Volltext: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 149, 1994)

Graphische Darstellung 
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A° 
genau bestimmte Punkte gegründete graphische Darstellung der 
geognostischen Grenzflächen sein würde, braucht wohl kaum 
hervorgehoben zu werden. Es liessen sich insbesondere in Be- 
zug auf die muthmassliche Richtung, welche das auf einem be- 
stimmten Areal nicderfallende Wasser in den unterirdischen 
wasserführenden Schichten nimmt, gewiss werthvolle Schluss- 
folgerungen ziehen, Von anderweitigen Anwendungen, deren 
eine solche graphische Darstellung der Grenzflächen mittelst der 
Streicheurven fähig wäre, sci nur eine hervorgehoben, nämlich 
die Bestimmung der Mächtigkeit einzelner Schichtengruppen, 
deren obere und untere Grenzfläche construirt worden ist. Die 
ungefähre Mächtigkeit eines solchen Schichtencomplexes an einem 
bestimmten Punkt erhält man unmittelbar, wenn man diesen 
Punkt in beiden Zeichnungen aufsucht, und die beiden’ hier ab- 
gelesenen Meereshöhen von cinander abzieht. (Genau genom- 
men müsste man die gefundene Zahl noch mit dem Cosinus des 
Neigungswinkels der Schichten an dieser Stelle multipliciren; 
wir wollen aber der Einfachheit wegen diese Correection, die 
sich sehr leicht ausführen liesse, hier und im Folgenden ver- 
nachlässigen, indem wir unter Mächtigkeit nur die Vertical- 
distanz beider Grenzflächen verstehen.) 
Um innerhalb eines bestimmten Arcals die durchschnitt- 
liche Mächtigkeit eines Schichtencomplexes möglichst annähernd 
zu ermitteln, hat man zwei Wege. Der eine besteht darin, 
dass man auf die cben angeführte Weise die Mächtigkeit des 
Schichtencomplexes für eine möglichst grosse Zahl von Punkten 
aufsucht, welche in das fragliche Areal fallen, besonders von 
solchen, deren Meereshöhenbestimmung in beiden Grenzflächen 
möglichst zuverlässig ist. Uebrigens sollten natürlich die hiezu 
gewählten Punkte so gleichmässig als möglich auf dem betref- 
fenden Raum vertheilt sein. Die zu suchende durchschnittliche 
Mächtigkeit findet man dann als arithmetisches Mittel aus den 
gefundenen Zahlen. Der zweite Weg, der unter Umständen ein 
sicheres Resultat liefert, ist folgender: Man bestimmt den Cubik- 
inhalt der ganzen Gebirgsmasse, welche auf dem gegebenen 
Areal zwischen beiden Grenzflächen liegt und zwar als Differenz
	        
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