Volltext: Götterlehre oder mythologische Dichtungen

Gtsichtspunkt für die mythologischen 
Dichtungen- 
Di 
'ie mythologischen Dichtungen müssen als eine 
Sprache der Phantasie betrachtet werden: Als eine 
solche genommen, machen sie gleichsam eine Welt 
für sich aus, und sind aus dem Zusammenhange der 
wirklichen Dinge herausgehoben. 
Die Phantasie herrscht in ihrem eigenen Gebiete 
nach Wohlgefallen, und stößt nirgends an. Ihr We 
sen ist zu formen und zu bilden; wozu sie sich einen 
weite» Spielraum schafft, indem sie sorgfältig alle 
abstrakten und metaphysischen Begriffe meidet, wel 
che ihre Bildungen stören könnten. 
Sie scheuet den Begriff einer metaphysischen Un 
endlichkeit und Unumschränktheit am allermeisten, 
weil ihre zarten Schöpfungen, wie in einer öde» 
Wüste, sich plötzlich darin verlieren würden. 
Sie flieht den Begriff eines anfangsloscn Da 
seyns ; alles ist bei ihr Entstehung, Zeugen und 
Gebühren, bis in die älteste Göttergcschichtc. 
Keines der höher» Wesen, welche die Phanta 
sie sich darstellt, ist von Ewigkeit; keines von ganz 
unumschränkter Macht. Auch meidet die Phantasie 
den Begriff der Allgezenwart, der das Leben und 
die Bewegung in ihrer Götterwelt hemmen würde. 
A
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.