16 /30. Juni 1919.
BAUZEITUNG
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19 Ko. pro qm von einer fühlbaren Belastung der Baukonstruktion
nicht gesprochen werden kann. Die ermittelte
Wärmeleitziffer von 0,059 läßt die günstigsten
Rückschlüsse zu in Bezug auf Brennmaterialersparnis, wie
vor allem auch auf die Verhinderung der so überaus lästigen
Einwirkung der Außentemperatur. Es kann hier auf
diesbezügliche Versuche der physikalisch = technischen
Reichsanstalt Charlottenburg hingewiesen werden. Die
Grundlage der Versuche, bei denen die Wärmeleitfähigkeit
im stationären Wärmeströmungszustand auf elektrischem
Wege ermittelt wurde, näher zu erläutern, würde hier zu
weit führen.
Folgende, ebenfalls von der Reichsanstalt ermittelte
Wärmeleitziffem werden sicher die Beachtung jedes Baufachmannes
finden:
Schwemmsteine 0,13
Hohlziegelmauerwerk 0,28
Beton 0,65
Massivmauerwerk 0,35
Baugips 0,37
Fasertorfplatte 0,059
Vergleiche auch Dr. Nusselt, Poensgen, Köln, Prof.
Knoblauch, München.
Auf welche Weise ist nun das Ziel erreichbar, genügend
Schutz gegen Witterungseinflüsse zu schaffen und
damit gleichzeitig den Brennmaterialienverbrauch auf ein
Minimum herabzudrücken, und wie hoch belaufen sich die
Kosten ?
Außer den hier nicht in Betracht kommenden Kellerund
Kühlraumdsolierungen wären die nachstehend aufgeführten
Verwendungsarten hauptsächlich zu beachten:
Mauerverkleidungen, Deckenisolierungen, Mansardeneinbauten
gegen Temperatureinflüsse,
Trockenlegung feuchter Mauern,
Einfache Scheidewände zur Isolierung der Luftschwingungen,
Zwischenböden, ebenfalls zur Schallminderung zwischen
den Stockwerken.
Legt man nun, falls nur die notwendigsten Isolierungen
ausgeführt werden, bei einem mittleren Gebäude einen
Torfplatten verbrauch von 150 qm zu Grunde, so stellen
sich di Kosten hierfür insgesamt auf ungefähr M. 2700.—.
Bei den geringen Dimensionen des Kleinhauses dürfte ein
60 qm betragender Verbrauch mit einem Aufwand von
M. 1100.— allen Ansprüchen in hygienischer wie heiztechnischer
Hinsicht genügen. Diese Beträge auch beim
einfachen Kleinhaus aufzubringen, müßte zu ermöglichen
sein.
Vereinsmitteilungen.
Verein staatl. geprüfter bad. Werkmeister Karlsruhe.
Geschäftsstelle Lachnerstr. 13.
Von der Baugewerkschule Karlsruhe
von Kollege Frischmuth.
Eine für uns alle tief einschneidende Angelegenheit,
von den früheren Vorständen, mit mehr oder weniger Erfolg,
schon des öfteren bearbeitet, soll nunmehr, eine
unseren Wünschen und Hoffen entsprechende Regelung
erfahren. Wir alle, die wir die Baugewerkschule von a
bis z mit ihren guten und schlechten Zeiten durchgekostet
haben, fühlen wie sehr die Reform der Schule ein dringendes
Bedürfnis ist.
Nun, Direktor Kircher ist seinem Ansuchen entsprechend
pensioniert worden. Wenn er auch uns Werkmeistern
in mancher Beziehung nicht immer so unterstützte,
wie wir glaubten erwarten zu können, so wollen
wir doch nicht unterlassen, ihm beim Ausscheiden aus
der Anstalt einen frohen Lebensabend zu wünschen und
ihm Dank sagen für seine Mühewaltung.
Die Neuzeit hat rascher gearbeitet als wir alle ahnten.
Die derzeitigen Schüler haben alsbald nach der
Revolution energisch Reformen verlangt. Lehrerschaft
und Schüler waren sich darin einig, daß etwas geschehen
muß, um die berechtigten Wünsche beim Ministerium
durchzusetzen. r Sofort beim Dienstantritt des neuen Vorstandes
haben auch wir die Fühlung mit der Schule und
der Regierung aufgenommen. Durch die Zuteilung der
Baugewerkschule an das Ministerium des Unterrichts
ruhte die Angelegenheit einige Wochen, ist aber nun jetzt
aufs neue energisch in Angriff genommen worden.
Das Ministerium ist an die Vereinigung techn. Vereine
herangetreten mit dem Ersuchen, ein Gutachten über
die Reform der Baugewerkschule auszuarbeiten. Wir
waren zuerst nicht besonders angenehm berührt, daß in
eine rein mitteltechnische Frage wiederum die höheren
Techniker mit hineinzureden haben sollten. Indem wir
uns dann zur Mitarbeit entschlossen, waren wir uns darüber
einig, selbständig vorzugehen, falls unsere Wünsche
nicht zu einem guten Teil Berücksichtigung finden würden.
Die gehegten Befürchtungen sind aber nur zum
Teil eingetroffen, und "dank der Wachsamkeit, Mühe und
Fleißes unserer Vertreter konnten auch diese Klippen in
Form von Komprommissen umgangen werden.
Der Verein techn. Vereine hat zum Zweck der Ausarbeitung
eine Kommission gebildet, bestehend aus 8
Personen. Den Vorsitz führte Herr Hofrat Tolle, dem
wir verdanken, daß dem Gutachten der Stempel der Objektivität
aufgedrückt wurde. Herr Tolle, zur Zeit Professor
an der technischen Hochschule, war früher Lehrer
und Direktor einer preußischen Baugewerkschule. Seinen
reichen Erfahrungen war es hauptsächlich zu verdanken,
daß wir in vielen Fragen, in denen von dritter Seite
Opposition gemacht wurde, Recht bekamen, und möchte
ich auch Herrn Tolle hier unseren besonderen Dank aussprechen.
Im Anschluß gebe ich nun das Gutachten im Wortlaut
wieder, um anLSchlusse noch einige Besprechungen
über besonders wichtige Punkte und deren Begründung
Folge zu lassen. Das Gutachten wird für die nächste
Zeit der Gegenstand weiterer mündlicher Beratungen im
Ministerium sein.
Wortlaut des Gutachtens;
Die Vereinigung techn. Vereine Karlsruhe, die sich
in folgender Weise zusammensetzt:
Badischer Architekten- und Ingenieurverein,
Bund Deutscher Architekten, Ortsgruppe Karlsruhe,
Bund der techn.-industriellen Beamten,
Deutscher Techniker-Verband Karlsruhe.
Karlsruher Bezirksverein Deutscher Ingenieure,
Karlsruher Studentenschaft,
Oberrheinischer Elektrotechn. Verein,
Verein Deutscher Diplom-lugenieure,
Verein staatl. gepr. Hochbauwerkmeister,
Verein staatl. gepr. Tiefbauwerkmeister,
Werkmeister-Bezirksverein,
Vereinigung mittl. Baubeamter der Bezirksbauinspektion,
Vereinigung höherer techn. Staatsbeamter,
Verein mittl. techn. Eisenbahnbeamter,
Maschinentechnischer Verein,
wählte zur Vorbearbeitung des abzufassenden Gutachtens
eine Kommission, bestehend aus den Herren :
Bastine, Prof, an der Baugew.-Sch. Karls., Kaiserstr. 152,
Kiefer, Ing., Karlsruhe, Lessingstr. 47,
Neumeister, Baurat, Karlsruhe, Weinbrennerstr. 9,
Reck, Tiefbauwerkmeister, Karlsruhe, Schnetzlerstr 28,
K. Reichle, Baukontrolleur, Achern,
Schneider, Architekt, Karlsruhe, Vorholzstr. 41.
Thomas, Bauwerkmeister, Karlsruhe. Schillerstr. 8,
Tolle, Hofrat, Karlsruhe, Kriegsstr. 234,
Vertreter der Schüler der Baugewerkschule,
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