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BAUZEITUNG
Nr. 38
einen herrlichen Waldfußweg. Daß die Stätte der Toten
durch landschaftlichen Schmuck einen lieblichen Charakter
erhalten kann, zeigt uns Abb. 5, die einen Teil des Hamburger
Friedhofes darstellt. Wir sehen den Abfluß eines
Entwässerungsteichs, auf dem Seerosen schwimmen, während
die Ufer mit Azaleen und Buschwerk aller Art bepflanzt
sind. Eine wundervolle Partie, die in keiner Weise an
einen Begräbnisort gemahnt, ist der in Abb. 6 dargestellte
Hauptweg mit Koniferen im Hamburger Friedhof, hinter
denen sich Familiengräber befinden. Aehnliche Wege
Anden sich auf den Bremer und Kieler Friedhöfen.
Abb. 7 eröffnet einen Blick in den Hamburger Urnenhain
(Birkenhain), links ist ein Grabstein mit Urne sichtbar.
Aus den vorstehenden Bildern gewinnt man den
Unterbauarbeiten für die neuen viergleisigen Bahnstrecken
Stuttgart—Feuerbach, mit dem zweiten Pragtunnel, Stuttgart—Böblingen,
zweigleisig, die Güterbahn Stuttgart
Hauptbahnhof—Nordbahnhof, ferner für den Abstellhahnhof
des Hauptpersonenbahnhofs, der in die Gabelung
der Bahnlinien Richtung Beuerbach und Cannstatt zu
liegen kommt, gehen der baldigen Vollendung entgegen;
der neue Pragtunnel soll im Monat August in Betrieb
genommen werden. Die Gas- und Wasserleitungen sowie
die Kanalanlagen unter der neuen Ludwigshurger
Straße vom Königstor bis zur Wolframstraße sind ausgeführt.
Die Herstellung dieser neuen Straßenstrecke
ist weit vorgeschritten, die Pflasterung ist zum Teil hergestellt.
Mit der provisorischen Unterführung der Wolfram-Abb.
4. Aeltere Reihengräber auf dem Hamburger Friedhof
Eindruck, daß der Ruheplatz der Toten zu einer anmutenden
Stätte des Friedens gestaltet werden kann,
über welche die Natur ihren vollen, unversieglichen Reiz
ausgießt. Daß man solche Stätte nicht meidet, sondern
immer gern aufsucht, um dort innere Sammlung und
ruhigen Frieden zu finden, bedarf keiner weiteren Ausführung.
Es wäre ein hoher Gewinn für Stuttgart, wenn
es gelänge, einen solch idealen Friedhol zu schaffen, a.
Umbau des Hauptbahn!mfs Stuttgart und
die damit zusammenhängenden weiteren
Bauten
Ueber den Stand dieser Arbeiten bringt der „Staats-Anz.“
nähere Mitteilungen, denen wir nachstehend das
Wesentlichste entnehmen: Die Ausführung des ersten
Bauteils für den Bahnhofumbau Stuttgart, umfassend die
straße unter der Haupt- und Verbindungsbahn Richtung
Cannstatt und mit der Herstellung der Abschlußmauer
für den oberen Schloßgarten ist begonnen. Der Abbruch
der Gebäude, die auf den in das Bahnhoferweiterungsgebiet
fallenden Grundstücken stehen, ist im Gang.
Für das an der Kriegsberg- und der Bahnhofstraße zu
errichtende Generaldirektionsgebäude ist die endgültige
Projekthearbeitung im Gang; mit dem Bau wird im
Frühjahr 1911 begonnen. Die Projekte für die Bahnhofhochbauten
(Empfangsgebäude, Güterschuppen) sind in
Arbeit. Das Bauprogramm für das neue Empfangsgebäude
an der Schillerstraße ist fertiggestellt, so daß
der für die Gewinnung der Pläne in Aussicht genommene
öffentliche Wettbewerb demnächst eingeleitet werden kann.
Die Grunderwerbungen für den Umbau und die Erweiterung
des Bahnhofs Cannstatt und für den viergleisigen
Aushau der Strecke Stuttgart — Untertürkheim
sind so weit vollzogen, daß der Baufortgang nicht