Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

BAUZEITUNG 
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Nr. 23/26 
Ein II. Preis Erdgeschoß-Grundriß, Kennnwort; „Drei Höfe“. 
Verfasser: Willi Benz, Architekt und Oskar Widmann, Dipl.-lng, Stuttgart-Wildbad. 
durch Oefen. Bei den 2 und 3 Zimmerwohnungen sind 
je 2 Zimmer heizbar zu machen, ausserdem ist Vorkehrung 
zu treffen, daß die Wohnküche geheizt werden kann, 
entweder durch einen besonderen Ofen oder geeignete 
Verbindung dieses mit dem Herd. Die Stockwerkhöhe 
hat im Licht im Erdgeschoß 2,70 m, in den oberen Stock 
werken 2,60 m und im Dachstock 2,50 m zu betragen. 
Im übrigen wünscht die Stadtverwaltung Kleinwohnungen 
zu erhalten, die in der Anordnung und Ausstattung unter 
Verwendung guter Baustoffe und Konstruktionen schlicht 
und einfach, aber behaglich und zweckmäßig sein sollen, 
wobei eine möglichst niedere Miete bei ausreichender 
Verzinsung des Anlagekapitals anzustreben ist. Zuge 
lassen zum Wettbewerb sind alle reichsdeutschen Archi 
tekten, welche in Groß-Stuttgart ansäßig oder dort ge 
boren sind. Verlangt wurden: 1 Lageplan im Maßstab 
1 : 500, Erdgeschoßgrundriß, geometrische Ansicht der 
Straßenseiten, sowie Schnitte im Maßstab 1 : 200, Grund 
risse der einzelnen Wohnungstypen mit eingeschriebenen 
Maßen im Maßstab 1:100, eine Berechnung des umbauten 
Raums in cbm, umfassend Untergeschoß, Keller, die Wohn- 
stockwerke einschließlich eingebauter Dachstockwohnun 
gen. Die Berechnung des Rauminhalts der einzelnen 
Teile ist in prüfungsfähiger Aufstellung beizulegen. Ein 
Erläuterungsbericht zur Klarlegung des Entwurfs, nament 
lich auch bezüglich der Ausführungsart und der Ausstat 
tung. Die Entwürfe waren bis zum 27. April ds. Js. einzu 
reichen. Das Preisgericht bilden die Herren: Vorsitzender 
Oberbürgermeister Lautenschlager, Stellvertreter Bürger 
meister Sigloch, Bürgerausschußobmann Dr. Wölz, Eisen 
lohr, Kgl. Oberbaurat, Heim, Baurat und Gemeinderat, 
Jassoy, Oberbaurat, Professor an der Kgl. Technischen 
Hochschule Stuttgart, Lindemann, Dr. Gemeinderat, Mues- 
mann, städtischer Baurat, Pantle, städtischer Oberbaurat. 
An Preisen waren für jeden der beiden Wettbewerbe je 
3 zu Mk. 800.—, Mk. 500.—, Mk. 300.—, außerdem 
je 1 Ankauf zu Mk. 200.— vorgesehen. Die mit Preisen 
bedachten und angekauften Entwürfe fallen ins Eigentum 
der Stadtgemeinde Stuttgart. 
B. Protokoll des Preisgerichts. 
Das Preisgericht trat am 13. Mai zusammen. An 
Stelle des erkrankten Herrn Oberbaurat Pantle wurde 
Herr Baurat Cloos vom städtischen Hochbauamt in das 
Preisgericht berufen, an die Stelle des verhinderten Herrn 
Oberbürgermeisters trat als Stellvertreter Herr Bürger 
meister Sigloch. 
Platz an der Rotenbergstrasse. 
Auf die öffentliche Bekanntmachung sind 64 Entwürfe 
eingegangen. Die Programmbestimmungen sind im all 
gemeinen eingehalten worden, größere Anstände haben 
sich dabei nicht ergeben. In der engsten Wahl verblie 
ben; Nr. 2, 5, 8, 9, 12, 19, 29, 40, 50, 71, 76, 77. Das 
Preisgericht konnte sich nicht entschließen, einem von 
diesen Entwürfen einen I. Preis zu erteilen. Es hat viel 
mehr beschlossen, den I. und II. Preis zusammenzulegen 
in zwei II. Preise und zu erteilen; einen II. Preis von 
650 Mark dem Entwurf Nr. 71. (Kennwort: „Drei Höfe“) 
Verfasser: Willi Benz, Architekt und Oskar Widmann, 
Dipl. Ing. Stuttgart-Wildbad, einen weiteren II. Preis in 
gleicher Höhe dem Entwurf Nr. 76 (Kennwort: „Hei 
mische Weise“) Verfasser: Eugen Steigleder, Architekt 
hier Königstraße 31 B; einen III. Preis von 300 Mark 
dem Entwurf Nr. 12 (Kennwort: „Vorstadt“) Verfasser: 
Hermann Moser,* Architekt, z. Zt. Militärbauamt Cannstatt 
und Friedrich Endress, Architekt, Stuttgart-Gablenberg, 
Hauptstraße 59. An Stelle nur eines Ankaufs schlägt das 
Preisgericht den bürgerlichen Kollegien vor, folgende 4 
Projekte zu je 200 Mark anzukaufen; Entwurf Nr. 5 
(Kennwort: „K.-Patrizier“) Verfasser; Architekt G. Beut 
ler, z. Zt. im Felde, Gefr. 2. (württ.) Sturmkompagnie, 
Sturmbataillon 16, Deutsche Feldpost 2274, Entwurf Nr. 
40 (Kennwort: „Kein Hinterhaus, keine Dachwohnung“) 
Verfasser: Wilh. Finkbeiner, Regierungsbaumeister hier, 
Forststr. 62B, Entwurf Nr. 50 (Kennwort: „Behaglich 
und gesund“) Verfasser; Alfred Bihl, Regierungsbaumei 
ster hier, Böheimstr. 45 (in Fa. Bihl & Woltz) und Otto 
Linder, Architekt, Entwurf Nr. 77 (Kennwort: „Faltung“) 
Verfasser: Adolf Abel hier, Herdweg 23. 
Platz an der Sickstrasse. 
Es liefen ein 35 Entwürfe. Es verblieben nach 
Auswahl die Entwürfe Nr. 24, 27, 39 a, 52, 59, 67 a, 
71 a, und von diesen erhielten: den 1. Preis mit 800 
Mark der Entwurf Nr. 59 (Kennwort: „Kriegsmäßig, 
schlicht“) Verfasser: Richard Gebhardt, Architekt hier, 
Heidehofstr. Nr. 3, den II. Preis mit 500 Mark der Entwurf 
Nr. 71a (Kennwort: „Terrasse“) Verfasser: Oskar Wid 
mann, Dipl. Ing. und Willi Benz, Architekt, Stuttgart-Wild- 
bad, den III. Preis mit 300 Mark der Entwurf Nr. 27 
(Kennwort: „66 und 77 qm“) Verfasser: Ludwig Bührer, 
Architekt und Ernst Röper, Architekt hier, Lerchenrain Nr. 
11. Das Preisgericht hat weiterhin beschlossen, den Qe- 
meindekollegien folgende Entwürfe zum Ankauf von je 
200 Mark zu empfehlen; Entwurf Nr. 39a (Kennwort: 
„Süden“) Verfasser: Wilhelm Scheel, Architekt, Stuttgart- 
Degerloch, Alte Weinsteige Nr. 130 und Hans Heim, Ar 
chitekt, Gablenberg, Pfarrstraße 54, Entwurf Nr. 52 
(Kennwort; „Sonniges Wohnen“) Verfasser: Alfred Bihl, 
Regierungsbaumeister hier, Böheimstr. 45 (in Fa. Bihl & 
Woltz) und Otto Linder, Architekt, Entwurf Nr. 67 a 
(Kennwort: „Frisch gewagt“) Verfasser: H. Weißhaar, 
Architekt hier, Kanzleistrasse Nr. 4.
	        

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