Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/209/
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BAUZEITÜNG 
Nr. 26 
nyr -r.Zto 
Grundriß vom ersten Obergeschoß 
in quantitativer Beziehung einander ziemlich nahekommen, 
daß kein Projekt von so überragender Bedeutung war, 
daß die Zuerkennung des I. Preises bedingungslos ge 
rechtfertigt erschienen wäre. Hingegen war eine Anzahl 
ziemlich gleichartiger Arbeiten vorhanden, die auch eine 
gleiche Würdigung verdienten. Das Preisgericht beschloß 
demgemäß, von der Erteilung eines I. Preises ahzusehen 
und die Preise in folgender Weise zu bestimmen: Einen 
II. Preis von 1500 K erhalten die Architekten E. und 
R. Schleicher-Stuttgart für den Entwurf „Am Bodensee“; 
je einen III. Preis von 750 K die Architekten Otto Sal- 
visberg-Berlin und Friedr. Krebs-Karlsruhe für den Ent 
wurf „Zweihellermarke“, die Architekten Adolf Mös- 
singer und Otto Häcker - Stuttgart für den Entwurf 
„Traumulus“, der Architekt Willy Graf-Stuttgart für den 
Entwurf „Eernwirkung“, die Architekten Honig und 
Söldner-München für den Entwurf „Auf die Seite mit 
der Turnhalle“. Zum Preise von je 400 K angekauft 
wurden die Entwürfe der Architekten Heinrich Kied 
und Rudolf Masurka-Wien sowie des Architekten Lud 
wig Schmieder-Karlsruhe. Eine lobende Anerkennung 
wurde zuteil den Entwürfen des Architekten Heinrich 
Tremel-München und der Architekten Bek und Horn- 
herger-Dresden. 
Grundriß vom Erdgeschoß 
Motto: „Am Bodensee“ II. Preis 
Architekten E. und R. Schleicher-Stuttgart 
Von den vier ersten der vorgenannten 
Entwürfe bringen wir als besonders 
charakteristisch Abbildungen der Fas 
saden und Grundrisse und geben zu 
gleich das Urteil der Preisrichter über 
den jeweiligen Entwurf wieder: 
1. „Am Bodensee.“ Der Verfasser 
hat das Gebäude auf der gegebenen 
Area sehr glücklich situiert; allerdings 
würde sich eine Aenderung in der Lage 
der Turnhalle durch Abschwenken der 
selben von der Grenze empfohlen haben, 
wodurch die wünschenswerte Belichtung 
des Saales von beiden Seiten erreicht 
worden wäre. Die Lage, Größe und 
Form der freibleibenden Plätze sind 
die denkbar günstigsten. Sehr zu lohen 
sind die Klarheit und üebersichtlichkeit 
des Grundrisses; bei einer eventuellen 
Ausführung würde jedoch die nicht 
ganz ungezwungene Anordnung des 
Haupteinganges noch weiteren Stu 
diums bedürfen. Die günstige zentrale Lage der Stiege 
und der Vorhalle verbürgt bei entsprechender formaler 
Durchbildung dieser Räume eine geschlossene, ruhige 
Raumwirkung. Die Dienerwohnung sowie die Direktor 
wohnung sind gut gelegen. Die Klassenzimmer sind 
nach einem gewissen einheitlichen Gesichtspunkte an 
geordnet, und auch die übrigen Schulräume hat der 
Verfasser zweckmäßig situiert. Die äußere Erscheinung 
des Gebäudes schließt sich befriedigend an das Stadt 
bild an; jedoch möchte bei einer eventuellen Ausführung 
der stilistischen Durchbildung der Fassaden sowie der 
Erreichung eines organischen Anschlusses der Turnhalle 
an das Hauptgebäude erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen 
sein. 
2. „Zweihellermarke.“ Die allgemeine Situierung des 
Gebäudes ist befriedigend, jedoch hätte der Verfasser 
durch eine andre Art der Verbindung zwischen Haupt 
gebäude und Direktorwohnung eine bessere Ausnutzung 
der verfügbaren Bodenfläche erzielen können. Auf eine 
Zufahrt wurde allerdings nicht Bedacht genommen, je 
doch ist die Möglichkeit einer solchen vorhanden. Die 
Lage der Direktorwohnung ist zweckentsprechend, und 
die Situierung der Dienerwohnung ermöglicht eine leichte 
Ueberwachung des Haupteinganges. Die Klarheit und 
Einfachheit der Grundrißdisposition sind 
lobenswert und die charakteristische bewußte 
Anordnung der Räume nach ihrem Zwecke 
ist zu erkennen. Die äußere Erscheinung 
des Gebäudes ist befriedigend und trifft die 
Eigenart des Schulhauses ziemlich gut; jedoch 
läßt die Durchbildung der Fassaden an ein 
zelnen Stellen die üebereinstimmung mit 
der Grundrißeinteilung vermissen. Die künst 
lerische Qualität des Entwurfes verdient 
I Anerkennung. 
3. „Traumulus.“ Der Verfasser dieses, 
in seiner Erscheinung sehr sympathischen 
Entwurfes hat durch das Zurücklegen des 
Gebäudes von der Gallusstraße leider eine 
wenig günstige Situation geschaffen, da die 
Lage der Turn- und Spielplätze vor dem 
Gebäude nicht zweckmäßig erscheint. Wenn 
auch die Anordnung der Klassenzimmer 
nicht günstig ist, so zeigt im allgemeinen 
der Grundriß eine anerkennenswerte Ge 
schicklichkeit des Verfassers. Die äußere 
Erscheinung ist außerordentlich charakte 
ristisch. Die einfache und klare Umrißlinie 
ist dem Gelände wie dem Stadtbilde vor 
züglich angepaßt. Die stark vorspringenden,
        

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