Sud- und mitteldeutsche
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/15. Nov. 1919
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Heue Folge der Bauzeitung für Württemberg, Baden, Ressen,
ClsaB-Gothringen.
Gegründet als Württembergisdie Bauzeitung im lahre 1904.
Inhalt: Vorentwürfe. — Rundschau» — Vereinsmitt/ilfin
Vorentwurfe.
Um den Stuttgarter Privatarchitekten bei der gegenwärtigen
schwierigen Lage Gelegenheit zu Berufsarbeit
und Verdienst zu geben, hat die Stadtverwaltung Stuttgart
zu Beginn dieses Jahres zur Erlangung von Vorentwürfen
für eine Anzahl städtischer Bauprojekte engere
Wettbewerbe mit Vergütung für jeden der Beauftragten
ausgeschrieben. Unter den 50 eingegangenen Entwürfen
seien einige interessante Lösungen unter kurzer Erwähnung
des Bauprogramms und der Aeußerung des Beurteilungs-Ausschusses
wiedergegeben;
Schulgebäude südwestlich der Ecke von Seiden- und
Rosenbergstraße für eine Volks- und Bürgerschule. An
Räumen waren verlangt 43 Klassenzimmer, 3 Zeichensäle,
1 Physiksaal, 1 Handarbeitssaal, die nötigen Räume
für Vorstände, Lehrer und Lehrmittel, Kochküche, Frühstücksraum,
eine Turnhalle, sowie eine Wohnung für den
Hausmeister.
Der Beurteilungs-Ausschuß sagt über den Entwurf von
Professor M. Elsässer:
Der Entwurf ist baukünstlerisch weitaus die wertvollste
Arbeit unter den vorliegenden Projekten. Die Gruppierung
der Räume um einen geschlossenen Hof, der sich
häufig notwendigen Klassenaustausches und wegen des
Verkehrs im Gesamtgebäude nicht zu empfehlen. Den
beiden letzt angeführten Beanstandungen dürfte durch
Einschaltung eines Ganges im südlichen Verbindungstrakt
abzuhelfen sein.
Schulgebäude nordwestlich der Ecke von Seiden- und
Rosenbergstraße mit demselben Bauprogramm.
Die beiden in engerer Wahl für die Ausführung vorgeschlagenen
Entwürfe haben die nachstehende Beurteilung
erfahren;
Entwurf von Professor Hummel. Die Gesamt-Anlage
ist durchaus glücklich gewählt; sie ergibt ruhige
Schulklassen mit guter Hofbildung. Der Spitalbetrieb
wird durch diese ausgezeichnete Situation wenig Störung
erfahren. Im übrigen zeigt der Grundriß eine knappe,
einwandfreie Lösung. Die Turnhalle ist gut angegliedert.
Leider läßt die äußere Erscheinung eine einheitliche
Durchbildung vermissen.
Entwurf von Reg.-Baumeister Lempp und Riethmüller.
Der Entwurf zeigt einen guten architektonischen Gedanken
mit zweckentsprechender Gruppierung. Die Anlage
eines Hofs gegen die Rosenbergstraße ist günstig,
da hiedurch die Mehrzahl der Klassen von dem Straßenlärm
abgerückt sind. Diese Anordnung bietet weiterhin
Schulgebäude Seiden- und Rosenbergstraße.
Prof. Martin Elsässer, Stuttgart.
zu wirkungsvollen, verkehrstechnisch guten Eingangshallen
öffnet, ist eine interessante architektonische Idee,
die in charaktervoller Weise durchgeführt ist. Die leichte
Biegung der Straßenwand an der Seidenstraße macht die
im allgemeinen ruhig gehaltene äußere Erscheinung warm
und lebendig. Die Anordnung der Mehrzahl der Klassen
an den verkehrsreichen Rosenberg- und Seidenstraßen ist
aber ganz unzweckmäßig, gleichfalls der Zugang zu den
Aborten von den Treppenpodesten aus. Die strenge
Trennung der Volks- und Bürgerschule ist wegen des
eine rentable Ausnützung des Grundstücks durch das
Freihalten der Seiden- und Lerchenstraßenfronten für
Wohngebäude. Der Grundriß ist klar geordnet mit richtig
gelegten Eingängen und Treppen. Aborte mit gemeinsamen
Vorplätzen für Knaben und Mädchen sind
unmöglich, Aenderung ist leicht durchzuführen. Das
Aeußere weist eine gute, baukünstlerische Empfindung auf.
Die Wiedergabe der Entwürfe von der Kinderkrippe, der
Viehmarktbank und der Cannstatter Markthalle erfolgt in nächster
Nummer.