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BAUZEITUNG
Nr. 18
tigkeit des körnigen Aussehens der Fläche in beliebigem
Grade hervorbringen. Von Führung und Verteilung der
Bossierhammerarbeit hängt es also ab, ob eine Beton
fläche in dichtem feinem Korn oder in nur verstreutem
gröberem Korn zustande kommt.
Mit diesem Bossieren wird die grundlegende Vorbe
reitung für das daraus voll zu entwickelnde Flächenkorn
geschaffen. Nach der Bossierarbeit wird die Fassade so
fort mit Wasser und Stahldrahtbürste sehr energisch be
handelt. Der Vorgang ist jetzt ein Ausbürsten an den
bossierten Stellen, so daß dort jedesmal der Betonzuschlag
Zusatz von Salzsäure mitverwendet. Jedoch muß dann
nachher für reichliches Abspülen mit Warmwasser gesorgt
werden.
Wenn nun die für die Betonmauer verwendete Her
stellungsmasse aus einem für das Körnigmachen unge
eigneten Zuschlagmaterial besteht, so braucht die Fassade
deswegen doch nicht auf körnige Schmuckbehandlung zu
verzichten. Es wird hier auf die Hauptbetonmasse, und
zwar sofort auf diesen frischen Unterbeton, eine beson
dere, etwa 10 cm starke Deckschicht aufgetragen, deren
Zuschlagstoff etwa erbsengroßes Korn hat. Auf diese
Abb. 5 (Projekt IV)
bloßgelegt wird. Das ergibt dann zum Schluß für die
Betonfassade in ihrer Gesamtheit einen Dekor, der durch
unverhohlene Materialgemäßheit und kraftvolle Urwüch
sigkeit in jedem Falle überrascht und erfreut.
Hiernach ist ohne weiteres klar, daß die für das Kör
nigmachen bestimmte Betonfläche bereits bei nur wenig
erst vorgeschrittenem Erhärten ausgeschalt und dann so
fort bearbeitet werden muß. Sonst ist sie für die beim
Körnigmachen anzuwendende Technik nicht hinreichend
aufnahmefähig. Mitunter kommt es wohl vor, daß die
Fläche dann doch während der Bossierarbeit zu sehr
weiter erhärtet, und dann mit den einfachen Mitteln Wasser
und Bürste nicht mehr genug reinkörnig gemacht werden
kann. In solchem Falle wird statt des reinen Wassers ein
Vorsatzschicht erstreckt sich dann das Körnigmachen.
Nach der Art des Bauwerks, seiner Bestimmung und
seinem Charakter, wird es sich stets im allgemeinen ent
scheiden, ob man für das Körnigmachen, soweit es auf
die Bossierarbeit zurückgeht, dichte feine oder weniger
dichte grobe Nüancen wählt. Im wesentlichen gibt hier
für ja das subjektive Architekturempfinden den Ausschlag.
Das Nächstliegende wird hier aber doch wohl stets sein,
daß man feineres dichteres Flächenkorn für die kleineren
intimeren Baulichkeiten oder Bauteile bevorzugt, dagegen
die gröbere Körnung auf Bauteile wuchtigeren Charakters
und bei monumental gestimmten Bauausführungen, z. B.
großen Brückenbauten oder dergl., anwendet.