Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1913)

268

BAUZEITUNG

Nr.  34

raum  fehlt.  Im  Sitzungssaal  müßte  der  Pfeiler  durch  ein
Fenster  geöffnet  werden.  Die  Einteilung  ist  zweckmäßig,
besonders  erscheint  die  Lage  der  Zimmer  gegen  den  Garten ­
  als  besonders  gelungen.  Die  architektonische  Erscheinung ­
  des  Hauses  ist  durchaus  befriedigend,  umsomehr
als  der  Charakter  eines  Bankgebäudes  für  eine  kleine  Stadt
gut  getroffen  ist.  Mit  Rücksicht  auf  die  künstlerischen
Qualitäten  des  Entwurfes  wird  derselbe  zur  Auszeichnung
in  Vorschlag  gebracht.
Wegordnung
Die  württembergische  Staatsverwaltung  unterhält  nach
dem  neuesten  Verwaltungsbericht  zirka  2750  km  Straßen

anspruchen.  In  Wirklichkeit  sind  aber  im  Bezirk  Stuttgart ­
  nur  33,63  km  Staatsstraßen  vorhanden.  Die  Bedeutung ­
  und  die  Verteilung  der  Straßen  richtet  sich  nach
den  Verkehrszentren.  In  den  einzelnen  Oberamtsbezirken
bilden  hauptsächlich  die  Oberamtsstädte,  größere  Industriegemeinden ­
  und  Bahnstationen  die  Verkehrszentren.
Größere  Frachten  werden  heutzutage  nur  noch  auf  verhältnismäßig ­
  kürzeren  Wegstrecken  befördert.  Sobald
größere  Entfernungen  für  Frachten  in  Frage  kommen  wird
die  Eisenbahn  benützt.  Durchgehende  Landesstraßen  sind
heute  hauptsächlich  für  den  Autoverkehr  nötig.
Wenn  jedoch  im  ganzen  Lande  die  wichtigeren  Bezirksstraßen ­
  in  einen  Zustand  gebracht  werden,  welcher
demjenigen  der  heutigen  Staatsstraßen  möglichst  nahe

des  Landes.  Der  Aufwand  hiefür  beträgt  einschließlich
Verwaltung  zirka  3  Millionen.  Es  kommt  somit  auf  1  km
ein  Aufwand  von  rund  1100  M.  Die  Verteilung  der
Staatsstraßen  auf  das  Land  ist  eine  sehr  verschiedenartige ­
  und  hat  ihre  Begründung  mehr  in  der  Geschichte
der  Straßenentwicklung  als  in  rechtlichen  oder  praktischen
Gründen.  Nach  der  Statistik  kommen  auf  100  qkm  im
Landesmittel  16,2  km  Staatsstraßen,  auf  10000  Einwohner
13  km.  Für  eine  bessere  gerechtere  Verteilung  der  Staatsstraßen ­
  auf  das  Land  kann  aber  weder  die  Fläche  noch
die  Einwohnerzahl  einen  richtigen  Maßstab  bilden.  Wenn
das  Landesmittel  z.  B.  zu  Grunde  gelegt  würde,  so  hätte
Stuttgart  nach  dem  Flächengehalt  nur  9,39  km  Staatsstraßen, ­
  nach  der  Einwohnerzahl  aber  273,6  km  zu  bekommt, ­

  dann  wird  der  Begriff  Staatsstraße  mehr  und
mehr  verschwinden.  Der  ideale  Zustand  ist,  daß  das
anze  Land  durch  ein  engmaschiges  Netz  von  guten
traßen  überzogen  wird.
Es  kann  „schätzungsweise“  angenommen  werden,  daß
auf  100  qkm  in  Württemberg  zirka  70  km  Gemeinde-,
Bezirks-  und  Staatsstraßen  entfallen.  Bei  einem  Gesamtflächeninhalt ­
  des  Landes  von  19512  qkm  erhält  man  hiernach ­
  eine  gesamte  Straßenlänge  von  zirka  13650  km.
Nach  Abzug  der  seitherigen  Staatsstraßen  mit  einer  Länge
von  2750  km,  bleiben  für  Gemeinde-  und  Bezirksstraßen
zirka  10900  km.  Von  diesen  10900  km  können  zirka
5450  km  als  Gemeindestraßen  und  zirka  5450  km  als
Bezirksstraßen  in  Zukunft  in  Frage  kommen.

Verfasser:
Architekten
WilhelmWalz
und
Ludwig  Rest-Stuttgart


3.  Preis
Kennwort:
„Schmuckhof“ ­

            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.