Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 27 
Maschinen 
fabrik 
Göbel- 
Feuerbach 
Architekten: 
R. Gebhardt 
B.D.A., 
K. Eberhard- 
Stuttgart 
einem Kranen bestrichen. Die linken und rechten Seiten 
der Halle sind zweigeschossig und mit Galerien versehen, 
auf welchen die Werkbänke untergebracht sind. Die 
überbaute Durchfahrt neben dem Wohnhaus gibt die Ver 
bindungsmöglichkeit zwischen ersterem und der Fabrik 
im ersten Stock. 
An das Wohnhaus (siehe Grundriß) schließt sich das 
kaufmännische und technische Büro an. Im Untergeschoß 
Maschinenfabi ik Göbel-Feuerbach Erdgeschoßgruud iß 
sind die Garderobe und Waschräume für die Arbeiter 
untergebracht, sowie eine Kantine. 
Die Ausführung erfolgte in Backsteinmauerwerk mit 
Verputz unter sparsamer Verwendung von Sandstein für 
einzelne/rchitekturglieder. Die Dachbedeckung ist beim 
Fabrikgebäude doppellagige Dachpappe, beim Wohnhaus 
wurden Biberschwänze verwendet und das Büro mit 
einem Holzzementdach versehen. 
Die Maschinenfabrik Eßlingen 
Mannigfach sind die Beziehungen, welche die Maschi 
nenfabrik Eßlingen zum Baugewerbe hat. Im Jahr 1846 
von Emil Keßler auf Veranlassung und unter Beihilfe der 
Kgl. Württ. Staatsregierung gegründet, fertigte sie an 
fangs hauptsächlich Eisenbahnmaterial für das In- und 
Ausland an, befaßte sich aber auch mit der Herstellung 
von Turbinen, Dampfmaschinen und Eisenkonstruktionen. 
Mit Erwerbung der Firma Gebrüder Decker & Co., Ma 
schinenfabrik in Cannstatt, wurden die beiden letzteren 
Geschäftszweige wesentlich erweitert; so gelangten im 
Jahr 1881 in Berlin der Bahnhof „Alexanderplatz“ 
und die Halle des „Schlesischen Bahnhofs" zur 
Ausführung. Im Jahr 1887 wurde die elektrotechnische 
Fabrik Cannstatt A.-G. angegliedert und im Zusammen 
hang damit seit 1892 eine Re he von Eßlingen aus errich 
teter Elektrizitätswerke des Landes in Betrieb genommen. 
Die letzte Vergrößerung im Jahr 1902 besteht in einer 
Vereinigung mit der Maschinenfabrik G. Kuhn, O. m. b. 
H. in Berg, von der u. a. der Bau von Straßenwalzen 
übernommen worden ist, so daß die Fabrik neben dem 
Eisenbahnbau nunmehr auch für den Straßenbau tätig 
ist. Außerdem ist im Jahr 1887 eine italienische Zweig 
niederlassung in Saronno gegründet worden, die sich 
hauptsächlich mit dem Bau von Lokomotiven befaßt. 
Die Maschinenfabrik Eßlingen, die nach dem Gesag 
ten einen der vielseitigsten Betriebe in Deutschland darstellt, 
gliedert sich im ganzen in fünf Abteilungen. Für den 
Hochbau kommen vor allem diejenigen Abteilungen in 
Betracht, welche sich mit Eisenkonstruktionen befassen. 
Neben eisernen Brücken und Eisenfachwerken, großen 
Hallenbindern u. dergl. werden auch Hebezeuge angefer 
tigt, von denen hier namentlich die Baukrane zu erwähnen 
sind. Weitere Beziehungen der Fabrik zum Baugewerbe
	        

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