweise, 
Innendekoration, Wohnräume, Gartengestaltung, Be 
arbeitung von Einzelheiten aller Art, Aufnahme alter 
Bauten u. a. m. Das Ziel der Abteilung ist die rein 
künstlerische Ausbildung technisch bereits ausgebildeter 
Schüler. 
Beim Bau des Elbtunnels haben sich, wie wir 
der „Frkf. Ztg.“ entnehmen, bedenkliche Schwierigkeiten 
ergeben, die ihren Grund in der großen Durchlässigkeit 
der über dem Tunnelstollen lagernden Erdmassen haben. 
Infolge dieser Durchlässigkeit entweichen große Preßluft 
mengen aus dem Stollen, welche dann die Bodenmassen 
aufweichen, so daß diese vom Strom fortgerissen werden 
können. Dadurch wird die über dem Tunnel liegende 
Erddecke stark geschwächt und es treten erhebliche Ver 
tiefungen ein, durch welche Durchbrüche im Stollen her 
vorgerufen werden können. Diese Gefahr wird immer 
größer, je mehr sich der Tunnelvortrieb der tiefsten 
Stelle des Strombettes nähert, wo die über dem Tunnel 
stollen lagernde Erddecke nur noch eine Mächtigkeit von 
6 m besitzt. Mit Rücksicht hierauf hat man in der 
letzten Woche mit Zuhilfenahme der Taucherglocke auf 
dem Grunde der Elbe Bodenproben entnommen. Diese 
Proben haben ergeben, daß die oberste Schicht auf dem 
Grunde des Strombettes, besonders an den tiefsten Stellen, 
aus feinem Schwemmsand besteht, der durch die auf 
steigende Preßluft sehr leicht gelockert und vom Strom 
weggerissen werden kann. Dadurch ist die Gefahr eines 
Durchbrechens des Stollens bestätigt worden. Die Bau 
leitung berät jetzt über Mittel, um dieser Gefahr vor 
zubeugen. Voraussichtlich wird die fragliche Strecke 
an den tiefsten Stellen mit einer festeren Erdmasse ab 
gedeckt werden müssen, die es der entweichenden Preß 
luft erschwert, den darunterliegenden Schwemmsand 
aufzuwühlen. Immerhin sind es umfangreiche Arbeiten, 
welche nicht vorauszusehen waren. 
Personalien 
Württemberg. Versetzt in Ruhestand: der Oberbahn 
meister W. Remppis in Kirchheim u. T. auf Ansuchen unter An 
erkennung seiner langjährigen treuen Dienste. 
Baden. Verliehen; das Verdienstkreuz vom Zähringer Uü wen 
dem Oberbahnmeister Ch. Weiß in Jöhlingen, dem Straßenmeister 
Fr. Schöning bei der Wasser- und Straßenbauinspektion Karlsruhe. 
Hessen. Ernannt: der Ingenieur H. V o i g t zum Hauptlehrer 
an der Landesbaugewerksohule in Darmstadt. 
Bücher 
Luegers Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfs 
wissenschaften. Zweite, vollständig neu bearbeitete Auflage. 
XXXIV. und XXXV. Abteilung. Preis jeder Abteilung 5 M. (Stutt 
gart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Die zweite Auflage des großen 
Werkes schreitet rasch ihrer Vollendung entgegen. Bereits ist mit 
den Abteilungen 34 und 36 der vorletzte Band VII ausgeliefert, 
der auf 848 Seiten mit mehr als 2000 in den Text gedruckten Ab 
bildungen die Stichwörter Papierfärberei bis Schwefelsäure behandelt. 
Es darf also erwartet werden, daß noch im Laufe dieses Jahres der 
Abschluß mit Band VIII erfolgt. Dabei läßt sich jetzt schon ein 
großer Vorzug der zweiten Auflage erkennen: es wird nicht mehr 
nötig sein, den für den Schlußband verbleibenden Stoff so zusammen 
zudrängen, wie bei der ersten Auflage; die gleichmäßige Behand 
lung für die Stichwörter von A—Z scheint gesichert. Wir begegnen 
in diesen Abteilungen einer Anzahl zum großen Teil neuer und 
recht ausführlicher Abhandlungen. Wiederum haben die Autoren 
durchweg die Erläuterung durch Abbildungen in den Vordergrund 
gestellt, so daß nach dieser Richtung hin auch die beiden letzten 
Abteilungen von Band VII musterhaft ausgestattet sind. Besonders 
hervorzuheben ist die klare Gliederung aller längeren Abhandlungen 
durch Zerlegung in Unterabteilungen mit fett vorgedruokten zu 
sammenfassenden Inhaltsbezeichnungen. Auch alle theoretischen 
Abhandlungen, z. B. jene aus der Mathematik, der reinen und an 
gewandten Mechanik, der Festigkeitslehre, der graphischen Statik, 
dem Brückenbau u. s. w., sind auf den neuesten Stand ergänzt. So 
dürfen wir mit Recht nicht nur in diesen Abteilungen, sondern in 
allen bisher erschienenen der zweiten Auflage des Lexikons eine her 
vorragende literarische Leistung feststellen, eine Leistung, wie sie 
nur durch das zielbewußte einheitliche Zusammenwirken so vieler 
bedeutender Männer — die Zahl der. Mitarbeiter ist nahe an 160 — 
entstehen kann. Mögen die restlichen fünf Abteilungen des Unter 
nehmens, das von der Deutschen Verlags-Anstalt in der bekannten 
vorzüglichen Weise typographisch ausgestattet wurde, recht bald 
erscheinen, damit alle jene Kreise, für welche diese Enzyklopädie 
bereits unentbehrlich geworden ist, besonders aber die studierende 
Jugend, den dadurch gegebenen Halt im technischen Leben zum 
Nutzen und zum Gedeihen der Industrie gewinnen können. Der 
weitesten Verbreitung darf eine solche Musterleistung mit aller 
Sicherheit entgegensehen. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. 
Architekt W.Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutscheVerlags-Anstalt in Stuttgart.
        

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