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folgende: Anthericus ramosus, Aster amellus, Buphthalmum salieifolium,
Coronilla montana, Libanotis montana, Peucedanum cervaria, Pulsatilla
vulgaris, Teuerium montanum, Trifolium rubens. Sie waren sämtlich in
unsere Fragebogen aufgenommen und ihre Verbreitung muß jetzt als
hinreichend, wenn auch keineswegs lückenlos, festgestellt gelten.
Wie unsere Karte zeigt, halten sich die sämtlichen Leitpflanzen
der Genossenschaft an die bereits gezeichneten Gebiete, mit folgenden
geringfügig zu nennenden Ausnahmen: . Anthericus ramosus dringt an
einzelnen Punkten etwas weiter in das Keuperland ein, von Norden her
bis Harsberg und Obersöllbach OA. Öhringen, von Osten
bis Bubenorbis; ebenso in den Schwarzwald bis Berneck.
Ähnlich findet sich Peucedanum cervaria noch bis Ebersberg
OA. Backnang und Ebersbach OA. Göppingen. Kaum der Erwähnung
wert ist das vereinzelte Vorkommen von Carex ericetorum bei
Baden-Baden und Bühlertal ganz nahe dem Westrand des
Schwarzwalds. Auffallender schon ist der Cylisus nigricans bei Hammereisenbach
im südöstlichen Schwarzwald; dieselbe Pflanze
dringt auch im Nagöldgebiet besonders weit gegen den Buntsandstein
vor. Eine wirkliche pflanzengeographische Insel innerhalb des Schwarzwalds
ist Schramberg*!, das auf seinem rotliegenden Gestein
mehrere entschiedene Glieder der Steppenheide beherbergt, darunter
von Leitpflanzen Anthericus ramosus und Orobanche caryophyllacea. Als
höchst auffallend muß bezeichnet werden das vereinzelte Vorkommen
von Teucrium montanum bei Kaisersbach und ganz besonders
das Auftreten einer ganzen Anzahl von Steppenheidepflanzen bei V or de rsteinenberg
OA. Gaildorf, darunter Peucedanum cervaria, Teuerium
montanum, Trifolium rubens, ohne daß sich für dieses ganz perverse
Vorkommen mitten im Welzheimer Wald irgend ein Anhaltspunkt in
der Beschaffenheit des Bodens finden ließe. Die Funde sind gut bezeugt.
Trotzdem muß hier irgend etwas nicht in Ordnung sein. Ich vermute
absichtliche Fälschung der Flora durch Aussaat oder Anpflanzung.
Ehe wir an die Lösungsversuche für die hier schwebenden Probleme
herantreten, müssen zuerst noch die weiteren Untergruppen zur
Sprache gebracht sein. Erst nachdem das geschehen ist, können wir
auch auf die geographische Verbreitung und topographische Verteilung
der einzelnen Arten, worin ja so bedeutende Verschiedenheiten auftreten,
noch etwas eingehen. Damit wird dann unsere ganze Arbeit ihren Abschluß
finden.
% Vergl. KaArL BERTSCH, Eine Xerothermkolonie am Rande des württembergischen
Schwarzwalds. (Alle. Bot. Zte. 11. 1905.)