Full text: Götterlehre oder mythologische Dichtungen

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Horen. 
Unter dem Nahmen der Horen wurde» in den 
Dichtungen der Alten sowohl die Göttinnen der 
Gerechtigkeit, welche Jupiter mit der Themis er« 
zeugte, als auch die Jahrsjeitcn begriffen, welche 
gleichsam mit gerechter Theilung ihrer Wohlthaten, 
durch ihren immerwährenden Wechsel, das schöne 
Gleichgewicht in der Natur erhalten, und mit ab- 
gemeßnen Schritten tanzend und einander folgend, 
ihren bestimmten Lauf vollenden. 
Es giebt keile schönres Bild, um stch darunter die 
Flucht der Zeit zu denken, als die tanzenden Ho 
ren, welche daher auch in de» Dichtungen zu den 
Grazien sich gesellen, und gemeinschaftlich mit ih 
nen Tänze auffuhren. 
Auch die Horen stehen um Jupiters Thron, und 
ihr Geschäft ist die Thüren des Himmels zu öffnen 
und zu schließen, indem sie ihn bald in finstre Wol 
ken hüllen, und bald mit neuem Glanz ihn wieder 
aufheitern. — Auch spannten die Horen jeden Mor 
gen die Rosse an den Sonnenwagen , und waren 
zugleich Dienerinnen der Juno , die über den Luft» 
kreis herrscht. 
Nymphen. 
Die unerschöpstiche Dichtungskraft der Alte» 
lchuf sich Wesen, wodurch die Phantast« die leblv-
	        

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