Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

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BAUZEITUNO 
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Nr. 1/2 
schlechter Wirtschaft in die Hände derer, die sie eigentlich 
nicht „verdiene n“, nämlich derer, die den Staat und 
damit die Allgemeinheit am skrupellosesten behandeln. 
Es werden also gerade die Geschäftsleute wirtschaftlich 
auf Kosten der Gesamtheit gestärkt, deren Staatsbürger 
eigenschaften die mindestwertigen sind. Darum, wenn 
wir gesunde kaufmännische Grundsätze für die Staats 
wirtschaft fordern, so handelt es sich nicht nur um eine 
Geldfrage, sondern auch um eine sozialethische Frage von 
großer Tragweite. (m.) 
ische Arbeiten der genannten Art erstrecken, der Ver 
sicherungspflicht nicht unterliegen. Derartige Betriebe 
sind von der Versicherungsgesetzgebung überhaupt nicht 
zur Mitgliedschaft herangezogen worden. Die Versicher 
ungspflicht soll vielmehr erst eintreten, wenn ein Archi 
tekt im Rahmen seiner Berufstätigkeit, für die in der 
Hauptsache künstlerische Gesichtspunkte maßgebend 
sein mögen, Arbeiten vornimmt, die zu denen des Bau 
gewerbes gehören. Dieser Fall ist gegeben, sobald dem 
Architekten die Leitung oder Ueberwachung einer Bau- 
Die Unfallversicherungspflicht der künstlerisch 
gebildeten Architekten. 
Die Unfallversicherungspflicht der künstlerisch gebil 
deten Architekten bejaht eine grundsätzliche Entscheidung 
des Reichsversicherungsamts vom 26. November 1915 in 
der es heißt: Das Reichsversicherungsamt hat niemals 
verkannt, daß die Haupttätigkeit der eigentlichen Archi 
tekten, nämlich der Entwurf von Bauzeichnungen und der 
Beirat zu Bauausführungen, eine künstlerische ist. Es hat 
aber dieser Tatsache für die Frage der Unfallversicher 
ungspflicht keine entscheidende Bedeutung beilegen können. 
Denn selbst wenn anerkannt wird, daß die künstlerischen 
Berufe an sich keinen Gewerbebetrieb im Sinne der 
Reichsversicherungsordnung darstellen, so folgt hieraus 
nur, daß Betriebe, die sich ausschließlich auf künstler 
ausführung übertragen wird. Denn alsdann übt er nicht 
eine rein künstlerische Tätigkeit aus, sondern eine sol 
che, die in das technische, gewerbliche Leben über 
greift. Er hat dann die Bauarbeiten auch vom technischen 
Standpunkt aus zu überwachen und ist für die Bauaus 
führung gewerblich mit verantwortlich. Es handelt sich 
in diesem Falle um einen gemischten, nicht ausschließ 
lich künstlerischen, sondern auch technischen Betrieb. 
Bei Betrieben dieser Art geht es nicht an, sie allein 
wegen der auf seiner künstlerischen Betätigung beruh 
enden Stellung des Architekten als Gewerbebetriebs 
nicht anzusehen. Steht fest, daß in diesem Betrieb eines 
künstlerisch gebildeten Architekten versicherungspflich 
tige Bauarbeiter, ausgeführt werden, so unterliegt er, 
abgesehen von den Arbeiten der kaufmännischen Angestell 
ten, seinem ganzen Umfang nach der Versicherungspflicht.
	        

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