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BAUZEITUNG 
Nr. 24/26 
und behandelte in 3 Sitzungen den ihr vorgelegten Kom- 
missionsbericht unter reger Anteilnahme aller Vertreter 
mit nachfolgendem Ergebnis. 
Bei der Durchberatung lagen die uns vom Ministerium 
zur Verfügung gestellten Eingaben vor: 
a) des Lehrkörpers der Baugewerkschule, 
b) der Schüler, 
sowie die uns anderweitig übermittelten Denkschriften des: 
a) Bundes deutscher Architekten, 
b) Bundes technisch-industrieller Beamter. 
Die Gliederung des technischen Schulwesens 
in Hoch-, Mittel- und Gewerbeschulen (einschl. gewerb 
lichen Fortbildungsschulen) ist heute noch sachgemäß; 
nur muß es jung und elastisch bleiben, damit es sich 
den aus der raschen Entwicklung der Technik heraus 
wachsenden neuen Aufgaben stets anpassen kann. 
Die Unterteilung der bisherigen Baugewerkschule 
Karlsruhe in die Abteilungen: Hoch-, Tief-, Maschinenbau 
und Elektrotechnik wird auch für die Zukunft als zweck 
mäßig anerkannt. Zu der Gewerbelehrer-Abteilung Stel 
lung zu nehmen schien außerhalb des Rahmens der ge 
stellten Aufgabe zu liegen, weshalb eine Aeußeruug unter 
bleibt. Die bisherige Bezeichnung Baugewerkschule 
ist nicht mehr zutreffend, da in ihr „Techniker“, an der 
Hochschule „Ingenieure“ ausgebildet werden und es sich 
um eine staatliche Anstalt handelt, hält man die Bezeich 
nung „Staatstechnikum“ für zutreffend. Bedauerlicher 
Weise mußte hier ein Fremdwort beibehalten werden, 
ohne das man jedoch nicht auskommt, wenn Halbheit 
vermieden werden soll. Auch die französische und eng 
lische Sprache, sowie deren Tochtersprachen haben hier 
das Fremdwort nicht entbehren können. Mit Rücksicht 
auf die weitgesteckten Ziele der Schule ist bei der ver 
hältnismäßig knappen Schulvorbildung der Schüler und 
der kurzen Unterrichtszeit nur bei schulmäßigem Betrieb, 
d. h. bei regelmäßigem Besuch der Pflichtfächer guter 
Erfolg gewährleistet. Eine Schulordnung, die auf der 
„akademischen Freiheit“ in Pflichtfächern aufgebaut ist, 
wird verworfen. Der Aufstieg in die höheren Klassen ist 
durch Versetzung zu bewirken. Dagegen muß die Schul 
ordnung selbst, insbesondere in der persönlichen Behand 
lung der Schüler, dem höheren Alter, der sittlichen Reife 
und Würde der Schüler Rechnung tragen. Die meisten 
kommen kurz nach Verlassen der Schule in solche Stellen 
wie Bauführer, Werkführer, Assistenten, Techniker usw. 
die nicht nur gute technische Kenntnisse, sondern auch 
selbständige Menschen erfordern. Persönliche Selbständig 
keit wird durch geringschätzenden Zwang nur verkümmert. 
(Schluß folgt.) 
Bücher. 
Die Kunst im Aufbau der neuen Lebensform 
überschreibt Dr. Karl Ernst Osthaus, der bekannte Kunst 
förderer in Hagen, einen Aufsatz in dem Heft 5/6 der 
Mitteilungen des Deutschen Werkbundes, in dem er die 
moralische Pflicht derjenigen, welche die Mittel dazu be 
sitzen, betont, aus volkswirtschaftlichen Gründen den 
Künstlern und Kunsthandwerkern so viel und so hoch 
wertige Arbeit wie nur möglich zu geben, damit ihr 
Können, das ja jetzt eins unserer wichtigsten Aktiven der 
nationalen Kraft darstellt, nicht in einer Periode falsch 
angebrachter Sparsamkeit verkümmere oder gar verloren 
gehe. Im übrigen Teil des Heftes, das typographisch 
von Professor Peter Behrens angeordnet ist, werden 
die „Voraussetzungen zur künstlerischen Weltmission der 
Deutschen“ behandelt und interessante Nachrichten über 
die künstlerische Reform in Frankreich und England ge 
geben. Sehr erfreulich ist die fortschreitende Wiederbe 
lebung handwerklicher Techniken, wie sie von der 
„Werkstattgruppe“ des Deutschen Werkbundes betrieben 
wird. 
Der Schutz Groß-Berlins u. a. Städte vor Schaden 
feuer von Dr. 0. v. Rügen, Geh. Baurat, verlegt bei 
Wilh. Ernst & Sohn, Berlin (2. Aufl., 45 Abb., geh. M. 10.- 
kart. M. 12.-). Das Werk behandelt erschöpfend alles, 
was mit dem Begriff Feuerpolizei zusammenhängt. Wie 
die bestehenden Bestimmungen in Bezug auf Brandver 
hütung und Feuersicherheit der Bauten gehandhabt wor 
den sind, das ist, entsprechend den Quellen der Bau 
polizei, dargelegt, während die Tätigkeif der Feuerwehr 
selbst nicht zum Gegenstand der Bearbeitung gemacht 
wurde. Ein wertvolles, sinnreich eingeteiltes Nachschlage- 
material bietet das Buch, das man umso gerner in die 
Hand nimmt, als der Verfasser über eine gut verständ 
liche Ausdrucksweise verfügt. 
Personalien, 
Hermann Jansen, der Führer der neuzeitlichen Städtebau 
kunst, wurde von der Techn. Hochschule Stuttgart zum Dr.-ing. 
h. c. ernannt. 
Baden. In den Ruhestand versetzt auf Ansuchen: der Vor 
stand der Wasser- und Straßenbauinspektion Konstanz, Baurat 
Jul. Steinhäuser ; der Vorstand der Kulturinspektion Heidel 
berg, Baurat Theod. Walliser. 
Ernannt: Der Techniker Gregor Federscher in Karlsruhe 
zum Bausekretär bei der Generaldirektion der Staatselsenbahnen; 
der Dipl.-Ing. Heinrich Dörr in Karlsruhe zum wissenschaftlich 
gebildeten Lehrer an der Baugewerkeschule Karlsruhe mit der 
Amtsbezeichnung Professor. 
Fragekasten. 
Was zur Zeit an Neubauten erstellt werden kann, 
sind infolge der großen Knappheit an Baumaterialien nur 
Kleinwohnungen, um dem großen Mangel an Wohnungen 
abzuhelfen. Dabei fällt mir auf, daß diese Häuser viel 
fach nur einstockig gebaut werden. 
Mit Rücksicht auf den Gefrierpunkt müssen die Fun 
damente 0,80—1,00 m tief, und mit Rücksicht auf die 
Aushubmöglichkeit 45—50 cm breit ausgegraben werden. 
Das entspricht Abmessungen auf welche ein mehrstöckiges 
Gebäude erstellt werden könnte. 
Dann noch die Dächer und die damit zusammen 
hängenden Arbeiten wie Zimmerarbeiten, Flaschner- und 
Dachdeckerarbeiten, welche über jedem einstöckigen Ge 
bäude mit den gleichen Kosten wie für ein mehrstöckiges 
Gebäude erstellt werden müssen. 
Sind die Baukosten für solch ein einstöckiges Haus 
infolge der Fundamente, den Dachgebälken und den 
Dächern auf eine einzelne Wohnung nicht unverhältnis 
mäßig hoch? Wird nicht unnötig viel Baugelände über 
baut und müssen nicht unnötig viel Straßen mit ihren 
teuren Gas- und Wasserleitungen, Kanalisationen usw. 
ausgeführt werden? 
Es scheint mir, daß diese Kosten sich ebenfalls sehr 
hoch für einstöckige Häuser belaufen. Was für Unter 
schiede bestehen in finanzieller und sonstiger Beziehung 
zwischen einstöckigen und mehrstöckigen Häusern? Y. 
Unpünktliche Zustellung der Bauzeitung. 
Wir haben Veranlassung, an das in Nr. 7^8 Gesagte 
zu erinnern. Für die richtige Zustellung hat das zuständige 
Postamt zu sorgen und man hat sich daher beim AusbleL 
ben der ßauzeitung an dieses zu wenden. Auch die Brief 
träger sind verpflichtet, Reklamationen weiterzugeben, 
doch ist hiebei zu bedenken, daß die Postämter auf unsere 
Vorstellungen hin sich immer wieder darauf berufen, daß 
neues Personal angelernt werden müsse und daher mehr 
Unregelmäßigkeiten Vorkommen würden, als dies früher 
der Fall gewesen sei. Dieser Tatsache muß Rechnung ge= 
tragen werden, indem die Leser sich etwas mehr um den 
Briefträger kümmern, bei Wohnungswechsel aber dem 
Postamt rechtzeitig Mitteilung machen. 
Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart. Druck Gustar Stürmer in Waiblingen,
        

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