Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1914)

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BAUZEITUNG 
Nr. 7 
Jahren den Pumpenbau als Spezialität betreibt, fertigt 
Zentrifugalpumpen für Leistungen von 60 bis 16 000 Liter 
pro Minute und für jeden gewünschten Antrieb. 
Besonders ist noch zu bemerken, daß genannte Firma 
Zentrifugalpumpen speziell für Bauzwecke anfertigt, wel 
che mit Laufrädern mit sehr weiten Durchgängen ver 
sehen sind, so daß Sand, kleine Steine, Holzstückchen und 
sonstige Beimengen ungehindert diese Pumpen passieren 
können. Mit Rücksicht auf die größere Abnützung in 
folge derartiger Beimengungen sind diese Pumpen derart 
konstruiert, daß sämtliche Teile, welche einer rascheren 
Abnützung unterworfen sind, leicht ausgewechselt werden 
können. 
Vorstehende Abbildungen zeigen einige der gangbar 
sten Ausführungsarten solcher Zentrifugalpumpen. 
Auch in Pumpen anderer Systeme, wie Kolbenpumpen 
und Diaphragmapumpen, die sich für Bauzwecke ebenfalls 
sehr gut eignen, ist die genannte Firma sehr leistungsfähig. 
Polizeiposten am Wielandsplalz 
Basel 
Es ist sehr zu begrüßen, daß von seiten der Stadtverwal 
tungen, selbst für kleinere Bauobjekte, der Weg der Kon 
kurrenzausschreibung betreten wird. So hatte die Stadt 
Basel einen engeren Wettbewerb zur Erlangung von Ent 
würfen für ein Wachtpostengebäude ausgeschrieben. 
Das Gebäude sollte folgende Räume enthalten; 
1 Wachtlokal von zirka 45 m , 1 kleines Zimmer für 
den Postenchef, 1 Schlafraum mit 10 Betten, 1 Raum zur 
Unterbringung von 13 Kästen, 2 Arreste, Räume zur Un 
terbringung eines Krankenwagens, Velos und Saprol, 
Abtritte und Pissoirs, Raum zum Fußwaschen, Wasch 
küche, Kellerraum, Raum für Heizung und Kohlen, 1 Raum 
für eine Sanitätsstation (ini Souterrain unterzubringen), 
ferner eine Wohnung, bestehend aus 3—4 Zimmern, 
Küche, Bad, Abtritt, 1 oder 2 Kammern und offenem 
Dachboden. 
Der Bau soll in einfachen Formen gehalten sein, aber 
doch den Charakter eines öffentlichen Gebäudes zum Aus 
druck bringen und sich gut in den Platz einfügen. 
Am Bau- und Hypothekenmarkt 
hat die Besserung in den Kursen der Hypothekenpfand 
briefe die Hypothekenbanken veranlaßt, ihre Beleihungs 
bedingungen wenigstens ein wenig zu ermäßigen. Auch 
Privatkapital ist auf dem Hypothekenmarkte jetzt etwas 
reichlicher vorhanden. Die Bauinteressenten sind aber 
im Hinblick auf die Ermäßigung der offiziellen Diskont 
sätze vielfach schon etwas allzu optimistisch geworden. 
Es darf nicht vergessen werden, daß die neuen Staats 
und Stadtanleihen noch immer eine sehr scharfe Kon 
kurrenz für die Hypothekenpfandbriefe darstellen, sodaß 
nur ganz allmählich eine Wiederkehr normaler Verhält 
nisse am Hypothekenmarkte erwartet werden kann. Am 
Terrainmarkte beginnt sich die Unternehmungslust wieder 
zu heben. Die wesentlichen Kurssteigerungen, die die 
Aktien fast aller Terraingesellschaften in der letzten 
Zeit erfahren haben, weisen darauf hin, daß die Speku 
lation diesem Gebiete wieder Interesse entgegenbringt. 
Der Wohnungsmarkt, der in den meisten Großstädten 
schon wieder im Zeichen eines gewissen Mangels an 
kleinen Wohnungen steht, wird von der Spekulation 
sehr aufmerksam beobachtet. Es wird in diesen Kreisen 
damit gerechnet, daß die Banken angesichts der Geld 
erleichterung sehr bald auch wieder Baugelder zu einiger 
maßen kulanten Bedingungen gewähren werden. A. H. 
Sprechsaal 
Zur Anfrage des N. N. in Nr. 6. Vermutlich wurde für den 
Anstrich in dem Schweinestall eine bleiweißhaltige Farbe ver 
wendet. Es ist bekannt, daß alle bleiweißhaltigen Farben unter 
der Einwirkung von Ammoniakgasen gelb werden. Angesichts 
der forzierten Einwirkungen, welchen der Anstrich in einem Stall 
standzuhalten hat, empfiehlt sich stets die Verwendung ganz be 
sonders widerstandsfähiger Farben. Ausgezeichnete Erfahrungen 
für den Innenanstrich von Stallungen sind mit bleiweißfreien 
Siderosthen-Lubrose-Farben gemacht worden. 
Anfrage. Kann ein Bautechniker, Abs. der 4. Kl. der K. B. G. 
Sch. und mehrjähriger Praxis im Ausmessen, sich als Baumesser 
vereidigen lassen, und bei welcher Behörde muß er darüber ein- 
kommen ? 
Antwort. Nein, die Vereidigung setzt die Erstehung des 
Bauwerkmeisterexamens oder den „Diplom - Ingenieur“ voraus. 
Das Oberamt, in Stuttgart die Stadtdirektion, ist zuständige Be 
hörde. M. 
Anfrage. Sind die steiler als 60° zu erstellenden Dachflächen 
im Dachgeschoß eines Wohnhauses (Traufhaus mit 2 Giebeln) in 
welchem eine dreizimmerige Wohnung eingebaut wird, als Um 
fassungswände mit Ausmauerung in Holzfachwerk anzusehen, oder 
können die Dachflächen mit Schalung, Ausstrich und Gipsung innen 
und mit feuersicherer Dachdeckung außen hergestellt werden, wie 
dies der Unternehmer wünscht und Art. 71 der B.O. hiefür benennt. 
Die Grundfläche des Dachgeschoßes fällt unter § 28 Abs. 2, Ziffer 
2 c der Vollz.-Verfg. zur B.O. Die beiden Hausgiebel sind Holz 
fachwerkwände mit Ausmauerung. In die Dachflächen kommen 
3 Dachläden, 2 für Zimmer, 1 für Küche. Kann auf Grund der 
B.O. die Ausmauerung der Dachflächen verlangt werden? Ohne 
Ausmauerung wird die Wohnung wenig Schutz gegen Wind und 
Kälte bieten. K. B. 
Antwort. Ob eine Fläche als Dachfläche oder als Umfassungs 
wand eines Gebäudes anzusehen ist, ist nach den Verhältnissen 
des einzelnen Falles, in erster Linie nach der Konstruktion zu 
beurteilen. Im vorliegenden Falle scheint es sich um eine rich 
tige Dachfläche zu handeln. Für solche sind die Bestimmungen 
von Art. 85 der B.O. und von § 70 bis § 72 der Vollz.-Verfg. zur 
B.O. über die Dachdeckung, und, soweit sich hinter den Dach 
flächen Aufenthaltsräume befinden, die Bestimmungen von § 49 
der Vollz.-Verf. maßgebend. Es ist demnach vom baupolizeilichen 
Standpunkte aus nicht unbedingt eine Ausmauerung der Dach 
flächen erforderlich, sondern es kann auch eine andere Bauaus 
führung gewählt werden, wenn sie nur einen hinreichenden Schutz 
gegen Witterungseinflüsse bietet. Die vom Unternehmer vorge 
sehene Ausführung ist zulässig. Statt eines Ausstriches können 
aber auch Korksteine, Neuwieder Schwemmsteine, Gipsdielen, 
hohle Backsteine oder andere poröse, die Wärme schlecht leitende 
Stoffe gewählt werden. B. 
Anfrage. Wird eine Decke in Wohnhäusern, die wie folgt 
konstruiert ist, aus baupolizeilichen Sicherheitsgründen zugelassen ? 
Statt der üblichen Auftäferung sollen 2 cm starke Gipsdielen von 
unten aufgenagelt werden, letztere werden alsdann mit einem 
Scheibspeis überzegen und dann mit Leimfarbe überstrichen, das 
Holzgebälk ist 14/20 stark, eine Zwischenfüllung wird nicht ver 
wendet, auf die Balken wird ein Lattenrost (ähnlich der seitherigen 
Auftäferung gebracht und auf diesem ein Diaraestrich und Linoleum 
aufgezogen. Die Konstruktion wäre an und für sich billig und 
bezüglich des Trocknens empfehlenswert, nur habe ich Bedenken 
ob die Vorschriften des Art. 67 der B.O. in genügendem Maße 
erfüllt sind, so z. B. wenn etwa ein Kassenschrank etc. trans 
portiert wird. W. G. 
Antwort. Für gewöhnliche Wohn- und Schlafräume ohne 
Feuerungseinrichtung dürfte die fragliche Konstruktion gemäß § 49 
Abs. 2 der Vollz.-Verf. zur B.O. baupolizeilich nicht anzufechten 
sein, wenn der betr. Baupolizei-Beamte nicht zufällig der Ansicht 
ist, daß bei dieser Konstruktion die Durchhörbarkeit eine in ge 
sundheitspolizeilicher Hinsicht unzulässige wird. Bezüglich der 
Balkenfächer unter Zwischenwandungen etc. ist Art. 87 (2) der 
B.O. zu beachten. In Gelassen mit Feuerungs-Einrichtung sind 
gemäß Art. 91 (1) der B.O. die Hohlräume zwischen den Decken 
balken mit einer gegen rasche Weiterverbreitung des Feuers 
schützenden Einlage zu versehen. Vergl. hierüber § 49 (5) und 
§ 80 der Vollz.-Verf. zur B.O. Bdt. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. 
Druck; Gustav Stürner in Waiblingen.
	        

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