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BAUZEITUNO 
Nr. 46/47 
Besitz von Beförderungsstellen sich befinden, vermehrte 
Stellen zur Ermöglichung eines Aufrückens vorgesehen 
sind, ist für uns mittlere Techniker bei der Straßen- und 
Wasserbauverwaltung wiederum nichts eingestellt. Man 
fragt sich unwillkürlich: Hat es denn unsere Oberbehörde 
absichtlich darauf abgesehen, die Erbitterung ihrer Be 
amten gegen sie immer mehr zu steigern? Seit Jahren 
ist von ihr rein gar nichts für uns mittlere Techniker ge 
schehen, jedes Gesuch zur Erreichung einer Besserstel 
lung wurde in ablehnendem Sinn behandelt, nur mit 
leeren Kanzleitrösten wurde man abgespeist. 
In welch großzügiger Weise hat dagegen die Ver 
kehrsverwaltung für ihre mittleren Techniker gesorgt, und 
auch im neuen Haushaltplan sind für diese wieder ganz 
wesentliche Beträge zur Ermöglichung des Aufrückens 
in Beförderungsstellen eingestellt. Auch von Seite ande 
rer Verwaltungen sind im Nachtragsetat zur Besserstel 
lung ihrer Beamten große Summen angefordert, handelt 
es sich ja im neuen Nachtragsetat um mehr als 2000 neue 
Stellen. Angesichts dieser Tatsache ist es erklärlich, wenn 
bei den beteiligten Beamten immer mehr die Ueberzeu- 
gung Platz greift, die Oberbehörde hat nichts für uns 
übrig, und demgemäß sinkt das Vertrauen zu ihr immer 
mehr herab. 
Ein Gesuch um nachträgliche Aufnahme von Beförde 
rungsstellen in den neuen Haushaltplan ist an den Land 
tag abgegangen, und hoffen wir, durch diesen die end 
liche Erfüllung unserer diesbezüglichen langjährigen Be 
strebungen zu erlangen. (Ein Abdruck des Gesuchs geht 
demnächst den Mitgliedern zu.) In Sachen des Beamten 
beirats wird, sobald Näheres bekannt ist, diesbezügliche 
Mitteilung in dieser Zeitung erfolgen. 
Verein der Bauamtswerkmeister und Bauwerkmeister 
im Finanzdepartement. Das Erscheinen des 6. Nachtrags 
zum Finanzetat für 1919 brachte uns allen eine große 
Enttäuschung, insofern als die uns zugesagten gehobenen 
Stellen nicht darin enthalten sind. Wenn man aus diesem 
Nachtrag ersieht, welch reicher Segen von solchen Stellen 
sich über die übrigen mittleren Beamten ergossen hat 
(wir freuen uns mit ihnen), so ist es begreiflich, daß in 
unseren Reihen tiefe Erbitterung herrscht. Wir haben 
sofort Schritte unternommen, daß auch uns endlich ein 
mal Gerechtigkeit widerfahre, und haben die feste Zu 
versicht, daß unsere Sache im Landtag warm vertreten 
wird. Den Herren Kollegen geht in den nächsten Tagen 
ein Exemplar unserer neuen Eingabe zu mit der Bitte 
um raschen Umlauf. Die Kollegen können den Ausschuß 
ihrerseits auch dadurch unterstützen, daß sie die Herren 
Abgeordneten ihrer Bezirke um wohlwollende Behand 
lung unserer Sache ersuchen. — In den Beamtenbeirat 
beim Finanzministerium wurde durch Beschluß des Aus 
schusses vom 15. November Kollege Geilsdörfer und als 
dessen Stellvertreter Kollege Fischer je in Stuttgart ge 
wählt, nachdem ein Befragen sämtlicher Mitglieder mit 
tels Rundschreiben mit überwiegender Mehrheit ein Ver 
trauensvotum für unseren Vorstand ergeben hatte. Um 
den nicht organisierten und nicht geprüften Kollegen — 
Bauführer, Kanzleiassistenten —, sowie einigen Bauauf 
sehern Gelegenheit zu geben, ihre Angelegenheiten eben 
falls im Beirat vertreten zu lassen, haben wir dem Finanz 
ministerium gegenüber erklärt, daß wir auch die Ver 
tretung der Interessen dieser Beamten übernommen ha 
ben. Um einen Ueberblick über die Anzahl dieser Beamten 
zu bekommen, bitten wir um Mitteilung der betreffenden 
Namen. Die Herren Kollegen werden gebeten, den in 
Betracht Kommenden hierüber Mitteilung zu machen. 
Bücher. 
Wasserkraftanlagen. Von Regierungsbaumeister Dr 
ing. Th. Rüm e 1 i n in München. I.: Beschreibung. Mit 
58 Figuren. II.: Gewinnung der Wasserkraft. Mit 35 
Figuren. 111.: Bau und Betrieb. Mit 58 Figuren. Zweite 
Auflage 1919. (Sammlung Göschen Nr. 665—667.) Ver 
einigung wissenschaftlicher Verleger, Walter de Gruyter 
und Co., in Berlin W. 10 und Leipzig. Preis einschließl. 
der Teuerungszuschläge jeder Band Mk. 1.80. — Die 
zweite Auflage der „Wasserkraftanlagen“ ist schon nach 
kurzer Zeit nötig geworden, ein Beweis, daß die Büchlein, 
die in den Jahren 1910 bis 1913 aus der Praxis heraus 
entstanden sind, einem Bedürfnis entsprechen. Außer 
wenigen Druckfehlern und Unrichtigkeiten, die in der 
ersten Auflage stehen geblieben waren, wir verweisen hier 
besonders auf Band II., Seite 94, wurden auch einige ent 
behrliche Fremdwörter ausgemerzt. Gegenüber dem von 
mancher Seite geäußerten Wunsch, noch mehr fremde 
Ausdrücke durch entsprechende deutsche zu ersetzen, 
mußte der Verfasser auf die Schrift seines Oheims, des 
Tübinger Kanzlers Gustav Rümelin: „Die Berechtigung 
der Fremdwörter, Freiburg 1887“ verweisen, worin auf 
Seite 4 steht: „ . . . Jedes Fremdwort ist berechtigt, für 
welches in dem Zusammenhang, in welchem es gebraucht 
wird, kein vollständig deckender einheimischer Ausdruck 
zu finden ist, unter der einzigen Voraussetzung, daß er den 
Angeredeten verständlich ist oder gemacht wird.“ Die 
Literaturverzeichnisse sind auf den neuesten Stand ergänzt. 
Adreßbuch für das gesamte Baugewerbe und die Holz 
industrie in Württemberg und Hohenzollern 1919. Nach 
amtlichen Quellen bearbeitet. (Verlag der Deutschen Bau 
gewerbe-Adreßbücher Stuttgart.) Preis gebd. 10 Mark. 
Das Adressenmaterial für das Baugewerbe für sich zu 
sammengestellt dürfte vielen willkommen sein. 
Deutsche Sparprämienanleihe. 
Kurz gesagt ist die Sache die; Zinsen werden zunächst 
nicht ausbezahlt; also Leute, die auf ihre Zinsen ange 
wiesen sind, werden sich die Höhe der zu zeichnenden 
Beträge besonders zu überlegen haben. Die Aussichten 
sind nämlich zu verlockend: Es finden zweimal im Jahr 
Gewinn- und einmal im Jahr Tilgungsverlosungen statt. 
Die letztere sieht bei jedem zweiten ausgemerzten 
Stück einen Bonus (Gutschein) vor, der sich in den ersten 
30 Jahren auf 1000 Mark, dann 10 Jahre lang auf 2000 
Mark und die letzten 40 Jahre auf 4000 Mark beläuft. 
Also je länger man warten muß, je höher das Wartegeld. 
Da das Stück, auf welches ein Gewinn fällt, nicht außer 
Kraft gesetzt wird, so kann es mehrmals gewinnen und 
bei seiner Tilgung kann ihm auch noch ein Bonus zufallen. 
Auf alle Fälle aber werden für jedes Jahr bis zur Tilgung 
50 Mark vergütet, so daß nach 20 Jahren, nach welchem 
Zeitraum das Kündigungsrecht eintritt, für jedes Stück 
der Betrag von 2000 Mark unter Abzug von 10 Prozent, 
also 1800 Mark ausbezahlt werden. Wenn also mit dieser 
Form der Geldbeschaffung ein allmähliches Abbauen der 
Kriegsschulden mitverbunden ist, so dürfte dies für viele 
mit ein Grund sein, ihre verfügbaren Mittel zu zeichnen, 
also nicht allein die Hoffnung, Millionen zu gewinnen, 
für sie maßgebend sein. 
Wenn ich noch etwas auszusetzen habe, so sind es die 
Millionengewinne; man bekämpft den Kapitalismus und 
züchtet von Staatswegen Millionäre. Warum 
anstatt 30 Gewinne mit zusammen 11 x / 2 Millionen Mark 
nicht weitere 115 mit je 100 000 Mark? 
Karl Schüler. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart. Druck Gustav Stiirner in Waiblingen.
        

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