Full text: Süd- und Mitteldeutsche Bauzeitung (1919/20)

Begründen Körperverletzungen infolge von Spielereien 
während der Arbeit den Anspruch auf Unfallrente? 
Ein Handwerker, der in einem größeren Betriebe ar 
beitete, hatte den auf dem Hofe befindlichen Abort aufge 
sucht. Bei der Rückkehr von dort wurde er von einem 
Schneeball, den ein Mitarbeiter warf, ins Auge getroffen, 
das infolge der Verletzung herausgenommen werden 
mußte. 
Obgleich das verletzte Auge infolge von Netzhaut 
ablösung bereits seit Jahren erblindet war .forderte der 
Verunglückte doch von der Berufsgenossenschaft eine Un 
fallrente, die indessen abgelehnt wurde. Die Vorinstanz 
hatte ausgeführt, es liege kein Betriebsunfall vor, da es 
Rundschau. 
Vereinigung Schwäbisches Lichtbild. Wenn im vori 
gen Jahrhundert das verstandesmäßige Wissen recht ein 
seitig unsere Oeisteskultur beherrschte, so macht sich jetzt 
immer mehr das Bestreben geltend, auch der Sinnesemp 
findung zu ihrem Recht zu verhelfen,. Unter den mancher 
lei Hilfsmitteln, die geeignet sind, die sinnliche Anschau 
ung zu pflegen, nimmt das Olaslichtbild eine hervor 
ragende Stelle ein. Wie kein anderes gibt es jedes beliebige 
Bild in vollendeter Deutlichkeit und bedeutender Vergröße 
rung wieder; wie kein anderes eignet es sich darum zu 
Volksunterricht, Volksbildung und edlerer Volksunterhal 
tung, in deren Zeichen wir leben. Von solchen Gedanken 
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Dreischeibiges Kastenfenster 
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sich doch bei dem Schneeballwerfen um eine Spielerei ge 
handelt habe, die mit der Gefahr des Betriebes ganz und 
gar nichts zu tun habe. Weiterhin sei auch die Erwerbs 
fähigkeit des Klägers, der jetzt ein künstliches Auge tragen 
müsse, gegen früher keineswegs ungünstig beeinflußt, da 
er doch bereits auf dem Auge erblindet war. 
Das Reichsversicherungamt hat dieses Urteil gebil 
ligt. Von einem Betriebsunfälle könne keine 
Rede sein. Zwar handelt es sich um einen durch einen 
Mitarbeiter an der Betriebsstätte verursachten Vorgang, 
doch fehlt jeder äußere und innere Zusammenhang mit 
dem Betriebe. Die fragliche Verletzung ist ja weder aus 
Anlaß eines mit dem Betriebe zusammenhängenden Strei 
tes erfolgt, noch ist dabei irgend welches Betriebsmaterial 
verwendet worden. 
Sonach erweist sich der Anspruch des Klägers als 
ungerechtfertigt. 
sind unsere großen Heimatpflege und Volksbildung trei 
benden Vereine ausgegangen, wenn sie sich entschlossen 
haben, zusammenzutreten und eine gemeinsame 
Lichtbildsammelstelle zu begründen, in 
der die Schätze der heimatlichen Kunst 
und Natur möglichst vollständig im Bild 
gesammelt werden sollen. Gemeinsam wollen 
sie vorgehen, um eine möglichst reiche Sammlung zusam 
men zu bekommen, um beim Verleihgeschäft Arbeit und 
Kosten zu sparen, um in ihren nach vielen Hunderten 
zählenden Ortsgruppen reiche Abnahme zu finden und 
um die Werbetätigkeit auch unter den übrigen Volksange 
hörigen möglichst nachdrücklich betreiben zu können. 
Freilich vorerst handelt es sich mehr um das Sam 
meln der Lichtbilder, als um das Ausleihen, denn das Zu 
sammenstellen der Lichtbilderreihen erfordert bedeutende 
Mittel und gründliche Vorarbeiten der verschiedensten Art 
die alle eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werden 
Hoffentlich werden sich möglichst weite Kreise an det 
Lösung dieser geraeisamen Aufgabe unseres Volkes betei 
ligen: Vereine und Gemeinden, indem sie als Mitglieder
	        

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