Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-12/13,1915/16
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1915-1916/49/
STUTTGART 
f 
3 o ^ 0^15 M 
FÜR WÜRTTEMBERG 
BADEN'HESSEN'GL 1 
SHSS LOTHRINGEN* 
r\ 
16. Okf. 1915 
Die Baueinrichtung des Kohlensiloneubaues in Pforzheim 
Wettbewerbe. 
Alle Rechte Vorbehalten. 
Die Baueinrichtung des Kohlensiloneubaues in Pforzheim. 
Mitgeteilt von Herrn Architekt C. Sigloch, Pforzheim. 
Die Stadtgemeinde Pforzheim läßt zurzeit durch die 
Firma Gebr. Rank in München einen Kohlensilo aus 
führen, welcher neben der Hauptbahn Pforzheim - Mühl 
acker zu liegen kommt. Das ganze Gebäude erhält einen 
Fassungsgehalt von 18000 Tonnen Kohlen und wird nach 
dem Schrägtaschensystem obengenannter Firma in Beton- 
und Eisenbeton-Konstruktion zur Ausführung gebracht. 
Die Baueinrichtung welche die Firma für die Herstellung 
der Eisenbetonarbeiten, der Zimmermannskonstruktion und 
zur Verarbeitung der zahlreichen Eisen hat erstellen lassen, 
bietet für den Techniker so viel Interessantes, daß eine 
Beschreibung derselben in der Bauzeitung geeignet er 
scheint. 
Die Zufuhrverhältnisse von der Bahn zur Arbeifstelle 
liegt insofern etwas ungünstig, als die Baustelle noch im 
freien Felde liegt und eine eigentliche Zufahrtstrasse fehlte. 
Dem Unternehmer stand frei, eine Zufahrtstrasse zu bauen 
oder eine prov. Brücke über die Hauptbahn zu erstellen, 
letztere Anordnung wurde gewählt. Die Kohlengleise des 
Gaswerkes liegen 6 m höher als die Hauptbahn Pforz 
heim-Mühlacker und das Niveau des Bauplatzes um etwa 
8 '/2 m tiefer als die letztere. Um diese Höhe zu über 
winden, und eine direkte Verbindung zwischen Kohlen 
gleis und der Baustelle zu schaffen, erstellte die Firma 
eine etwa 5 m breite prov. Brücke, welche mit etwa 10 
m Spannweite die beiden Personenzuggleise frei überspannt. 
Diese Brücke ist in ihrer Fortsetzung mit dem künftigen 
Hauptgerüst des Kohlenschuppenbaues in direkte Ver 
bindung gebracht. Auf ihr wird das gesamte Gerüst 
material, sämtliche Eisen- Zement- und Kiesmaterialien 
vom ankommenden Waggon weg, zur Baustelle geschafft, 
Der Zement, Sand und Kies wird in Rollwagen auf der 
Brücke beigefahren und erstere auf geeigneten Sackrutschen 
zur Zementlagerhütte, letztere auf kurzen Scharren zu der 
darunter gelegenen Kiesablagerungsstelle abgeschüttet. 
Auch die gesamten Eisengerüst- und Schalwaren werden 
auf besonderen schiefen Ebenen auf den Bauplatz herunler- 
befördert und von dort mittelst Rollbahnwagen nach ihren 
Lagerplätzen geschafft. Der Kieslagerplatz ist etwa 2 '/* 
m höher, als das Bauterrain angelegt. Zur Entnahme des 
Kieses und Sandes sind in die Ablagestellen Stollen ge 
trieben, in welchen das Kies- und Sandmaterial selbstätig 
in bereitgestellte Transportwagen hineinrollt. 
Der Bauplatz, in dessen Mitte sich bereits das Gebäude
        

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