BAUZEITUNG 
Nr. 1/2 
$ 
angestellten höheren und mittleren Techniker zur Wah 
rung ihrer gemeinsamen Interessen zusammenzufassen. 
Die Aussprache ergab insofern ein erfreuliches Bild, als 
die Vertreter der in Betracht kommenden Verbände im 
Grunde mit der Schaffung des neuen Verbands einver 
standen waren, vorausgesetzt, daß die Vereinsausscliiisse 
bezw. die Mitgliederversammlungen, die sich mit dieser 
Frage noch zu befassen haben werden, nicht gegenteiliger 
Ansicht sein sollten. Außerdem wurde von den Vertretern 
der mittleren Techniker an die etwaige Teilnahme ihrer 
Vereine die Voraussetzung geknüpft, daß das zwischen 
höheren und mittleren Technikern zum Teil sehr gespannte 
Verhältnis einem verträglichen Zusammenarbeiten Platz 
machen soll, daß dies aber nur der Fall sein könne, wenn 
der mittlere Techniker in Zukunft nicht wie bisher als ein 
notwendiges Uebel, sondern als vollwertiger Mitarbeiter 
betrachtet wird. Auch wurde von dieser Seite der Wunsch 
ausgesprochen, daß Amtsvorständen, die sich infolge ihrer 
Charaktereigenschaften zur Versehung verantwortungs 
voller Posten nicht eignen, nahegelegt werden möge, sich 
nach einem passenderen Wirkungskreis umzusehen. Da 
es sich nur um unverbindliche Aussprache handelte, so 
konnte über die Zusammensetzung der Verbandsleitung, 
sowie die Teilnahme der bei den verschiedenen Verwal 
tungszweigen bestehenden Beamtenvereinigungen nicht 
endgültige Beschlüsse gefaßt werden. Im allgemeinen war 
man sich jedoch darüber klar, daß nur Staatsbaubeamte, 
die in einer der bestehenden Vereinigungen ihre Mitglied 
schaft erworben haben, Aussicht haben, im Staatstech 
nikerverband vertreten zu sein. Es ergeht deshalb an 
sämtliche Kollegen, die einer solchen Vereinigung noch 
nicht angehören, das dringende Ersuchen, sich so bald 
wie möglich der für sie in Betracht kommenden Organi 
sation anzuschließen, da bei der endgültigen Feststellung 
der Vertreterzahl im neuen Verband die einzelnen Ver 
einigungen entsprechend ihrer Mitgliederzahl Sitz und 
Stimme erhalten. 
Der Ausschuß der Vereinigung der mittl. techn. Be 
amten im Ministerium des Innern hielt am 2. Januar 1Q20 
in Plochingen eine Sitzung. Von sieben Mitgliedern waren 
sechs anwesend. Hauptzweck v/ar die Bestimmung des 
Beiratsmitgliedes und dessen Stellvertreters. Als solche 
wurden bestimmt; Bauamtswerkmeister Steinle und Bau 
amtswerkmeister Dietz beim Bauamt für das öffentliche 
Wasserversorgungswesen. Die Namen sind bereits dem 
Ministerium des Innern mitgeteilt. Einem Zusammentritt 
des Beirats steht also unsererseits nichts mehr im Wege. 
Briefkasten. 
Anfrage: Ist es ratsam, Hochofenzement, der nach 
der 28. Tagesprobe eine Durchschnittsfestigkeit von 106 Kg 
pro qcm aufweist, zu Eisenbetonarbeiten zu verwenden? 
Anderer Zement steht nicht zur Verfügung. W. S. 
Antwort; Hochofenzement, von der angegebenen 
geringen Festigkeit ist zu Eisenbeton nicht mehr brauch 
bar, um so mehr, wenn die Prüfung bereits einige Zeit 
zurückliegt, da Hochofenzement in kürzester Zeit nach der 
Herstellung verarbeitet werden soll und diese Zementart 
mit der Dauer der Lagerung geringwertiger wird. Wenn 
anderer Zement nicht zur Verfügung steht, so muß eben 
auf die Ausführung des betreffenden Bauteils so lange 
verzichtet werden, bis dazu.normengemässer Zement ge 
liefert wird. — Es ist Pflicht aller Baumeister, schlechte 
Ware zurückzuweisen, da damit eine Vergeudung an 
Arbeitskraft und Geld verbunden, ist. Zur Zeit ist un 
bedingt nötig, die Ware nach bestimmten Vorschriften 
(Normen für Zement, Backsteine, Zementrohre und dergl.) 
zu kaufen und bei der Abnahme zu prüfen, bezw. prüfen 
zu lassen. Die Prüfungskosten sind geradezu be 
deutungslos gegenüber dem Warenpreis und dem aus der 
Prüfung zu ziehenden Nutzen. —f. 
Ersatz für Massivdecken. 
Die unerhörten Preissteigerungen und die Knappheit 
an Baustoffen üben auf das Baugewerbe einen geradezu 
verhängnisvollen Einfluß aus, welcher mit allen Mitteln 
zurückgedämmt werden muß. 
Auf dem Gebiet des Massivdeckenbaus ist es nun durch 
eine Neukonstruktion ohne Eisen und Schalung, die Stein 
decke „Ika“, bei Nutzlasten bis 250 kg qm, also bei nor 
malem Woimhadsbau auch ohne Verwendung von Ze 
ment gelungen, einen billigen Ersatz zu schaffen, der für 
die üblichen Fälle als vollwertig anzusprechen ist. 
Die Steindecken „Ika“, welche als Einsteindecke und 
Zweisteindecke ausgeführt werden, haben als Füllmaterial 
für die Balkenfache fabrikmäßig hergestellte Kunststeine. 
Da für den Wohnhausbau nach den vorgenommenen Be 
lastungsproben, Kunststeine mit natürlichen Bindemitteln 
genügen, so ist die Herstellung unabhängig von den ra 
tionierten Baustoffen. Decken mit größeren Nutzlasten 
für Fabrik- und Speicherbauten lassen sich als Einstein 
decke ausführen. Hier sind jedoch Kunststeine aus Ze 
mentbeton zu verwenden. Zu Isolierdecken über Stallun 
gen eignen sich beide Deckensysteme. 
Die Tragkonstruktionen bilden diagonal verlegte Holz 
balken mit quadratischem Querschnitt, welche auf beson 
deren Auflagersteinen gelagert sind und wie die I-Träger 
der bisherigen Massivdecken eingelegt werden. 
Das ganze System wirkt wie eine gewölbte Ziegel 
decke zwischen I-Trägern. Der Nachweis der Tragfähig 
keit ist im allgemeinen nur für die Holzbalken zu er 
bringen, da Einsteine aus Zementbeton ohne weiteres für 
größere Nutzlasten genügen. Die Aufbringung der Bo 
denbeläge geschieht wie bei Massiv- oder Holzbalken 
decken. 
Wenn Feuersicherheit verlangt wird, so müssen die 
Holzbalken entsprechend ummantelt werden. Die Unter 
sicht der Decken kann bei untergeordneten Räumen un 
verputzt bleiben. Hauptsächlich im Wohnhausbau dürfte 
dieser Vorteil für die Verwendung als Untergeschoßdecke 
ausschlaggebend sein. 
Die Deckensteine können von jedem Baugeschäft aus 
landesüblichem Material hergestellt werden. Deshalb ist 
die Steindecke „Ika“ in der heutigen, baustoffarmen Zeit 
eine besonders zu begrüßende Neuerung. H. R. 
Veraitwortf.: Karl Scholar. Stottrart. Drnck: 0. Stflrncr, Waibliaic«,
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.