Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/268/
Zum preisgekrönten Entwurf 3 
Rathaus für Gönningen Preisgekrönter Entwurf 3 
Architekten Klatte & Weigle-Stuttgart 
Weise ausgeführt werden können. Auch die Kleinesche 
Decke hat sich für diesen Zweck sehr gut bewährt. Man 
verwendet leichte, poröse Lochsteine, und läßt die aus 
diesen gebildeten Platten auf den Unterflanschen der 
Träger ruhen, deren Oberfläche die Lager für die Dach 
schalung aufzunehmen haben. Will man das Holz hier 
ganz vermeiden, was ich nur empfehlen kann, so kann 
man auf den massiven Abschluß eine Betonschüttung 
bringen, die bis über die Träger der Oberflanschen reicht, 
oben vollkommen abgeglichen und mit Dachpappe beklebt 
wird. Im übrigen ist auch hei dieser Konstruktion jede 
andre Eindeckung möglich, die man etwa aus Schönheits 
rücksichten oder auch aus irgendwelchen praktischen 
Gründen wählen will. 
Abgesehen davon, daß ein derartig massiver Abschluß 
nach oben hin baupolizeilich häufig vorgeschrieben wird, 
ist zu berücksichtigen, daß derselbe weit dichter ist, als 
die sonst üblichen Eindeckungen, also auch bei Undich 
tigkeit der äußeren Deckschicht größere Schäden ver 
hindert. Ein auf Latten eingedecktes Schiefer-, Ziegel 
stein- oder Zementplattendach ist sofort undicht, wenn 
ein Stein durch den Wind, durch einen Steinwurf, durch 
Frost oder dergleichen zerstört wird. Befindet sich aber 
unter dieser äußersten Deckschicht des Hauses eine regel 
rechte massive Deckenkonstruktion, so haben wir eine 
zuverlässige Schutzwehr gegen diesen äußeren Angriff. 
So wird das Durchfeuchten der Nachharwände, der tiefer 
liegenden Decken u. s. w. verhindert werden können. 
Teurer ist eine solche Konstruktion allerdings, aber die 
Zuverlässigkeit derselben, die größere Sicherheit der Be 
wohner des Gebäudes wie aller darin befindlichen Güter 
stellen doch so große Vorteile dar, daß der Mehraufwand 
demgegenüber nicht so sehr ins Gewacht fällt. Man 
braucht nur an die schon erwähnten großen Brände zu 
denken, die gerade infolge der unzulänglich gesicherten 
Dachkonstruktionen eine so große Ausdehnung annahmen, 
um zu erkennen, daß hier das Beste gerade gut ge 
nug ist. F. Hd. 
Erschwerte Baukontrolle. 
Unter dieser Ueherschrift hat Stadtbauinspektor 
Mößner in der vorletzten Nummer der „Bauzeitung“ den 
Erlaß des Kgl. Ministeriums des Innern, betreffend die 
Ausführung von Konstruktionen aus Eisenbeton hei 
Hochbauten, insofern einer Kritik unterzogen, als er die 
in dem Erlaß angeordnete Kontrolle als undurchführbar 
bezeichnet. 
Es ist nun ohne weiteres zuzugeben, daß die Be 
stimmungen eine bedeutende Mehrbelastung der Bau 
kontrolle zur Folge haben, daß aber der Baukontrolleur 
nicht in der Lage sein soll, die Kontrolle diesen Be 
stimmungen gemäß vorzunehmen, diese Ansicht — mag 
sie sich auf die Befähigung oder auf die zu weitgehende
        

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