15: Februar 1919. 
BAUZEITUNG 
15 
Serpentine 
in den Betafelsen 
des Weißjura. 
Steige 
nach Oberböhringen 
nach Fertigstellung. 
Feuerschutztüren bewährten Systems. 
Von Friedrich Huth, Architekt. 
Nachdruck verboten! 
ATK. Die Wahl der Feuerschutztüren hängt im 
wesentlichen von der besonderen Bestimmung der betref 
fenden Gebäude oder Gebäudeteile wie von den baupoli 
zeilichen Bestimmungen ab. Es wäre aber nicht klug, 
nur formell den Bestimmungen der Baupolizei zu genügen, 
die zum Teil veraltet und hinter den praktischen Erfahrun 
gen und Fortschritten der Technik zurückgeblieben sind. 
■Für den Bau von Geschäfts- und Warenhäusern, 
Werkstätten usw. gelten jedoch im allgemeinen sehr 
strenge Vorschriften, Es werden in derartigen Fällen nur 
noch Feuerschutztüren zugelassen, die sich bereits bei amt 
lichen Brandversuchen bewährt haben. Gewöhnliche 
Eisen-, Blech- oder Wellblechtüren wären hier nicht am 
Platze, da sie sich im Feuer verbeulen und verbiegen und 
dann nicht mehr dicht schließen können, so daß die Nach 
barräume, Treppenhäuser, Korridore vollkommen vom 
Qualm erfüllt werden würden. 
Als Fortschritt den Eisen- und Blechtüren gegenüber 
galten eine Zeit lang die nach dem System Monier kon 
struierten Drahtzementtüren mit Winkeleisenrahmen. Dodi 
haben sie sich nicht bewährt, sie blieben schon deshalb 
nicht standhaft, weil sie infolge ihres großen Gewichts 
mit solcher Gewalt ins Schloß fielen, daß die Monier 
platten, resp. ihre Verbindungen mit dem Eisenrahmen be 
schädigt wurden. Man hat auch die Erfahrung gemacht, 
daß derartige Türen sich in der Hitze werfen und dann 
in der Türzarge derart festklemmen, daß sie nicht wieder 
geöffnet werden können. Dasselbe gilt von den aus zwei 
Tafeln Wellblech konstruierten Türen, die mit einem 
Isolier- oder Füllmaterial ausgestopft wurden. Der Well 
blechmantel wurde beim Brande schnell verletzt, und dann 
kam natürlich das Füllmaterial hervor, wie die Watte aus 
einem schlecht gefütterten Pelzmantel. 
Es herrschen jetzt Feuerschutztüren zweier verschie 
dener Systeme vor, und zwar stellt das eine eine Kombina 
tion von Eisen und Holz, das andere eine Kombination 
von Eisen mit isolierenden Füllstoffen dar. 
Bei der Konstruktion von Eisentüren mit Holzkern 
geht man jetzt von dem Standpunkt aus, daß die Tür nur 
richtig konstruiert sein müsse, damit sie selbst beim Ver 
kohlen der Holzteile standhaft bleibe. Im übrigen, sagt 
man, wäre das Holz in feuertechnischer Hinsicht weit 
besser als sein Ruf. Für eine Feuerschutztür müsse man 
aber Hartholz verwenden; die Füllung würde am besten 
aus zwei kreuzweis zu einander angeordneten Brettlagen 
gefertigt, da sich das Flolz dann am wenigsten in der 
Hitze verziehe. Die Befestigung der Bleche erfolgt bei 
derartigen Türen nicht durch Verwendung von Nägeln 
und die Verbindung der Rahmen und des Holzkerns nicht 
durch Schrauben. Man verwendet vielmehr Niete, die 
durch die ganze Tür hindurchgreifen. Die Türflügel wer 
den mit festen Rahmen aus Winkel- oder Flacheisen ver 
sehen und schlagen in eine eiserne Türzarge. Der Tür 
rahmen soll an der Innenseite etwas über den Rand der 
Betafelsen 
an der Wendeplatte 
mit Inschrifttafel. 
Steige 
nach Oberböhringen.
        

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