Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-12/13,1915/16
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1915-1916/72/
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BAUZEITUNG 
Nr. 112 
Näheres zu berichten. Geh. Baurat Knoch Hannover hielt 
einen Vortrag über die Behandlung der Kunstfragen und 
die Stellung des Architekten zu denselben. 
Hirsau. Die neue bezw. umgebaute Nagoldbrücke 
ist in ihrem ersten Teil fertig und wurde dieser Tage 
dem Betrieb übergeben. Der weitere Teil dürfte im 
Frühjahr vollzogen werden. (Wir gedenken alsdann eine 
Veröffentlichung zu bringen. Redaktion). 
Stuttgart. An der Technischen Hochschule sind im 
laufenden Winterhalbjahr 705 Studierende, darunter 4 
weibliche, eingeschrieben, gegenüber dem Vorjahr weniger 
11 Studierende. Im einzelnen studieren u. a. an der Ab 
teilung für Architektur 84 Württ., 58 Nichtwürtt., Bau 
ingenieurwesen 130W.25 N.W., Maschineningenieurwesen 
171 W., 55 N.W., zusammen 525 Württ., 180 N.W. 
Davon sind während des Krieges abwesend 593, hiernach 
Zahl der Besucher 112. Hiezu kommen nicht immatri 
kulierte, zum Besuch von Vorlesungen ermächtigte Personen 
434, darunter weibliche 343, sodaß die Gesamtzahl der 
Teilnehmer am Unterricht 546 beträgt. Von den 180 
Nichtwürttembergern gehören an: a) anderen Staaten des 
Deutschen Reichs 152, nämlich Preußen 75, Bayern 18, 
Sachsen 9, Baden 18, Hamburg 6, Elsaß-Lothringen 9, 
sonstigen deutschen Staaten, 17; b) außerdeutschen Staaten 
28, nämlich der Schweiz 23, sonstigen Staaten 5, (Oestreich 
2, Schweden, Brasilien, Ver. Staaten von Nordamerika je 1). 
Die K. Baugewerkschule wird im laufenden Winter 
halbjahr 1915/16 von insgesamt 129 Schülern besucht 
gegenüber 196 im Vorjahr. Von den Schülern sind 117 
Württemberger, 12 Nichtwürttemberger, davon 5 Ausländer. 
Wettbewerbe 
Zürich. Internationaler Ideen-Wettbewerb zur Er 
langung von Entwürfen für einen Bebauungsplan der Stadt 
Zürich und ihrer Vororte. Für 5 Preise sind 65000 Frs. 
für Ankäufe weitere 15000 Frs. ausgesetzt. 
Frist für die Einlieferung; 30. Juni 1917. Das Programm 
des Wettbewerbs wird unentgeldlich geliefert, die Unter 
lagen dagegen können gegen Einzahlung von 100 Frs. 
vom Tiefbauamt der Stadt Zürich Stadthaus Zürich 1 
bezogen werden. Werden die Unterlagen binnen 4 Wochen 
unbeschädigt zurückgesandt, so werden Frs. 80.— zu 
rückerstattet. Ausschreibende Stelle ist der Vorstand des 
Bauwesens 1. Dem Preisgericht gehören an: Stadtrat 
Dr. E. Klöti, Vorstand des Bauwesens 1, Vorsitzender; 
Baurat W. Bertsch, München; Geh. Reg.-Rat Prof. J. Brix, 
Charlottenburg; Architekt Edm. Fatio, Genf; Stadtbau 
meister Fissler, Zürich; Oberingenieur Grünhut, Zürich, 
Prof. Dr. Gull, Zürich; Prof. Hermann Jansen, Berlin, 
Kantonsingenieur K. Keller, Zürich; Prof. Dr. Karl Moser, 
Zürich; Oberingenieur Dr. R. Moser, Zürich; Prof. Rieh. 
Pelersen, Danzig; Stadtingenieur Wenner, Zürich; Ersatz 
männer: PrivatdozentBernoulli,[Basel; Stadtingenieur Dick, 
St. Gallen; Geh. Hofrat Prof. E. Genzmer, Dresden; Beige- 
ord. Bürgermeister Rehorst, Köln. 
Preisausschreiben des deutschen Werkbundes. Auf 
Veranlassung des „Verbandes deutscher Granitwerke“ 
wurde unter den Mitgliedern des Bundes ein mit Preisen von 
insgesamt Mk. 5000 ausgestatteter Wettbewerb zur Er 
langung künstlerischer Entwürfe für Kriegs-Denkmäler 
und Kriegergrabdenkmäler aus Granit erlassen. Termin 
1. Februar. Ein zweiter Wettbewerb betrifft einen Aus 
stellungsraum für Modeerzeugnisse auf der Modewoche, 
die Anfang Februar 1916 in Frankfurt a. M. stattfinden 
wird. Mit erheblichen Kosten hat der Werkbund ein 
Preisausschreiben für Entwürfe von Kriegswahrzeichen 
zum Benageln durchgeführt. Den Gemeinden usw. ist 
die kostenlose Nachbildung dieser Entwürfe gestattet. 
Unter den Neuerscheinungen des Bundes ist das „Deutsche 
Warenbuch“ besonders hei vorgehoben, in dem von sach 
verständigen Ausschüssen mehr als 1500 mustergültige 
Gegenstände des deutschen Hausrates zusammengetragen 
und abgebildet worden sind, die Zeugnis davon ablegen 
sollen, daß in der deutschen Waren-Erzeugung sich be 
reits ein einheitlicher Stilwille deutlich bemerkbar macht. 
Dieses „Deutsche Warenbuch“ übt bereits die Wirkung 
aus, daß aus neutralen Staaten das Ersuchen an den 
Werkbund gerichtet wird, Ausstellungen in Skandinavien 
zu veranstalten. 
Bücher 
Der deutsche evangelische Kirchenbau zu Beginn des 20. 
Jahrhunderts von Alfred Wankel, Geh. Baurat irr. Herzogi. 
Ministerium in Altenburg. Mit 221 Abbildungen. Gebunden M. 9.—, 
broschiert M. 8.—, A. Ziemsen Verlag, Wittenberg (Bz. Halle). 
Das Werk ist mit der Absicht geschrieben, Baukünstlern und Geist 
lichen das Handinhandgehen bei Kirchenbauten zu erleichtern, und 
bietet zu diesem Zwecke eine Darstellung alles dessen, was beim 
evangelischen Kirchenbau von der bauenden Gemeinde einer- und 
von dem ausführenden Baukünstler andererseits beachtet und inne 
gehalten werden muß, um ein Gotteshaus zu schaffen, das den 
erreichbar höchsten künstlerischen und praktischen Ansprüchen 
genügt. Das Buch enthält auch einen umfassenden Ueberblick 
über das, was im 20. Jahrhundert bisher Neues und Gutes auf dem 
Gebiete des Kirchenbaus geleistet worden ist. 
Ostpreußen und der Wiederaufbau zerstörter Ortschaften. 
Studien zur Frage des Wiederaufbaues zerstörter Ortschaften. 
Herausgegeben vom Verein „Heimatschutz in Brandenburg“. Mit 
42 Abbildungen; Charlottenburg 1915 Verlag Robert Kiepert, Preis 
Mk. 1.75. Inhalt: Professor RobertMielke, Ostpreußen und boden 
ständige Baukunst. Dr.-Ing. Werner Lindner, Kulturfragen zum 
Wiederaufbau, insonderheit zum Bürger- und Bauernhaus. E. M a u I, 
Architekt und ständiger Assistent im König!. Seminar für Städtebau 
an der Königl. Technischen Hochschule Berlin: Aufgaben des 
Städtebaues und Heimatschutzes beim Wiederaufbau zerstörter 
Ortschaften. 
Der Industriebau, Herausgeber Direktor Beutinger, Architekt 
Wiesbaden, (Verlag Karl Scholze Leipzig, monatlich 1 Heft 
jährlich M. 24.—). Inhalt des Dezember-Heftes „Erweiterungs 
bauten einer chemischen Fabrik. Abhandlung über die Bauart 
von Schornsteinen von Stadtbaurat Steinberger Darmstadt. Pro 
jekt einer Schuhwarenfabrik, Gebäude der Feuerwachen im Petro 
leumhafen Hamburg und in Alsterdorf, Wohlfahrtseinrichtungen, 
Arbeiterhäuser usw. 
Dr. Fuchs. Abteikirche zu Neresheim mit 8 Tafeln. (Konrad 
Wittwer’s Verlag Stuttgart, Preis Mk. 8.—) Eine von der Techn. 
Hochschule Stuttgart genehmigte Doktor-Arbeil, die in erschöpfender 
Weise die Baubeschreibung und Baugeschichte der von Balthasar 
Neumann erbauten Kirche behandelt, die der Verfasser als vielleicht 
die interessanteste Kirche Württembergs bezeichnet. Die zahl 
reichen Bauakten mit den Briefen des Architekten mit der Bau 
herrschaft usw. sind wertvolle Dokumente jener Zeit, in die man 
sich nicht nur mit viel Interesse, sondern auch mit Behagen vertieft-. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart. 
Druck; Gustav Stürner in Waiblingen.
        

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