Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/80/
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BAUZEITUNG 
Nr. 0 
Dimensionen von 5,5 zu 5,6 m zu malen. Das Gemälde 
soll den Wirtemberg (Rotenberg) darstellen. 
Die Frage der Bebauung des alten Theater 
platzes scheint nun gelöst zu sein. Wie der „Schwab. 
Merkur“ hört, liegt bereits ein Beschluß vor, daß das 
geplante Kuns tausstellungsgebäude auf den alten 
Theaterplatz zu stehen kommt. Es ist ein monumentaler 
Bau mit festlichen Räumlichkeiten, Gartenterrassen, 
Restaurant, vielleicht auch Läden geplant. Hoffentlich 
wird es, nachdem für das Theater die Platzfrage ent 
schieden ist, bald ernst mit der Ausführung des Plans. 
Aus Architektenkreisen wird uns hiezu geschrieben: 
Es ist für Stuttgart sehr erfreulich zu vernehmen, daß 
jetzt auch die Frage der Bebauung des Platzes, auf dem 
das alte Theater stand, eine Lösung finden soll durch 
Errichtung eines Ausstellungsgehäudes. Leider ist aber 
dieser Bau schon von vornherein wieder an einen Namen 
gebunden. Bei aller Hochschätzung der Leistungen 
Fischers ist doch zu sagen, daß derselbe jetzt durch seinen 
Wegzug nach München nicht mehr zu den Unseren ge 
zählt werden kann, sondern als auswärtiger Architekt zu 
betrachten ist. Es hieße aber die einheimische Baukunst 
schlecht fördern, wenn immer wieder die bedeutendsten 
Aufgaben an auswärtige Architekten vergeben werden, 
statt daß den einheimischen aufstrebenden Kräften durch 
Beteiligung an größeren Bauaufgaben Gelegenheit zu 
voller Entfaltung gegeben würde. Wenn dieses System 
stillschweigend anerkannt würde, so blieben für unsre 
schwäbischen Architekten bald nur noch untergeordnete 
Aufgaben übrig, und unsre besten Kräfte wären noch 
mehr gezwungen, sich außerhalb Württembergs einen 
ihrem Können angepaßten Wirkungskreis zu sichern, 
während bei uns selbst nichts versäumt wird, fremden 
Architekten Eingang zu verschaffen. Auch ist die fort 
dauernde Zurücksetzung der eignen Landeskinder gegen 
Fremde nicht dazu angetan, das Ansehen Württembergs 
nach außen zu heben. 
Personalien 
Württemberg'. Ordensverleihungen; das Kommentur- 
kreuz zweiter Klasse des Friedrichsordens dem Baudirektor v. Schaal, 
Vorstand der Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau; 
das Ehrenkreuz des Ordens der Württ. Krone dem Oberbaurat 
Prof. Dr. Dietrich an der Technischen Hochschule; das Ritter 
kreuz dess. Ordens dem Baurat Angele, Straßenbauinspektor in 
Ulm, dem Baurat Gekeler, Vorstand des Bezirksbauamts Stutt 
gart; das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichsordens dem Bau 
rat Lupfer bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, den 
Eisenbahnbauinspektoren W e i g e 1 i n in Böblingen, B e i 11 e r bei 
der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, Ernst in Schorndorf, 
Seemann bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, Wetzel 
iu Sulz, dem Gewerbeinspektor Baurat Hardegg in Stuttgart, 
dem Baurat Hochstetter, Straßenbauinspektor in Hall, dem 
Stadtbaurat Seible in Reutlingen, dem Professor Baurat Knoblauch 
ander Baugewerkschule, dem Vorstand des Bezirksbauamts Tübingen, 
Baurat Held, Holch, charakt. Baurat, Militärbauinspektor und 
Vorstand des Militärbauamts I Ludwigsburg; das Verdienstkreuz 
den techn. Oberbahnsekretären Steel), Strigel, Lösch, Fuoß 
bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, dem Oberamtsbau 
meister Farenkopf in Eßlingen; die Verdienstmedaille des Kron- 
ordens dem techn. Postsekretär Lust bei der Generaldirektion der 
Posten und Telegraphen, den Staatsstraßenmeistern Metz in Freuden 
stadt, Strobel in Ulm, dem Oberamtsbaumeister Weber in Tett- 
nang, den Bauamtswerkmeistern Blaser bei dem Bezirksbauamt 
Ravensburg, G ö s e r bei dem Bezirksbauamt Heilbronn. 
Titelverleihungen: der Titel und Rang eines Hofbaurats 
dem Hofbauinspektor a. D. Adolf Linck; der Titel eines Hofbau 
inspektors mit dem Rang auf der siebten Stufe der Rangordnung dem 
Hofbaukontrolleur (ersten Hofbauamtswerkmeister) Georg Hi 11 er; 
der Titel und Rang eines Oberbaurats dem Baurat Braun, techn. 
Mitglied der Regierung des Donaukreises, dem Baurat Ritter bei 
der Generaldirektion der Posten und Telegraphen; der Titel und 
Rang eines Baurats den Eisenbahnbauinspektoren Wagenmann bei 
dem bahnbautechn. Bureau der Generaldirektion der Staatseisen 
bahnen, Korherr, Vorstand des hochbauteohn. Bureaus der General 
direktion der Staatseisenbahnen, Mühlberger, Vorstand der 
Eisenbahnbausektion Stuttgart, Oskar Hartmann, Vorstand der 
Eisenbahnbausektion Cannstatt, Jori, Vorstand der Brückenbau 
abteilung des bahnbautechn. Bureaus der Generaldirektion der Staats 
eisenbahnen, dem Bezirksbauinspektor Bretsohneider in Calw, 
dem Prof. Sohanzenbach an der Baugewerkschule, dem Archi 
tekten Friedr. Bihl in Stuttgart, Teilhaber der Architektenfirma 
Bihl & Wolz; der Rang auf der sechsten Stufe der Rangordnung 
dem Prof. Schenk an der Baugewerkschule; der Titel und Rang 
eines Bauinspektors dem etatsmäßigen Regierungsbaumeister Weg- 
mann, Kollegialhilfsarbeiter bei der Ministerialabteilung für den 
Straßen- und Wasserbau; der Titel und Rang eines Eisenbahnbau- 
inspektors den Abteilungsingenieuren Waas, Vorstand der Eisen 
bahnbausektion Weikersheim, Zaiser, Vorstand der Eisenbahnbau 
sektion Böblingen, Nägele, Vorstand der Eisenbahnbausektion 
Ludwigsbarg, Fell, stellvertr. Vorstand der Eisenbahnbauinspektion 
Aalen, und dem Maschineningenieur Schopf,Vorstand der Maschinen 
inspektion Heilbronn ; der Titel und Rang eines techn. Oberbahn 
sekretärs den techn. Eisenbabnsekretären Ullrich bei der Eiseu- 
bahnbauinspektion Ulm, Kimmich bei der Eisenbahnbauinspektion 
Heilbronn und Mühleisen bei der Eisenbahnbauinspektion Stutt 
gart ; der Titel und Rang eines Oberbahnmeisters den Bahnmeistern 
Bayrle in Neckarsulm, Ernst Müller, Verwalter der Dienstgebäude 
in Ulm, Seifert in Jagstfeld und Haußmann in Reutlingen; der 
Titel eines Hoflieferanten den Ingenieuren Franz und Joseph Stumpf 
sowie dem Regierungsbauführer Hermann Henriohsen, Teilhaber 
der Firma F. J. Stumpf & Co., Fabrik für Pumpwerke, Gas- und 
Wasserleitungseinrichtungen, sämtlich in Stuttgart. 
Baden. Ernannt: der Ingenieurpraktikant J. Beck zum 
Regierungsbaumeister. 
Briefkasten 
Antwort auf die Anfrage S. H. Sie können zur Reinigung der 
fraglichen schottischen Abflußleitung keine säurehaltigen Wasser 
verwenden, weil durch diese die Leitung in kurzer Zeit durch 
gefressen und zerstört würde, loh empfehle Ihnen die Verwendung 
von Kalilauge (Pottasche) oder Natronlauge (Soda), in warmem 
Wasser gelöst und warm in die Leitung eingebracht. Diese Laugen 
werden hergestellt, indem man entweder Lösungen von Pottasche 
resp. Soda mit gebranntem Kalk behandelt oder Aetzkali (kaustische 
Pottasche) resp. Aetznatron (kaustische Soda) in Wasser löst. Von 
Vorteil für die gänzliche Beseitigung des Fettansatzes in den Röhren 
ist, daß Sie in der Leitung einen Verschluß anbringen und soviel 
Lösung von Lauge und Wasser einbringen, bis die Leitung voll 
steht. Lassen Sie die Laugenlösung nur durchlaufen, so wird nur 
ein Teil des Fettansatzes entfernt, da bekanntlich die Leitungen 
selten gefüllt sind. Das Fett setzt sich gerade da an den Röhren 
an, wo das Abflußwasser mit der Luft in Berührung kommt, und 
zwar meistenteils durch Temperaturwechsel. Zur Beseitigung des 
Uebelstandes rate ich Ihnen den Einbau von Fettfängen in die 
Leitung, wie sie Ihnen jede Firma für Kanalartikel liefert. N. in W. 
Antwort. Auf die Anfrage H. erlauben wir uns als Fachleute 
zu erwidern, daß die als sog. fugenlose Asbestfußboden im Handel 
befindlichen Steinholzfußboden sich als Tanzbodenbelag in der 
Praxis bewährt haben. Der Unterschied dieses Asbestfußbodens 
gegenüber dem gewöhnlichen Steinholz besteht darin, daß neben 
dem Bindemittel Magnesit und Chlormagnesium als wichtigstes 
Beimischmaterial eine Asbestfaser verwendet wird, die einen hohen 
Grad Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzung besitzt. Zur Unter 
haltung ist aber unbedingt notwendig, daß diese Fußboden genau 
wie Parkettboden behandelt werden. Wir selbst haben schon ver 
schiedentlich Tanzsäle mit unserm Fußboden belegt und können 
auf Wunsch Referenzen aufweisen. 
Daucher & Manz, Stuttgart. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutschcVerlags-Anstalt in Stuttgart.
        

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