Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/298/
292 
BAUZBITUNG 
Nr. 37 
Abb. 6 
Gegenbeispiel 
Abb. 5 
Beispiel 
zu warnen. Heute möchte ich die Frage erörtern, was 
geschehen kann, um Angebot und Nachfrage bei der 
Verwertung gewerblicher Schutzrechte auf gesunder Basis 
zu fördern. Die Patentverwertung ist bei den derzeit 
an die Hand gegebenen Mitteln für viele Erfinder mit 
recht erheblichen Kosten verknüpft. Es ist häufig un 
möglich, bei einem Fabrikanten ein Interesse für eine 
Erfindung zu erwecken, wenn der Erfinder ihm die Er 
findung nicht so vorführt, daß die Vorteile möglichst klar 
hervortreten. Ein solches Vorgehen, richtig durchgeführt, 
kostet natürlich Geld und ist schon aus diesem Grunde 
für manchen Erfinder überhaupt nicht ausführbar. Ein 
mechanisches Anerbieten der zu verwertenden Erfindung 
durch Offertbriefe hat, wie die Praxis ergibt, keinen Wert. 
Solche Offertbriefe sind selten überzeugend, und der 
Fabrikant wird heutzutage mit solchen Anerbietungen 
derart überhäuft, daß sie meistens ungelesen in den 
Papierkorb wandern, obgleich unter den Angeboten sich 
vielleicht Sachen befinden, die bei genauer Betrachtung 
für beide Teile zu einer segensreichen Geschäftsverbindung 
hätten führen können. Die vielfach recht wertvollen 
Erfindungen der großen Anzahl von Handwerkern und 
kleinen Erfindern werden meistens durch Verfall der 
Schutzrechte der Oeffentlichkeit wieder entzogen, weil 
die maßgebenden Stellen in den interessierten Industrie 
kreisen auf das betreffende Schutzrecht nicht genügend 
aufmerksam geworden sind. 
Als ein Weg, der zur Erzielung einer Patentverwertung 
am meisten Chancen bietet, erscheint mir eine von ein 
wandfreier Stelle zu veranstaltende Ausstellung von 
Erfindungsmodellen, bei welcher auf verhältnis 
mäßig kleinem Platz ein großes Angebot von auf Ver 
wertung wartenden Erfindungen gemacht werden kann. 
Dieser Weg ist zwar schon beschritten worden, hat aber 
bisher keinen durchschlagenden Erfolg gehabt, zunächst, 
weil die veranstaltende Stelle nicht immer die erforder-
        

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