Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1910)

k-Markthalle

  Stuttgart.  III.  Preis
Architekten  Regierungsbaumeister  (I.  Stahl  und  A.  Bossert-Stuttgart

Kennwort  „Eisenbeton“

VII.  Jahrgang

BAUZEITUNG

Nummer  46

Stuttgart,  12.  November  1910

Inhalt:  Wettbewerb  Markthalle  Stuttgart.  —  Bestimmung  der  Hochwassermenge  eines  Baches.  —  Elfter  Tag  für  Denkmalpflege.  —
Vereinsmitteilungen.  —  Wettbewerbe.  —  Kleine  Mitteilungen.  —  Personalien.  —  Bücher.  —  Briefkasten.  —  Zur  gefl.  Beachtung  für
die  Yerlagsabonnenten!

Wettbewerb  Markthalle  Stuttgart

(Schluß)
In  der  vorigen  Nummer  haben  wir  das  Urteil  des
Preisgerichts  über  die  Entwürfe  „Form  und  Farbe“  und
„Nordwestshed“  veröffentlicht,  heute  lassen  wir  dasjenige
über  die  Entwürfe  „Eisenbeton“,  „Stadtbild“  und  „Bärengäßle“
  folgen.  Es  lautet:
Zu  Nr.  29,  Kennwort  „Eisenbeton“:  Klarer,  symmetrischer ­
  Grundriß.  Das  Gebäude  steht  selbständig,
ohne  in  gewissem  Sinn  die  Verbindung  mit  den  umliegenden ­
  Gebäuden,  insbesondere  dem  „König  von  England“, ­
  zu  verlieren.  Von  Nachteil  ist,  daß  die  Halle,
die  nach  dem  Dorotheenplatz  frei  ist,  von  dort  keine
Zufahrt  hat.  Die  Anordnung  der  Läden  nach  den
Straßen  und  nach  dem  Innern  ist  gut,  nur  sind  zwischen
diesen  Läden  zu  viele  und  zu  schmale  Eingänge  zur
Halle  vorgesehen.  Die  Architektur,  bei  welcher  die  Halle
gut  zum  Ausdruck  kommt,  ist  im  Aeußern  und  Innern
maßvoll  und  ruhig.
Zu  Nr.  45,  Kennwort  „Stadtbild“:  Der  Grundriß  ist
übersichtlich,  die  Laubengänge  sind  jedoch  zu  schmal,

auch  sind  die  Zugänge  zur  Halle  knapp.  Die  Treppen
zu  den  Kanzleien  dürften  mehr  in  die  Erscheinung  treten.
Vom  Dorotheenplatz  aus  fehlt  eine  Zufahrt.  Die  Halle
ist  ganz  eingebaut,  wodurch  die  direkte  Lüftung  der
Flurgänge  zu  den  Kanzleien  nach  außen  verhindert  ist.
Während  danach  die  Grundrißanlage  wenig  befriedigend
ist,  ist  doch  der  Hallencharakter  der  Anlage,  der  sich
auch  in  die  Umgebung  gut  einfügt,  anzuerkennen.
Zu  Nr.  5,  Kennwort  „Bärengäßle“:  Die  Vorzüge  dieses
Entwurfs  liegen  in  der  günstigen  Aufteilung  des  Bauplatzes, ­
  die  darin  besteht,  daß  die  heutige  gute  Platzwirkung ­
  in  bezug  auf  den  „König  von  England“  und
das  Alte  Schloß  in  der  Hauptsache  erhalten  geblieben
ist.  Zu  wünschen  wäre  übrigens  bei  diesem  Plan,  daß
die  beiden  Hallen  in  ihrer  Ausdehnung  derart  gestaltet
würden,  daß  die  eine  davon  wesentlich  dominieren
würde.  Im  übrigen  leidet  der  Plan  an  einer  gewissen
Unübersichtlichkeit;  das  Aeußere  entbehrt  reifer  Durcharbeitung. ­

            
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