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BAUZEITUNG
Nr. 9
wesentliche Debatte. Der Mitgliederbeitrag für 1913
wurde auf 9,00 Mk., bezw. 4,00 Mk. ohne Bezug der
Zeitschrift, festgesetzt. Ueber den Stand der Besoldungsvorlage
gab der Vorsitzende eine umfassende Erläuterung,
an die sich eine lebhafte Verhandlung anschloß, ebenso
an das Kapitel Aspirantenfrage. Man merkte sofort, wie
hier der Pfahl im Fleische sitzt. Allgemein wurde es
bedauert, daß bei den höchsten Anforderungen an die
Vorbildung und die dienstlichen Leistungen, wie diese
an die mittleren Baubeamten gestellt werden, die Großh.
Regierung noch nicht zu einer gleichen Bemessung der
Gehalte mit den übrigen mittleren Beamten gekommen
ist. Obwohl die mittleren Baubeamten infolge einer 2 */»
Jahre längeren Vorbereitungszeit um eine Aufrückungsstufe
in der Anstellung zurück kommen müssen, obwohl
sie in Anfangs- und Endgehalt den Durchgangsstellen
der anderen Kategorie gleichgestellt sind, sollen sie das
Höchstgehalt 6 Jahre später erreichen als die anderen
mittleren Beamten, womit noch die weitere Härte einhergeht,
daß ein Aufrücken in Vollstellen in annähernd
gleichem Maße wie bei den andern für sie zur Zeit noch
ausgeschlossen ist. Der technische Beamte bleibt somit
auf dem Assistentengehalt stehen und dient darum noch
6 Jahre länger, während welcher Zeit der mittlere Beamte
des Finanz-, Justiz- und Verwaltungsfachs den um 700 Mk.
höheren Höchstgehalt der Vollstelle erreicht haben kann.
Auch die Sonderbehandlung der Bauaspiranten zeigt
ähnliche grelle Schlaglichter. Die Aufnahme derselben
in die Privatbeamtenversicherung bedeutet für sie eine
Ausnahmestellung, die mit einer bei dem vorgeschrittenen
Lebensalter der Betroffenen verhältnismäßig sehr geringen
Bezahlung dem wirtschaftlichen Ruin entgegenführen muß.
17 Bauaspiranten haben z. Zt. mehr als 10 und bis 15
Verwendungsjahre im Staatsdienst hinter sich, sind 33
bis 47 Jahre alt und beziehen ein Gehalt von 2150 Mk.
Die Bauaspiranten stellen die einzige Klasse der staatlichen
Stellenanwärter dar, die der Privatbeamtenversicherung
unterliegen, obwohl bei diesen die Verhältniszahl
der Anwärter zu den definitiven Stellen nicht ungünstiger
ist als bei anderen Beamtenklassen.
Mit Rücksicht auf die Ausnahmestellung, wie sie noch
immer den mittleren Baubeamten zugewiesen wird, wurde
der Vorstand beauftragt, mit allen Mitteln dahin zu wirken,
daß der Grundsatz: „Gleiches Recht für Alle“ auch
auf die technischen Beamten Anwendung findet.
In den Vorstand wurden neu gewählt die Herren
Rud. Schmitt-Mainz und Burkhardt-Worms und damit
der Vorstand wieder auf den richtigen Etat gebracht.
Die Schriftleitung.
Wettbewerbe
Bebauungsplan Andernach Ein Ideenwettbewerb
über die Umgestaltung und Bebauung des Rheinvorgeländes
in Andernach wird zum 1. August für Bewerber
ausgeschrieben, die am Tage des Ausschreibens des Wettbewerbes
bis zum Tage der Einlieferung der Entwürfe
ihren Wohnsitz in der Rheinprovinz, im Regierungsbezirk
Wiesbaden oder im Großherzogtum Hessen haben. Es
gelangen drei Preise von 1500, 1000 und 500 M. zur
Verteilung; das Preisgericht ist berechtigt, zwei nicht
preisgekrönte Entwürfe zur Auszeichnung mit Anerkennungspreisen
von je 300 M. der Stadtgemeinde Andernach
zu empfehlen. Im Preisgericht befinden sich Regierungsbaumeister
a. D. E. Fabricius und K. Baurat Heimann-Köln,
Professor Friedr. Pützer-Darmstadt, Konservator Professor
Dr. Renard-Bonn, Geheimer Baurat Thielen-Koblenz und
Stadtbaumeister Stein-Andernach. Es ist beabsichtigt, den
Verfasser der an erster Stelle ausgezeichneten Arbeit zur
Bearbeitung der öffentlichen Anlage und öffentlichen
Bauten, die im Bereich des Wettbewerbsprogrammes
liegen, heranzuziehen.
Kleine Mitteilungen
Friedrichshafen. Der König hat genehmigt, daß
Hafenbaumeister Herter in seiner Eigenschaft als Werkmeister
des K. Hofbauamtes die Amtsbezeichnung „Schloßwerkmeister“
führt.
Dortmund. Die Stadtverordneten genehmigten einen
Vertrag mit der „Gartenstadt Dortmund G. m. b. H.“
wegen Ueberlassung eines 56 Morgen großen Geländes
zur Anlage einer Gartenstadt. Professor Metzendorf-Darmstadt
hat den Plan ausgearbeitet. Die 204 Bauplätze
sind 3 bis 9 Ar groß und kosten 400 bis 800 M. das Ar.
Die Stadt wird in Fällen, wo es verlangt wird, die Besitzungen
bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten beleihen.
Auch Staatsmittel stehen für die Anlage in Aussicht.
Personalien
Württemberg. Verliehen; das Ehrenkreuz des Ordens
der Württ. Krone Oberbaurat Wundt bei der Generaldirektion
der Staatseisenbahnen, Dr. Koch, ordentlicher Professor an
der Technischen Hochschule, das Ritterkreuz desselben Ordens
Oberbaurat Ritter bei der Generaldirektion der Posten und
Telegraphen, Baurat Scherff, Vorstand der Eisenbahn Werkstätteninspektion
Cannstatt, Oberbaurat Gugenhan bei der
Ministerialabteilung für Straßen- und Wasserbau, Dr. Harnack
ordentlicher Professor an der; Technischen Hochschule, das Ritterkreuz
I. Kl. des Friedrichsordens ßaurat Hoffacker bei dem bahnbautechnischen
Bureau der Generaldirektion der Staatseisenbahnen,
Bauinspektor Hauser Vorstand des bautechnischen Bureaus der
Generaldirektion der Posten und Telegraphen, Baurat Kübler
Vorstand der Straßenbauinspektion Ludwigsburg, Hänel Professor
der Mathematik an der Baugewerkschule in Stuttgart, Baurat Beyhl
bei der Forstdirektion, Bezirksbauinspektor titl. Baurat Schmohl
in Biberach, Fürstl. Baurat Dittus in Kißlegg, Braunbek Militärintendantur-
and Baurat bei der Intendantur des Armeekorps, das
Ritterkreuz II. Kl. desselben Ordens Städtisch. Bezirksbaumeister
Burkhardt in Stuttgart, das Verdienstkreuz Oberamtsbaumeister
Kimmich in Sulz, die Verdienstmedaille des Kronordens den
Bauamtswerkmeistern Bai er bei der Domänendirektion, Maier
bei dem Bezirksbauamt Stuttgart, die silberne Verdienstmedaille
Bahnmeister Hauser in Tuttlingen. Ferner wurde verliehen: der
Rang auf der fünften Stufe der Rangordnung den ord. Professoren
der Technischen Hochschule Schwend, Thomann, Dr. Sauer»
Widmaier, der Rang auf der sechsten Stufe dem außerord.Professor
Herrmann der Technischen Hochschule, der Titel eines Professors
Architekt Mayer Hilfslehrer an der Baugewerkschule Stuttgart;
der Titel und Rang eines Baurats Mayer Eisenbahnbauinspektor
bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, Bose
Eisenbahntelegraphenbauinspektor Vorstand der Eisenbahntelegrapheninspektion
Cannstatt, Straßenbauinspektor Dieterich in
Gmünd, Bezirksbauinspektor Fröhner in Ellwangen, Bauinspektor
Bayer beim Bezirksbauamt Stuttgart; der Titel und Rang eines
Bauinspektors Regierungsbaumeister Kälber bei der Kulturinspektion
für den Schwarzwaldkreis, Regierungsbaumeister Hauser bei
der Ministerialabteilung für das Hochbauwesen, etatsmäß. Regierungsbaumeister
Rimmeie bei der Domänendirektion; der Titel
eines Oberinspektors Inspektor Franz beim Bauamt als Staatstechniker
für das öffentl. Wasserversorgungswesen; der Rang und
Titel eines Oberbahnmeisters den Bahnmeistern Dürrenberger
in Geislingen (II) und Waibel in Süßen; der Titel eines Sekretärs
Bauführer Thum bei der Eisenbahnbausektion Feuerbach; der Titel
eines Hoflieferanten Aug. Steinbach, Inhaber eines Ofen- und
HerdgeschäftsStutgart, Bauwerkmeister Karl Kuhnle Geschäftsführer
der Heilbronner Sandsteinwerke; der Titel eines Hofwerkmeisters
Werkmeister Holzinger, Inhaber dei Firma Hermann Vischer, Baugeschäft
Stuttgart, Werkmeister Freudigmann in Friedrichshafen.
Ernannt; der Regierungsbaumeister Gauger zum Abteilungsingenieur
bei der Eisenbahnbausektion Ludwigsburg. Versetzt; der
Bahnmeister Ergenzinger in Langenau nach Ulm seinem Ansuchen
entsprechend.
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel
in Stuttgart. Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.