Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085,4-11,1914
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1914/32/
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BAUZEITUNG 
Nr. 3 
einzelnen Aussteller ist vom Generalkommissariat bereits 
erfolgt, da die rechtzeitig in Angriff genommenen Bauten 
schon unmittelbar vor ihrer Vollendung stehen. Wenn 
die Aussteller nun den in ihrem Interesse erlassenen An 
ordnungen des Oeneralkommissars folgen, für hervor 
ragende Qualität der Ausstellungsobjekte und deren früh 
zeitige Anlieferung sorgen, so ist die Gewähr dafür ge 
boten, daß die deutsche Abteilung in Malmö bei der Er 
öffnung fix und fertig ist und sich in hervorragender Weise 
präsentiert. 
Bücher 
Betonwerkstein und künstlerische Behandlung des Betons, 
herausgegeben von Regierungsbaumeister Dr.-Ing. Petry, Direktor 
des Deutschen Betonvereins 1913 ist ein Werk, das alle Beachtung 
verdient. Das Buch behandelt in eingehender Weise die Entwick 
lung von den ersten Anfängen der deutschen Kunststein-Industrie 
bis zur werksteinmäßigen Bearbeitung des Betons In der Ein 
leitung wird bemerkt, daß die Herstellung von Kunststeinen bis 
in die ältesten Zeiten verfolgt werden kann, während die Anfer 
tigung von Zementkunststeinen ein Kind der neueren Zeit ist. 
Der Betonwerkstein vereinigt alle Vorzüge in sich, die man 
dem Beton und Eisenbeton nachrühmt. Der richtig hergestellte 
Betonwerkstein ist weiter- und frostbeständig und vol kommen 
feuersicher. Die wachsende Erkenntnis der Vorzüge des Beton 
werksteins und die Vervollkommnung der Herstellung haben es 
mit sich gebracht, daß es heute wohl kein Baugebiet mehr gibt, 
wo sich Kunststeine nicht anwenden ließe. Die Entwicklung der 
Zementkunststein-Industrie wird sodann in ganz interessanten 
Beispielen dargestellt. Das vornehm ausgestattete Buch ist mit 
vortrefflichen Bildern versehen und gibt einen Ueberblick über die 
mannigfache Verwendung des Betonwerksteines. 
Gegen Ende der neunziger Jahre begann man die Betonwerk 
steine wie Natursteine zu bearbeiten. Dadurch wird erzielt, daß 
der Betonwerkstein vom Naturstein kaum mehr zu unterscheiden 
ist. Welch mannigfaltige Verwendung der Betonwerkstein für 
Kirchen,. Schulen, Wohn- und Geschäftshäuser, sowie für Treppen 
anlagen, Brunnen, Denkmäler und Figuren usw. findet, ist aus den 
verschiedenen Abbildungen ersichtlich. In neuester Zeit werden 
auch Eisenbetonmasten ausgeführt, die bezüglich der Konstruktion 
ganz interessant sind und in den mannigfachsten Formen herge 
stellt werden. Ein Beweis dafür, wie der Betonwerkstein auf 
allen Gebieten der Baukunst und Industrie sich einbürgert. Als 
Schlußkapitel des in jeder Beziehung empfehlenswerten Buches 
wird die künstlerische Behandlung der Sichtflächen von Beton 
end Eisenbetonbauten besprochen. Die hier gegebenen Winke 
sind gewiß für viele beachtenswert. 
Die umfangreiche, zielbewußte und außerordentlich anregende 
Arbeit, welche in dem Buch „Betonwerkstein“ niedergelegt 
ist, wird alle, die dieses Werk sich anschaffen — befriedigen. 
Es zeigt uns, auf welch hoher Stufe die deutsche Betonindustrie 
sich heute befindet; es ist aber auch zugleich ein Beweis dafür, 
daß der Betonwerkstein nicht als Surrogat des Natursteines an 
zusehen ist, sondern als ein wertvolles Baumaterial, das sich 
seinen Platz in der Technik erobert hat und ihn auch behaupten 
wird. J. M. 
Sprechsaal 
Antwort H. B. Auf die Anfrage in Nr. 1 werden wir darauf 
aufmerksam gemacht, daß Siderosthen-Lubrose einen vor 
züglich konservierenden Anstrich gewährleistet und daher für den 
besprochenen Fall mit in erster Linie in Frage kommt. 
V. W. In diesem Falle dürfte es das Richtigste sein bei der 
betreffenden Anstalt anzufragen. 
Antwort an W. Z. u. A. Nach Erkundigungen bei maß 
gebender Stelle dürfte daran gedacht werden, daß die Herausgabe 
der letzten Lieferung der Bauordnung nunmehr im Februar 
spätestens im März erfolgen kann. 
Antwort auf Anfrage R. Z. in Nr. 2. Auf die Anfrage betr. 
die Einführung von Wassermessern bei stark kalkhaltigem Wasser 
ist zu sagen, daß bei genügenden Druckverhältnissen und nor 
malem Wasserverbrauch fragt. Wasser auf die Meßgenauigkeit 
keinen Einfluß ausübt. Bei geringen Druckverhältnissen und ge 
ringem Verbrauch sind solchen Messern der Vorzug zu geben, 
bei welchen die meisten Räder, ebenso auch das Zählwerk sich 
nicht im Wasser befinden. Für solche Fälle können nach meinem 
Dafürhalten nur sog. Trockenläufer-Wassetmesser, womöglich 
ohne Stopfbüchse in Betracht kommen. Bei diesen Messern sind 
nur die beiden Antriebsräder im Wasserraum untergebracht, das 
ganze Zählwerk dagegen befindet sich in einem Trockenraum. 
Ein Verschlammen, Verkalken etc. ist daher ausgeschlossen. Fer 
ner haben Trockenläufer-Wassermesser ohne Stopfbüchse den 
weiteren Vorzug, daß das Flügelrad nicht aus Metall sondern aus 
Hartgummi und die Flügelradaxe aus Rein-Hartnickel hergestellt 
und deshalb sehr widerstandsfähig gegen alle Wasserbestandteile 
sind. Seit etwa 10 Jahren haben sich derartige Messer bewährt. 
Zu bemerken ist jedoch noch, daß die obligatorische Ein 
führung von Wassermessern aus verschiedenen Gesichtspunkten 
nicht empfohlen werden kann. E. W. 
Antwort zu R. Z. (Wassermesser). Wenn periodische Aus 
wechslung der Wassermesser in Zeitabschnitten von 5 Jahren, 
(die übliche Garantiezeit bei Neuanschaffung ist 5 jahre) besser 
3 oder 4 Jahre eingehalten wird, tritt erfahrungsmäßig ein nam 
haftes Fehlzeigen bei harten Wässern durch Inkrustation oder Ver 
schlammung nicht auf. Die zulässige Fehlergrenze von -f- oder 
— 2°/ 0 wird selten überschritten. Zu empfehlen sind: Naßläufer 
mit Hartgummiflügelrad, Nickelzählwerkplatten, Hauptwelle mit 
Hartgummispitzen. — r. 
Anfrage, ln altem Stadtteil von Sch. soll ein bereits vor 
Festsetzung der Baulinie vorhandenes Gebäude abgebrochen und 
auf demselben Grundstück nur in veränderter Lage ein Neubau 
errichtet werden. Von dem Grundstück fällt ein Teil in die Fläche 
der projektierten Straße. Gemäß O.-B.-St. hat jeder Grundeigen 
tümer für die Straßenfläche vor seinem Grundstück aufzukommen, 
d. h. vor dem Beginn des Neubaus das vorliegende Straßenge 
lände an die Stadt unentgeltlich abzutreten. Trifft das im vor 
liegenden Fall auch zu und auf die ganze Länge des Grundstücks 
oder nur auf die Länge des Neubaus einschl. des zugehörigen 
Gebäudeabstands? Wenn nicht, muß die Stadt das fragl. Straßen 
gelände vor Beginn der Straßenherstellung erwerben? Sch.M. 
Antwort. Wenn das alte Gebäude abgebrochen und daneben 
unter Einhaltung der Baulinie ein neues Gebäude erstellt wird, 
so finden auf dieses die Bestimmungen der §§ 7 und 8 der Orts 
bausatzung von Sch. Anwendung, d. h. der Bauende muß für die 
vor dem Baugrundstück liegende Straßenfläche und zwar bis zu 
den Enden der Baulinien des Grundstücks aufkommen. 
Uebrigens werden Fragen, ob und in welchem Umfange der 
einzelne Bauende zu den Straßenkosten herangezogen werden 
kann, nicht durch die Baupolizeibehörden, sondern durch die Ver 
waltungsgerichte entschieden. B. 
Anfrage. Es soll für ein Lokomobil ein Dampfkamin mit 
16-18 m Höhe aufgeführt werden. Wie ist bei dem Anlegen resp. 
Aufmauern zu verfahren, um die entsprechende Wiederstands 
fähigkeit zu erreichen, wenn die Mündung des Kamins ein Durch 
messer von etwa 30 cm Lichtweite haben soll und das Kamin 
durch Mangel an runden Kaminsteinen viereckig (aus Metersteinen 
oder Klinker) aufgeführt werden muß. J. B. E. 
Antwort. Das Mauern eines kreisrunden Kamins mit nur 
30 cm oberer Lichtweite ist sowohl mit gewöhnlichen Metersteinen 
als auch mit Radiaisteinen unausführbar. Bei so kleiner Licht 
weite muß der Kamin viereckig gemauert werden. Falls der Kamin 
freistehend ist, was aus der Anfrage nicht ersichtlich ist, so 
empfiehlt sich in diesem Falle ein Blechkamin mit unterer Isolie 
rung, da aus statischen Gründen ein runder gemauerter Kamin 
mindestens 50 cm obere Lichtweite und zirka 25—30 mm Anlauf 
bezw. zusammen 60 mm Anlauf pro Höhenmeter bei genügender 
Zunahme der Mauerstärken nach unten haben mußte. E. K. 
Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. 
Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.
        

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