16/30 April 1920. 
BAUZEITUNO 
Inneres des Kraftwerkes mit Spiralturbine. 
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eingeschlossenen Luftschichten nie der Fall. Die Hohl 
räume müssen mit schlecht wärmeleitenden Stoffen aus 
gefüllt werden, da hierdurch die Luftbewegung verhindert 
und die Strahlung auf ein Mindestmaß herabgesetzt wird.“ 
Mehr Sparsamkeit im Wohnungsbau. In einem Auf 
satz in der Westdeutschen Arbeitgeberzeitung wendet sich 
F. Berchen-Essen gegen die Anlage größerer Siedlungen 
auf bisherigem Ackerland, für die alle Straßen- und Ver 
kehrsanlagen neu geschaffen werden müssen, während 
Tausende von Metern fertiger Straßen mit Kanalisation, 
Gas-, Wasser- und elektrischen Leitungen zum Teil sogar 
fertig gepflastert des Ausbauens harren. Vom volkswirt 
schaftlichen Standpunkte aus sei dies eine ungeheure Ver 
geudung von Volksvermögen. Die Finanzen der Städte 
könnten daher durch eine Verwertung der baureifen 
Grundstücke ganz erheblich gebessert werden, wohin 
gegen durch die Anlage von Siedelungen auf nicht bau 
reifem Gelände große Neubelastüngen entstünden. Auch 
die von allen behördlichen Instanzen viel zu weit unter 
stützte Flachbauweise bedeute eine große Verschwendung 
von Volksvermögen. Jedem Fachmann sei es klar, daß die 
Wohnungen in einem dreigeschossigen Hause erheblich 
billiger und mit viel weniger Bauarbeit hergestellt werden 
könnten, als bei einem einstöckigen, ^örtlich heißt es 
dann: „Daß jedoch aus städtischen Mitteln auf Kosten der 
übrigen Steuerzahler nur einige bevorzugte Bürger ein 
vielbegehrtes Eigenheim erhalten, entspricht nicht der Ge 
rechtigkeit und kann heute nicht mehr verantwortet wer 
den.“ — Die Errichtung von Wohngelegenheiten ist daher 
Hand in Hand mit dem praktischen Baugewerbe und den 
erfahrenen Hausbesitzern auf vollständig neue Grundlage 
zu stellen unter Beachtung aller Vorschläge, die zu einem 
sparsamen und doch zweckmäßigen Bauen führen können. 
Starke Preissteigerung von Grund und Boden. In 
Döhren‘im Regierungsbezirke Osnabrück wurde ein Stück 
Oedland, welches erst urbar gemacht werden muß, bevor 
es als Ackerland benutzt werden kann, öffentlich meist 
bietend verkauft. Dabei wurde ein Preis von 42 285 Mark 
für den Flektar erzielt, also rund 17 Mark für den Oeviert- 
meter. Im Jahre 1913 kostete in derselben Gegend der 
Hektar unkultivierten Oedlands 2200 Mark. Der Preis 
ist demnach um das zwanzigfache gestiegen. 
Teure Familienwohnungen, ln der letzten Gemeinde 
ratssitzung in Eisenach erregte die Mitteilung bedeutendes 
Aufsehen, daß die für den Bau von 10 städtischen Klein 
wohnungen bewilligte Summe von einer halben Million 
Mark infolge der sprunghaften Steigerung der Arbeits 
löhne und der Baustoffpreise um rund eine halbe Million 
überschritten werden würde. Eine in den bescheidensten 
Grenzen gehaltene Familienwohnung würde rund 90 000 
Mark Baukosten verursachen. Ein Antrag, den Bau dieser 
Wohnungen mit Rücksicht auf die schlechte finanzielle 
Lage der Stadt auf unbestimmte Zeit zu vertagen, wurde 
abgelehnt. 
Zimmersteuer in Kopenhagen. Der Ausschuß, der sich 
mit der Abhilfe der Wohnungsnot in Kopenhagen be 
schäftigt, hat einen Plan ausgearbeitet, der eine Steuer auf 
die überzähligen Zimmer vorsieht, da man sich von der 
Wohnungsenteignung wenig verspricht.’ Es soll jedem 
Einwohner ein Zimmer zur Verfügung stehen, und bei 
Wohnungen über 5 Zimmer soll für jedes Zimmer, für das 
kein Familienmitglied in Frage kommt, eine Steuer von 
200 Kronen erhoben werden. Die Stadt soll durch diese 
Maßnahme in die Lage versetzt werden, Häuser anzu 
kaufen und man rechnet damit, daß die Gemeinde in etwa 
20 Jahren Besitzerin eines großen Teils der Häuser sein 
wird. 
Wettbewerb 
Der Verein zur Förderung der Kunst weist in einer 
Bekanntmachung im Anzeigenteil darauf hin, daß wohl 
die gleiche Baustelle für die Aussichtsplatte an der Eduard- 
Pfeiffer-Straße in Frage komme, jedoch das Programm 
verändert werden mußte. 
Vereinsmitteilungen. 
Württ. Baubearnten-Verein. Einladung zur Ausschuß- 
Sitzung und Mitgliederversammlung. Am Samstag, den 
8. Mai ds. Js., vormittags 11 Uhr, findet im Gesellschafts 
baus „Bauhütte“, Büchsenstraße 531 in Stuttgart eine 
Mitgliederversammlung mit folgen der Tagesordnung statt: 
1) Rechenschaftsbericht d. Js. 1919. 2) Kassenbericht. 
3) Voranschlag für das Jahr 1920. 4) Beratung der von 
Mitgliedern gestellten Anträge. 5) Stellungnahme zum 
Verband techn. Vereine, zum Staatstecliniker-Verband und 
zum Bauwerkmeisterverein Württembergs. 6) Mitglieder- 
Aufnahme und Sonstiges. 
Hiezu werden sämtliche Vereinsmitglieder dringend 
eingeladen. 
Die 2. Jahresausschußsitzung findet — dieser Mitglie 
derversammlung vorausgehend — im selben Lokale vor 
mittags 10 Uhr statt, wozu gleichfalls frdl. Einladung er 
geht. Der Vorstand. 
’S.
        

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