Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1917/18)

BTOM 
FÜR WÜRTTEMBERG 
BHDEN* HESSEN-GL 
SHSS-LOTHRINGEN- 
16./3I. Jan, 1917 
Inhalt: Bebauungsplanwettbewerb Soest in Westfalen. — Kriegsliste der deutschen 
Normalprofile für Walzeisen zu Bauzwecken. — Ist das Verfahren gegen einen Kriegs 
teilnehmer auch dann auszusetzen, wenn er einen Generalbevollmächtigten mit der 
Führung seiner Geschäfte betraut hat? 
Alle Hechte Vorbehalten 
Bebauungsplanwetlbewerb Soest in Westfalen. 
Das Ergebnis des Wettbewerbs ist in einem der letz 
ten Hefte schon kurz mitgeteilt worden. Die 31 ein 
gelaufenen Entwürfe waren nach der Entscheidung des 
Preisgerichts eine Zeit lang öffentlich zur Besichtigung 
ausgestellt. Manch gute Arbeit war dabei zu sehen, die 
immerhin der Berücksichtigung wert gewesen wäre; aber 
daran kranken die meisten dieser Wettbewerbe, daß viel 
fleißige und gute Arbeit nutzlos beiseite geschoben wer 
den muß, da die programmäßig ausgesetzten Preise und 
Ankäufe eben mit dem besten Willen nicht ausreichen, 
um alles brauchbare wenigstens einigermaßen entlohnen 
zu können. Man sollte daher zum mindesten die Zahl 
der Ankäufe, für die in Soest 2 mal 500 M. ausgesetzt 
waren, erheblich vermehren. 
Die Verfasser des mit einem 2. Preis ausgezeichneten 
Entwurfs „Kultur im Krieg“ Katastergeometer Rudolf 
Linkenheil in Schramberg und Architekt Regierungs 
baumeister Schäfer in Ulm (zur Zeit im Felde) haben 
uns ihr Planmaterial samt einigen Erläuterungen zur 
Verfügung gestellt, so daß wir in der Lage sind, den 
Entwurf hier zu veröffentlichen. 
Bezeichnend für die Schwierigkeit der Aufgaben, 
welche der Soester Wettbewerb an die Bewerber stellte, 
war die Tatsache, daß von über 120 eingeforderten Unter 
lagen nur 31 Entwürfe einliefen; rund 90 verzichteten auf die 
Beteiligung, wobei allerdings inzwischen erfolgte Ein 
berufungen von Bewerbern teilweise eine Rolle gespielt 
haben mögen. 
Nicht ganz mit Unrecht wird Soest häufig das nord 
deutsche Rothenburg genannt; viele Baudenkmäler des 
Mittelalters stehen glücklicherweise noch unversehrt in 
der Altstadt; wir finden auf Schritt und Tritt noch alte 
trauliche Gassen und Winkel, Bürgerhäuser mit Gärten 
von prächtigem Baumbestand und die kleinen Häuser der 
alten Ackerbürger, und vor allen Dingen darf man sich 
darüber freuen, daß fast rings um die Altstadt der alte 
Wall, mit Mauern und Graben noch vorhanden ist. Oben 
auf dem Wall bilden uralte Baumriesen einen prächtigen 
Spazierweg, im Graben stehen Obstbäume. Tore und 
Türme jedoch, die zahlreich um den Wall vorhanden 
waren, sind leider alle verschwunden, bis auf das mäch 
tige Osthofentor und den Kattenturm auf dem Wall. 
Wo die Straßen zur Stadt hinaus führen, liegt der Wall 
jetzt unterbrochen und die Wallmauer teilweise abge 
rissen da, manchmal ist auch ein Haus quer über die 
Gräfte erbaut, sonst aber machen die Stellen, wo die 
Tore standen, einen unfertigen, ins Leere starrenden 
Eindruck, und kaum ein Versuch ist gemacht — man 
kann fast sagen glücklicherweise, die Durchbrüche eini 
germaßen zu gestalten. Dagegen hat man unbegreiflicher-
	        

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