Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085,4-11,1914
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1914/220/
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BAUZEITUNG 
Nr. 27 
wie zu dem Anschlußgeleis verläuft und die ganze Anlage 
in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt. Der 
Haupteingang befindet sich im Süden, unmittelbar am 
Neckar gelegen. Von dort aus führt eine Hauptstraße in 
annähernd nördlicher Richtung durch das Gelände, so 
daß durch diese Straße und die Schiebebühne die ganze 
Anlage in vier Abschnitte zerlegt wird. Am Hauptein 
gang erhebt sich das Pförtnerhaus und dahinter das Ver 
waltungsgebäude. Das letztere ist ein großer, massiver, 
von einem Turm überragter Bau, der in vier Geschossen 
die sämtlichen Zweige der Verwaltung aufnimmt. Die 
Architektur stammt von Oberbaurat Weigle u. Söhne und 
das Ganze macht, namentlich vom Neckar aus gesehen, 
einen der Größe des Werkes würdigen Eindruck. Links da 
neben steht die Speisehalle, in der die Angestellten der Fabrik 
zu billigem Preis einen warmen Mittags- und Abendtisch 
erhalten; die großen darin untergebrachten Säle dienen 
zugleich zum Abhalten von Ausstellungen und Versamm 
lungen. Dahinter befinden sich die Werkstätten für das 
Eisenbahnsicherungswesen. Natürlich ist die Bauart der 
einzelnen Gebäude je nach ihrem Zweck verschieden. Im 
allgemeinen sind die Werkstätten in Eisenkonstruktion 
ausgeführt und zwar teils mit massiven, teils mit Eisen 
fachwerkwänden. Als Bedeckung dienen flache Bims 
betondecken mit Eiseneinlagen und dreifachem Asphalt- 
klebedach. Als gutes Beispiel, in welcher Weise der 
Eisenfachwerkbau durchaus hübsch gestaltet werden kann, 
ist die Brückenbauwerkstätte zu erwähnen. ln ihr 
sind die sämtlichen Eisenkonstruktionen des Werks, ins 
besondere auch die großen Hallenbinder, fertiggestellt 
worden. Zur Zeit ist gerade diese Werkstätte sehr reich 
mit Aufträgen versehen, so sind in den letzten Monaten 
eine große Anzahl Masten für die Oberschwäbischen 
Elektrizitätswerke, ferner die Mittelpfeiler der neuen 
Königstraßen-Unterführung in Cannstatt, sowie eine 
Schützenwehr für die Stadt Tuttlingen dort ausgeführt 
worden. 
In demselben Abschnitt des Fabrikgeländes befinden 
sich noch die Kesselschmiede, die Schmiede, die Kranmon 
tierungswerkstatt, das Hauptlager sowie das Kraftwerk I 
mit Maschinen- und Kesselhaus. Gegenüber, auf der 
rndern Seite der Hauptstraße, liegt die große mechanische 
Werkstätte mit einer überbauten Grundfläche von 15 000 
Quadratmeter und einer Mittelhalle von 12 m Spannweite, 
die von einem Laufkran mit 20 Tonnen Tragkraft bestri 
chen wird. Nördlich dieser Werkstätte befindet sich die 
Lager- und Versandhalle, südlich davon, d. h. zwischen 
Werkstätte und Verwaltungsgebäude, ist noch ein größe 
rer Platz frei gelassen für die spätere Verlegung der zur 
Zeit noch in Cannstatt befindlichen elektrotechnischen 
Abteilung. 
Jenseits der Schiebebühne gegen Nordwesten liegen 
die Werkstätten für den Wagenbau mit Untergestellschlos 
serei, Sägewerk, Holzschuppen und Lagerplätzen. Außer 
dem ist hier das Kraftwerk II untergebracht, in dem die 
Abfälle dieser Werkstätten unmittelbar verfeuert werden 
und das durch ein elektrisches Kabel mit dem Kraftwerk I 
verbunden ist. In der nordöstlichen Abteilung befinden 
sich die Gießereianlagen. Neben dem gewaltigen Haupt 
gebäude, das 11 400 qm Bodenfläche bedeckt, finden sich 
noch kleinere Werkstätten, die der Modellherstellung die 
nen. Die Haupthalle der Gießerei hat eine Spannweite 
von 22 u. eine Höhe v. 14 m. Eine weitere Abb. zeigt das ge 
waltige Eisentragwerk der Halle während der Montierung 
im Jahr 1912. Der Raum ist mit 2 Laufkranen von je 
25 t Tragkraft und 2 fahrbaren Wanddrehkranen von je 
5 t Tragkraft ausgerüstet; an ihn schließt sich das Ofen 
haus mit 6 Kupolöfen und dem Gichtboden an. 
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Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Eßlingen 
Grundrisse 
Architekten: Oberbaurat Weigle u. Söhne-Stuttgart
        

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