Volltext: Süd- und Mitteldeutsche Bauzeitung (1919/20)

15- April 1919. 
BAUZEITUNG 
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der Luftschichten. Im vorliegenden Falle mit 8 und 10 
bezw. 8 anzunehmen. 1 i und 1 2 sind die Wärmeleitungs 
zahlen des Wandmaterials bezw. der Luft. 1 i werde 
verglichen mit 0,70 angenommen und 1 2 = 00, weil die 
Luft bewegt ist. Wäre sie ruhend also stagnierend, so 
wäre 1 mit 0,04 anzunehmen sein. 
0,69 
1 3^ 1 0T5^ 0,10 
K m 8 + 10 + 0,70 00 
K m = 1,45 
Die Wärmemenge, welche in 1 Stunde durch 1 qm 
Wandfläche abgeleitet wird, ist nun 
Q = 1,45 • 25 = 36 Kal. 
Bei ruhender Luft wird k = 0,31 und 
Q = 0,31 • 25 = 7,8 Kal. 
Eine Backsteinwand von 25 cm Stärke hat einen 
Wärmetransmissionkoeffizienten von 
1 
1 1 0,25 
8" + 10 + 0,70 
K m = 1,7. 
= 0,585 
Die Uebertragung der Wärmemengen durch die Back 
steinwand ist 
Q = 1,7 • 25 =42,5 Kal. 
Aus vorstehenden Berechnungen ergibt sich nun, daß 
der Wert der Hohlwand gegenüber der Massivwand in 
wärmetechnischer Hinsicht nicht besonders stark ver 
schieden ist wie man eigentlich annehmen könnte. 
Es ergibt sich noch weiter mit ganz besonderer Klar 
heit, wie groß der Unterschied in der Wärmeleitung ist, 
wenn die Luft eingeschlossen bleibt und in so kleine Räume 
abgeteilt ist, daß eine Bewegung infolge innerer Einflüsse 
nicht möglich ist. Nun weiß man, wo und wie Verbesser 
ungen erreicht werden können in wärmetechnischer Hin 
sicht. 
Im Deckenbau ist das Augenmerk hauptsächlich da 
rauf zu richten, daß mindestens außer der Oberfläche und 
Unterfläche eine Zwischenfläche eingeschaltet wird, oder 
wenn dies nicht möglich wäre, den Hohlraum der Decke 
mit irgend einem leichten Material auszufüllen. Die 
Deckenfelder sind an beiden Enden zuzumauern oder ab 
zuschließen, daß eine Strömung der Luft in den Kanälen 
ausgeschlossen ist. Heute ist eine wärmetechnische Unter 
suchung gerade so wichtig, wie eine statische Untersuch 
ung, denn ein Gebäude mit großen Wärmeverluste t kann 
zum Bewohnen sehr teuer kommen. 
Württembergischer Baubeamtenverein. 
Einladung an unsere Mitglieder. 
Am Sonntag den 4. Mai d. J. vormittags 11 Uhr fin 
det im Gesellschaftsbaus „Bauhütte”, Büchsenstr. 53,1, 
in Stuttgart, eine Mitgliederversammlung mit folgender 
Tagesordnung statt; 
1. Rechenschaftsbericht über die Kriegsjahre 1914-1918. 
2. Kassenbericht. 
3. Voranschlag für das Jahr 1919. 
4. Satzungsänderung und Behandlung der rechtzeitig 
eingelaufenen Anträge. 
5. Neuwahl des Ausschusses und Vorstands. 
Hiezu werden hiemit unsere Vereinsmitglieder ebenso 
herzlich als dringend eingeladen. 
I. A. Der Vorstand. 
Eine Stunde vor Beginn der Mitgliederversammlung 
am 4. Mai d. J. findet im gleichen Lokale eine kurze Aus 
schußsitzung statt, Beginn vormittags 10 Uhr, wozu die 
verehrten Ausschußmitglieder freundl. eingeladen werden. 
Vereinigung Württembergischer Architekten. 
Den Zeitverhältnissen Rechnung tragend hat der 
Stuttgarter Architektenklub beschlossen, seinen Wirkungs 
kreis weiter auszudehnen, um auch die nicht in Stuttgart 
ansässigen Architekten Württembergs aufnehmen zu 
können. Diese Erweiterung des AVirkungskreises findet 
ihren Ausdruck in dem neuen vorstehenden Namen. 
Verein der Bauamtswerkmeister im Finanzde 
partement. Die diesjährige Mitglieder-Versammlung 
findet Samstag den 3. Mai, “abends 5 Uhr in Stuttgart 
im Vereinslokal der Bauhütte, 1. Stock, statt. Sämtliche 
Mitglieder sind ebenso herzlich wie dringend eingeladen. 
Der Ausschuß. 
Baugewerblicher Nachwuchs. 
Der Innungs-Verband Deutscher Baugewerkmeister 
erläßt an seine Mitglieder eine dringende Aufforderung, 
sich nunmehr ihrer Pflicht bewußt zu sein durch Auf 
nahme von Lehrlingen, den baugewerblichen Nachwuchs 
durch geschulte Kräfte wieder in die Wege zu leiten. 
Dabei wird hervorgehoben, daß es von größter Wichtig 
keit sei, den Zuschuß zu den Kosten des Lebensunter 
halts der Lehrlinge, den herrschenden Teurungsverhält 
nissen entsprechend zu gestalten. 
Die Frühjahrs-Baumesse In Leipzig. 
Die im Herbst 1918 in Leipzig abgehaltene Baumesse 
war die erste Veranstaltung dieser Art. Nunmehr stehen 
wir kurz vor der zweiten Baumesse (27. April bis 2. Mai), 
der bereits die Erfahrungen der ersten zugute kommen. 
Bei den allgemein bekannten Mangel an Baubedarf 
wird ganj naturgemäß oft die Frage auftauchen, ob zur 
Zeit die Abhaltung einer Baumesse überhaupt möglich 
sei. Hierauf ist zunächst zu antworten: Gerade wegen 
des Mangels an Ware ist die Baumesse zur Zeit ein be 
sonders dringliches Bedürfnis, weil nirgends eine 
gleichwertige Orientierung auf dem Baumarkt geboten 
werden kann, wie auf der Baumesse in Leipzig, der durch 
ihre zentrale Lage, durch ihren organischen Zusammen 
hang mit der großen Leipziger Mustermesse und durch 
den bereits im vorigen Herbst gelieferten vollgültigen 
Beweis ihrer Zweckmäßigkeit ein voller Erfolg sicher 
ist. Das deutsche Volk braucht Arbeit. Alles, 
was am Bau und für den Bau arbeitet, zusammengenommen, 
bildet den größten Arbeitgeber Deutschlands. Deshalb 
bedarf die Arbeitsbeschaffung auf dem Baugebiet nach- • 
drücklichster Unterstützung, und es unterliegt keinem 
Zweifel, daß die Baumesse die aussichtsreichste Arbeits 
beschaffung für den Baumarkt darstellt. 
Der bestehende Mangel an Baubedarf kann natürlich 
auch durch die Baumesse nicht beseitigt, wohl aber 
weitergehend geregelt werden. Denn der Umstand ist 
von größtem Werte, daß die Baumesse nur eine Woche 
dauert, während welcher Zeit die Aussteller selbst an 
wesend sind. Hierdurch ist zwischen den Interessenten 
eine auf keinem anderen Wege ersetzbare Fühlungnahme 
möglich aus der sich sowohl für die Behebung des Mangels 
an Baubedarf, wie auch zur Lösung von Baufragen und 
Baumöglichkeiten die wertvollsten Anregungen und ge- 
schäflichen Verbindungen ergeben werden. 
Sehr wichtig ist der Besuch der Baumesse, der zu 
dem mit einer Fahrpreisermäßigung von 50% möglich 
ist, um sich mit neuen Bau wei s en bekannt zu machen, 
und diese waren noch nie so zahlreich, als in der Jetzt 
zeit. Will man sich über diese Neuerungen ein Urteil 
bilden, so darf man sich nicht, wie dies zumeist auf Aus 
stellungen geschieht, allein betrachten, sondern man muß 
die Gewähr haben, sich möglichst mit dem Erfinder selbst 
oder mindestens mit seinem fachmännischen Vertreter über 
den Wert des neuen Bauverfahrens austauschen zu können, 
und diese Möglichkeit bietet, wie keine zweite Gelegen- 
heit, die Baumesse. Auch die Möbelfrage hafte noch 
nie eine so große Bedeutung, wie in der Jetztzeit, und 
demzufolge werden auch jegliche Art von Möbel auf der 
Leipziger Messe für Bau- und Wohnwesen stark ver-
	        

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