Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/193/
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BAUZBITUNG 
Nr. 24 
Ochsenhausen 
Klosterkirche und Prälatur von Süden 
v. Dollinger überließ freundlichst seine Architekturskizzen 
von Biberach. Das photographische Abbildungsmaterial 
erhielt das Landeskonservatorium zu einem großen Teil 
durch Schenkungen. Vorzügliche Aufnahmen hat die 
Stadt Biberach durch den Architekturphotographen Kick 
machen lassen. 
Beim näheren Eingehen auf das wert- und inhalts 
volle Werk*) begegnen wir zunächst einem Ueherblick über 
Lage, Geschichte, Siedlungsverhältnisse und Altertümer 
des Oberamtsbezirks, woran sich eine Zusammenstellung 
über die vorhandenen kirchlichen und profanen Bauten, 
über Innenarchitektur und Dekoration, über die Erzeug 
nisse der Bildhauerei, Malerei, des Kunstgewerbes sowie 
eine Aufzählung der ausübenden Künstler reiht. In 
ausführlicher Weise beschäftigt sich das Buch mit der 
Stadt Biberach, der über 50 Seiten Text gewidmet ist. 
Aus den vorhandenen Urkunden, die bis aufs Jahr 1248 
zurückreichen, aus Handschriften, Literatur, Plänen und 
Ansichten ergibt sich ein interessantes Bild der Ver 
gangenheit der alten Reichsstadt, das durch eine Ge 
schichte der Stadt seine Erweiterung erfährt. Weichen 
Schatz an alten Denkmälern die letztere in ihren Mauern 
birgt, zeigen die zahlreichen bildlichen Darstellungen von 
Kirchen, Klöstern, Kapellen, Gassen, Häusern, Toren 
und von Kunstwerken. 
Nicht minder reich ist die Ausbeute in den einzelnen 
Orten des Oberamtsbezirks. Bald sind es reizvolle Land 
schaftsbilder, bald Ansichten von malerisch gelegenen 
Schlössern, bald charakteristische und reichgestaltete 
Kirchen- und Klosterbauten, Grabdenkmälern, die das 
Auge fesseln — überall bietet sich eine Fülle von an 
regendem und lehrreichem Stoff. Wir erwähnen nur 
Edelbeuren, Erolzheim, Fischbach, Gutenzell, Hürbel, 
Mittelbiberach, Schemmerberg, Ummendorf, Untersulraa- 
tingen, Warthausen. Besondere Aufmerksamkeit ver 
dienen das Kloster Heggbach und die prachtvolle Abtei 
Ochsenhausen. Außer den vielen im Text eingedruckten 
*) „Die Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich Würt 
temberg“. Im Auftrag des K. Ministeriums des Kirchen- und Schul 
wesens herausgegeben von Dr. Eugen Gradmann , K. Konservator. 
Inventar 36./41. Lieferung; Donaukreis, Oberamt Biberach, bearbeitet 
von Julius Baum und Bertold Pfeiffer. Eßlingen a. N. 1909, Paul 
Neff Verlag (Max Schreiber). 
Bildern zieren noch 20 Tafeln das Werk, welche Innen 
ansichten von Kirchen und Klöstern, ein anmutiges Bild 
der Stadt Biberach und Darstellungen einer ganzen Reihe 
hervorragender Skulpturwerke, von Altären, Madonnen, 
Heiligen, kirchlicher Prachtgewänder, kunstgewerblicher 
Schätze u. s. w, zeigen. Nicht vergessen wollen wir eine 
Karte des Oberamtsbezirks Biberach und einen Situations 
plan der Römerstation bei Ummendorf nebst einem Grund 
riß des Ende 1880 aufgedeckten Römerbads. 
Aus dem reicbaltigen Werke bringen wir gleichzeitig 
eine Anzahl Abbildungen, deren Veröffentlichung uns 
durch das freundliche Entgegenkommen des Verlags, 
welcher uns schon kürzlich in Nr. 20 zwei Stadtbilder 
aus Nagold (Abb. 2 und 8) zur Verfügung stellte, er 
möglicht wurde. Wenn wir zum Schluß noch anfügen, 
daß die technische Herstellung und Ausstattung in har 
monischem Verhältnis zu dem Inhalt des Buches steht, 
glauben wir, daß auch der jüngste Band der Kunst- und 
Altertumsdenkmale im Königreich Württemberg die ge 
bührende Beachtung und Würdigung finden wird. F. 
Der Wolinungsinspektor für Württemberg 
Nach den Verhandlungen in der Zweiten Kammer, 
die Aufstellung eines Landeswohnungsinspektors für Würt 
temberg betreffend, ist es sehr zu bedauern, daß dem 
zielbewußten Vorgehen der Regierung in den Bestrebungen 
zur Verbesserung der Wohnverhältnisse von seiten eines 
großen Teils der Kammer so wenig Verständnis und 
Interesse entgegengebracht wurde. Wenn dieser von 
seiten der Regierung gestellte Antrag auch nur mit ge 
ringer Mehrheit angenommen wurde, so können wir uns 
doch aufrichtig darüber freuen, daß wir eine Wohnungs 
inspektion erhalten, die für Stadt und Land zeitgemäß 
und notwendig ist und die uns allen zugute kommt. 
Diesem zukünftigen Beamten wird einerseits eine 
große, aber dankbare Aufgabe zufallen, anderseits ist es 
jedem möglich, sich in besonderen Fällen mit diesem 
Fachmann zu beraten, was für Besitzer und Mieter 
gleich vorteilhaft ist, da zeitgemäße Einrichtungen und 
Verbesserungen jeder Art das friedliche Zusammenleben 
fördern und den Besitzwert erhöhen. Es werden daher 
Anordnungen und Vorschriften von seiten der Woh 
nungsinspektion, die nur auf Verbesserung unsrer Wohn-
        

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