Full text: Götterlehre oder mythologische Dichtungen

-44 
Erfindung sey der fünfzig geraubte«- Rinder werth , 
— Da schenkte ihm Merkur die Laute, und Apollo 
war über den Besitz des kostbaren Schatzes hocher 
freut; damit ihm dieser aber vollkommen gesichert 
sey, so bat er den Merkur, ihm noch bei dein Stix 
zu schwören, daß er die sanft ertönende Laute ihrem [ 
nunmehrigen Besitzer nie wieder entwenden wolle. 
Apollo schenkte nachher dem Merkur den golde 
nen Stab, der alle Zwiste schlichtet; — jetzt aber 
kehrten die beiden Nahverwandten Hand in Hand 
geschlungen zum Olymp zurück; eS war die Kling, 
die ein schönes Band zwischen ihnen knüpfte, und 
Jupiter freute sich ihrer Eintracht. 
Merkur wird nun der Götterbote; — er ist die 
behende Macht — das schnell sich Bewegende 
unter den hohen Göttergestalten, die gleichsam fest 
gegründet in ihrer Majestät, den schnellen erfindungs 
reichen Gedanken vom Himmel zue Erbe senden, l 
und wenn er wiederkehrt, ihn in ihrem hohe» Rath 
aufnehmen. 
Auch die Kunst zu ringen, und durch Behen 
digkeit der Stärke überlegen zu seyn , lehrte Mer 
kur die Menschen. Alles , wodurch der zarte Gedan 
ke, sich in der Dinge geheimste Fugen stehlend, 
des mächtigen Zusammenhangs Meister wird , ist 
das Werk des leichten Götterboten. 
Er stieg vom hohen Olymp ins Reich des Pluto 
nieder. — Die Seele» der Verstorbene» fuhrt c» 
mit seinem Stabe der öden Schattenwelr, der dun 
keln
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.