Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNO 
Nr. 28 
eine Zierde des Ganzen, wie man es nicht schöner wün 
schen könnte. 
Zudem hat die Stadt, als Erweiterung der Ratskeller 
wirtschaft, an dieselbe noch einen hübschen Saal anbauen 
lassen, der in ganz geeigneter Weise die Wirtschaft mit 
dem Garten verbindet. Auch dieser Saalbau ist von 
Friedr. Haußer entworfen und ausgeführt und paßt vor 
züglich in das Ganze. Ich schließe meinen Bericht mit 
dem Wunsche, daß sowohl die Stadtgemeinde, als auch 
die Aussteller einen bleibenden Gewinn von der Oewerbe- 
und Industrie-Ausstellung haben mögen. J. M. 
1. auf die Zugfestigkeit. In Tabelle I sind deshalb 
zusammengestellt: in Spalte 1 die Durchmesser D der 
untersuchten Eisen; in Spalte 2 die beobachteten Werte 
der Zugfestigkeit öi ; (wo mehrere Werte für ein Profil 
vorliegen, sind die Mittelwerte aus denselben eingesetzt 
und die in Klammern vorangesetzten Zahlen geben an, aus 
wieviel Einzelwerten das Mittel genommen ist); in Spalte 
3 die nach dem erwähnten Erlaß erforderlichen Zugfestig 
keitswerte 6 und in Spalte 4 die Differenz d der beiden 
und zwar in % der letzteren; der Ueberschuß der beob 
achteten gegenüber der erforderlichen ist als (+), der Fehl- 
Gewerbe- und Industrie-Ausstellung Ludwigsburg 
Beitrag zur Beurteilung der 
Eisenfestigkeit 
Von Bauinspektor W. Schnidtmann-Stuttgart 
Im April des vorigen Jahres hat der preußische Mini 
ster der öffentlichen Arbeiten an die ihm unterstellten Bau 
behörden einen Erlaß gerichtet, demzufolge die Eisen 
spannung bei Eisenbetonkonstruktionen unter gewissen 
Voraussetzungen von dem bisher üblichen Wert von 
1000 kg/cm 2 auf 1200 kg/cm 2 erhöht werden darf. In diesen 
Bedingungen ist gegen den Widerspruch der beteiligten 
Industrie die Forderung eines Nachweises über verschie 
dene Festigkeitseigenschaften des zu verwendenden Eisens 
enthalten. Da sich das Baupolizeiamt der Stadt Stuttgart 
dem oben erwähnten Vorgehen des preußischen Ministe 
riums angeschlossen hat und auf seine Veranlassung eine 
größere Anzahl Festigkeitsversuche nach dieser Richtung 
hin gemacht worden sind, dürfte es vielleicht für weitere 
Fachkreise von Interesse sein, die dabei gewonnenen Er 
gebnisse nachfolgend einer kurzen Betrachtung zu unter 
ziehen. Derselben liegen 37 Versuche zugrunde, welche 
von der Materialprüfungsanstalt der Kgl. Techn. Hoch 
schule Stuttgart mit Rundeisen, wie sie an sieben verschie 
denen hiesigen Baustellen entnommen wurden, ausgeführt 
wurden. Die genannten vier Qualitätsbedingungen er 
strecken sich : 
betrag als (—) bezeichnet. 
Tabelle I: 
D 
(mm) 
3i 
(kg/cm 2 ) 
6 
(kg/cm 2 ) 
* , 100 
0 = (Ol—O) — 
10 
(10) 4220 
4200 
+ 0,5 
12 
(4> 4211 
4160 
+ 1,2 
15 
{2) 4327 
4100 
+ 5,5 
16 
(3) 4095 
4080 
+ 0,4 
18 
'» 4047 
4040 
+ 0,2 
19 
w 4036 
4020 
+ 0,3 
20 
(6) 3948 
4000 
— 1,3 
22 
(1) 4209 
3960 
+ 6,3 
24 
(4) 4108 
3920 
+ 4,8 
26 
,2) 4036 
3880 
+ 4,0 
30 
(3) 3952 
3800 
+ 4,0 
2. auf die Sb eckgrenze. Dieselbe ist bei Eisenbeton 
konstruktionen bekanntlich deshalb von besonderer Be 
deutung, weil beim.Ueberschreiten derselben der Verbund 
zwischen Eisen und Beton in gefährlicher Weise gelockert 
wird. Nach dem Vorgänge von Prof. Dr. v. Bach (Zeit- 
schr. d. Ver. d. Ing. 1904) unterscheidet man in der Tech 
nik der Materialprüfung zwischen „oberer“ und „unterer“ 
Streckgrenze, wobei mit ersterer jene Belastung bezeichnet 
ist, bei welcher das Strecken (oder Fließen) beginnt und 
mit letzterer die Spannung, bis zu welcher nach eingetre-
	        

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