Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1915/16)

1./15. Oktober 1916. 
BAUZEITUNG 
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Widmung in Marmor, der oberste Teil der Wände und 
der Decke sind hell abgetönt, so daß der Gesamteindruck 
der Eingangshalle zusammen mit den fasettierten Kristall 
verglasungen der Türen ein durchaus vornehmer und ge 
diegener ist. 
Die Schwitzbadanlage, die auch von der 
Schwimmhalle aus direkt zugänglich ist — eine Forde 
rung, die vom Standpunkt des Betriebs aus unbedingt zu 
verlangen war —, umfaßt zunächst den Ruheraum mit 
einer durch Messingstangen und schwere Vorhänge ab 
geteilten Anzahl Ruhekabinen und Kleiderablagekästen, 
anschließend folgt das Vollbad mit rundem, im Boden ver 
tieftem Warmwasserbecken und mit den verschiedenartig 
sten Brausen und Tuschen. Es ist mit Boden- und bis 
über Kopfhöhe mit Wandplatten bekleidet und wird be 
lebt durch bunte Verglasungen. Heißluft-, Dampfbad und 
der Massageraum beschließen die Schwitzbadanlage. 
Durchweg mit Boden- und reichlich mit Wandplatten ver 
sehen — das Dampfbad erhielt ein Spitzbogengewölbe 
und ist ganz mit weißen Platten ausgekleidet, im Heißluft 
bad hat ein Eckwandbrunnen in glasierten Plättchen Auf 
stellung gefunden —, erhielten diese 3 Räume außerdem 
an Böden, Wänden und Decken besondere Isolierungen 
gegen Wärme, Kälte und Feuchtigkeit. 
Im 1. Stock des Vorderbaues hat die Wannenbad 
abteilung Unterkunft gefunden. Die Wannenbäder grup 
pieren sich um die Wartehalle, ein einladender Raum, der 
mit flacher Segmentbogendecke, einer prächtigen gestifte 
ten Glasmalerei — Uhlands versunkene Krone darstellend 
— und mit reichlicher Sitzgelegenheit versehen ist. 
Die Wannenbäder 2. Klasse erhielten Cimbriawannen 
mit säurebeständiger Emaille, diejenigen 1. Klasse Fayence 
wannen. Ein medizinisches Bad für Kohlensäure-, Schwe 
fel-, Fichtennadel- usw. Bäder, sowie ein Raum für elek 
trische Lichtbäder stehen noch zur Verfügung. Als An 
nehmlichkeit ist hervorzuheben, daß man von hier aus di 
rekt auf die Galerie der Schwimmhalle gelangen kann. 
Im 2. Stock des Vorderbaues befinden sich 2 Vier 
zimmerwohnungen für den Badeverwalter und für den 
Masseur und Bademeister. 
Was die Schwimmhalle, die Seele der Bade 
anstalt, anlangt, so ist sie von der Eingangshalle aus 
durch einen kleinen Vorraum erreichbar. Mit rings herum 
laufenden Galerien versehen, wölbt sie sich bis zu über 
9 m Höhe korbbogenförmig empor; hohes Seitenlicht, 
bestehend aus 12 ovalen Fenstern mit Stichkappen, geben 
zusammen mit dem großen, kreisrunden Fenster der West 
seite eine reichliche Lichtfülle. Das Schwimmbecken ist 
25 m lang, 8,50 m breit, an der höchsten Stelle 75 cm, an 
der tiefsten 3 m tief. Um das Schwimmbecken gruppieren 
sich an beiden Längsseiten zusammen 35 An- und Aus 
kleidekabinen, die mit Vorhängen gegen die Beckenseite 
abgeschlossen sind. Westlich schließt sich der nach der 
Halle zu offene Reinigungsraum an, der 12 Fußwasch 
becken und 8 Brausen und Tuschen aufzunehmen hatte. 
Links des Reinigungsraumes unter der zur Galerie führen 
den sog. Barfußtreppe ist untergebracht ein Bidet, rechts 
sind unter der gleichfalls zur Galerie führenden sog. Stiefel 
treppe, die nur von dem Außengang hinter den Kabinen 
zugänglich ist und zu den An- und Auskleidegelegenheiten 
auf der Galerie führt, ein Wärter- und Bedürfnisraum vor 
gesehen. Eine 'weiter eingebaute Treppe zur Galerie als 
Unterstützung bei größeren Veranstaltungen, wie 
Schwimmfesten, liegt am Eingang zur Halle. Die Galerie 
der Schwimmhalle beherbergt vorerst auf der rechten
	        

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