Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085,4-11,1914
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1914/19/
10. Januar 1914 
BAUZEITUNG 
Staubbekämpfung mit Chlor 
magnesiumlauge 
' Lehrerseminar Bensheim 
Verbindungshalle zwischen Direktorwohnung und Lehrgebäude 
Das Tiefbauamt Karlsruhe hat uns über seine Ver 
suche mit Chlormagnesiumlauge folgenden Bericht zur 
Verfügung gestellt: 
Die Stadtgemeinde Karlsruhe verwendet seit zwei Jah 
ren zur Staubbekämpfung auf chaussierten Straßen Chlor 
magnesiumlauge — 33 bis 35 Grad Be —, welche zu glei 
chen Teilen mit Wasser vermischt und in den gewöhn 
lichen Straßensprengwagen vergossen wird. 
Die staubbindende Wirkung der Lauge hält im allge 
meinen 2—3 Wochen an. Von großem Einfluß ist dabei 
die Witterung. Durch leichtes Nachgießen mit Wasser, 
was bei heißem trockenen Wetter wegen der raschen Zer 
setzung der Chlormagnesiumlauge zur Notwendigkeit 
wird, kann die staubbindende Wirkung verlängert wer 
den. Sehr starker Regen wascht zwar die Lauge größten 
teils ab, doch ist immer noch eine staubbindende Wirkung 
vorhanden. 
möge, was in anderen Ausstellungen auch nicht anders 
wäre, so sei sie doch ein ernstes Unternehmen gewesen, 
das nach den preisgekrönten Plänen der Kläger ausgeführt 
wurde und rechte Erfolge gehabt habe. Mit einer Vogel 
wiese könne sie in keiner Hinsicht verglichen werden. Der 
ganze Artikel des Beklagten sei in einem höhnischen Tone 
gehalten, der Beklagte habe die ihm gezogenen Grenzen 
der Kritik erheblich überschritten. (Dieser Auffassung 
sind auch wir und wir sind ferner der Ansicht, daß ein 
Kritiker, der es nicht versteht, innerhalb gewisser For 
men zu bleiben, überhaupt nicht ernst zu nehmen ist. 
Die Redaktion.) 
keine Fachausbildung. — Gegen seine Verurteilung hatte 
Breuer Berufung eingelegt, sodaß sich jetzt die sechste 
Strafkammer des Leipziger Landgerichts mit der Ange 
legenheit zu beschäftigen hatte. In der Verhandlung be 
stritt der Angeklagte, daß er die Kläger habe beleidigen 
oder ihnen in ihrer persönlichen Ehre habe zu nahe treten 
wollen. Er sei auch gern bereit, eine dahingehende Er 
klärung abzugeben, wenn er mißverstanden sein sollte. 
Der Artikel habe sein künstlerisches Werturteil zum Aus 
drucke bringen sollen; gleichwohl spreche er den Begriff 
des Künstlerischen auch heute noch dem Kläger ab und 
er könne seine Meinung nicht ändern. Er mußte aller 
dings zugeben, daß er von den von den Klägern ausge 
führten Bauten nicht weiter kannte, wie diejenigen der 
Leipziger Baufachausstellung. Trotzdem war er der An 
sicht, daß es ihnen an jeder künstlerischen Qualität in 
seinem Sinne mangele, lieber die Leipziger Baufachaus 
stellung ist der Berliner Kunstsachverständige Breuer der 
Meinung, daß sie eine große Schlemmerei gewesen ist, sie 
sei gewissermaßen in ein Tingeltangel hineingebaut wor 
den. Für die Iba hätten die Leipziger Messe und die Dres 
dener Vogelwiese Pate gestanden, gegen die Dresdener 
Hygieneausstellung sei Leipzig ein Jena. Die gegen das 
schöffengerichtliche Urteil von Breuer eingelegte Beru 
fung hatte keinen Erfolg, die zweite Instanz bestätigte 
kostenpflichtig die Geldstrafe von 200 M. ln der Begrün 
dung wurde unter anderem gesagt, daß das erstinstanz 
liche Urteil sachlich voll begründet sei. Im Allgemeinen 
sei der Architekt ein Mann, der nicht nur praktisch Bau 
ten ausführe, sondern nach subjektivem Empfinden von __ 
künstlerischen Gesichtspunkten ausgehe; dieses Wollen 
könne den beiden Klägern nicht abgesprochen werden, 
auch von Gegnern nicht. Wenn die Leipziger Baufach 
ausstellung auch noch so viele Anhängsel gehabt haben 
Lehrerseminar Bensheim 
Haupteingang zur Uebungsschule
        

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