Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085,4-11,1914
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1914/35/
24. Januar 1914 
BAUZEITUNG 
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wurf beigegebenen Begründung regelmäßig dann zuge 
lassen werden, wenn das Gebäude wenigstens innerhalb 
derselben Gemeindemarkung wieder erstellt wird. Auf 
den Zwang zur Wiederherstellung des versicherten Ge 
bäudes könne schon mit Rücksicht auf den gebotenen 
Schutz gegen gewinnsüchtige Brandstiftung nicht verzich 
tet werden; auch liege ein erhebliches volkswirtschaft 
liches, steuerliches oder soziales Interesse an der Wieder 
herstellung abgebrannter Gebäude innerhalb des Ge 
meindebezirks oder Staatsgebietes vor. 
Gegen die seitherige Vorschrift, welche verlangt, daß 
das Gebäude in der Regel auf demselben Platze wie das 
abgebrannte und diesem nach Umfang und Bestimmung 
im wesentlichen entsprechend wieder aufzubauen sei, bil 
den die neuen Bestimmungen doch eine wesentliche Er 
leichterung. 
Ist der Beschädigte von der Wiederherstellung des Ge 
bäudes befreit, so erfolgt die Ausbezahlung der Entschä- 
Die Umlage der Brandversicherungsbeiträee soll künf 
tig folgenderweise geregelt werden: Die Höhe des Um 
lagefußes fürs kommende Jahr wird jeweils nach dem vor 
aussichtlichen Bedarf der Brandversicherungskasse vom 
Ministerium des Innern nach Anhörung des Verwaltungs 
rats bestimmt und zwar für jedes Hundert Mark der Um 
lagesumme. Dieser Betrag hat in den letzten 50 Jahren 
geschwankt zwischen 5 und 12 Pfennig pro Hundert Mark, 
heuer betrug er 12 Pfennig. Da die Höhe des Reserve 
fonds (Rücklage) der Anstalt — zur Vermeidung jäher 
und häufiger Schwankungen in der Höhe der Versiche 
rungsbeiträge — zurzeit nur rund 6 Millionen Mark — 
0,13% der Gesamtversicherungssumme von rund 4600 
Millionen beträgt, und damit hinter den Rücklagen ande 
rer öffentlicher Brandversicherungsanstalten, die 0,2 % bis 
0,3 % ihres Oesamtversicherungsbestandes zurücklegen, 
erheblich zurückbleibt, so wird eine weitere Erhöhung 
des Umlagefußes kaum ausbleiben. 
Halle 
Schloß Freudenberg 
Architekten: Schlösser und Weirether-Stuttgart 
digung alsbald nach der Festsetzung derselben. Im üb 
rigen erfolgt dieselbe nach Maßgabe des nachgewiesenen 
Fortschritts der Wiederherstellung des Gebäudes. Ist die 
bestimmungsgemäße Verwendung der Entschädigungs 
gelder gesichert, so kann der Verwaltungsrat im Bedürf 
nisfall Vorschüsse zur Anschaffung von Baumaterialien 
und zur Förderung des Baues gewähren. Es kann daher 
auch die Entschädigungsforderung ganz oder teilweise an 
diejenigen abgetreten werden, von denen der Beschädigte 
auf Kredit Baustoffe oder bare Vorschüsse zur Wiederher 
stellung des Gebäudes erhalten hat, wenn die Abtretung 
vor dem Ortsvorsteher zu Protokoll erklärt und der An 
stalt dieses Protokoll mitgeteilt worden ist. 
Wird ein Gebäude vom Tage der Zerstörung oder Be 
schädigung an binnen 10 Jahren nicht wieder oder nicht 
vollständig erstellt, so geht der Anspruch auf Entschädi 
gung insoweit verloren, als die Entschädigungssumme 
nicht zur Wiederherstellung verwendet worden ist; der 
Verwaltungsrat kann jedoch eine Erstreckung dieser Frist 
bewilligen. 
Zur Bemessung des Versicherungsbeitrags sind die zu 
versichernden Gebäude seither in 6 Klassen eingeteilt; 
nach dem Entwurf soll nun eine Einteilung in 12 Klassen 
stattfinden, je nach Bauart, Einrichtung und Benützungs 
weise. Diese 12 Klassen sind das Resultat der Erfahrun 
gen, die man bei der seitherigen Klasseneinteilung ge 
macht hat. Nach dem Entwurf sind im allgemeinen Ge 
bäude mit Umfassungswänden von Stein um ein Fünftel 
billiger gehalten wie seither, nur diejenigen massiven Ge 
bäude, die seither in Folge eines Abstands von mindestens 
20 Fuß von anderen Gebäuden in die 2. Klasse eingereiht 
waren, erfahren eine Erhöhung von V 20 der seitheri 
gen Umlage. Dieselbe Umlageerhöhung erfahren Gebäude 
minder sicherer Bauart wie Schuppen, die seither deshalb 
in der 4. Klasse sich befanden. Dagegen gelangen alle 
diejenigen Gebäude, die seither lediglich wegen eines Ab 
stands von weniger als 15 Fuß (4,29 m) zwischen den 
Dachvorsprüngen von eigenen Gebäuden, die sich deshalb 
in die 4. Klasse eingereiht befanden, nun in eine niederere 
Klasse mit einer Ersparnis von 25% der seither. Umlage.
        

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