fullscreen: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 128, 1973)

Berichte 
ökologischen Problemstellungen betreuten Prof. Dr. E. MöHn und Dr. F. 
DIETERLEN. 
4. Sonstiges 
Das Staatliche Museum für Naturkunde veranstaltete im Berichtsjahr 
einmal monatlich „Bestimmungs- und Beratungsstunden für Fossilien- 
sammler‘“, wobei Interessenten Gelegenheit haben, sich ihre Funde im 
Schloß Rosenstein kostenlos bestimmen zu lassen. 
Von Mitarbeitern des Museums werden verschiedene Arbeitsgemein- 
schaften betreut, die sich speziellen Aufgaben widmen. Auf zoologischem 
Gebiet sind tätig: Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft (Prof. Dr. E. 
ScHÜz, Dr. C. Könıc), die Vereinigung „Salamandra“ (Dr. H. WER- 
MUTH), der Entomologische Verein Stuttgart (Dr. K. W. HArDegE) und die 
Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Coleopterologen (Dr. K. W. Har- 
DE). Mit botanischen Fragen befassen sich: Der Botanische Zirkel (Dr. H. 
Haas, Dr. O. SegBALD) und der mykologische Arbeitskreis (Dr. H. Haas). 
Paläontologisch ausgerichtet ist der „Steigenklub“ (Prof. Dr. B. ZIEGLER). 
In den „Mitteilungen des Entomologischen Vereins Stuttgart‘, mit de- 
ren Herausgabe Dr. K. W. HArRDe beschäftigt ist, erschienen im Berichts- 
jahr 2 Nummern mit über 90 Seiten und 1 Sonderheft. 
In Volkshochschulen und anderen Vereinigungen, die nicht vom Mu- 
seum betreut werden, haben mehrere Mitarbeiter durch Vorträge und 
Lehrfahrten zur Verbreitung naturwissenschaftlichen Wissens beigetra- 
gen. Prof. Dr. K. D. ADAM sprach an der Volkshochschule Ludwigsburg 
über geologische, paläontologische und urgeschichtliche Themen. Ergän- 
zend dazu führte er Exkursionen durch. Dr. C. Könıc hielt an der Volks- 
hochschule Ludwigsburg regelmäßig Kurse und Führungen über Vogel- 
kunde. Im Rahmen dieser Tätigkeit leitete er im Berichtsjahr eine vogel- 
kundliche Exkursion nach Südspanien. Als Vorstandsmitglied in der Deut- 
schen Ornithologischen Gesellschaft und des Deutschen Bundes für Vo- 
gelschutz betreibt Dr. Könıc auch Öffentlichkeitsarbeit für das Staatliche 
Museum für Naturkunde in Stuttgart. Vor der Kosmos-Gesellschaft in 
Stuttgart sprach er am 2. März über den heutigen Vogelschutz als über- 
regionales Problem. Dr. M. WaArTH organisierte und leitete geologische 
Lehrfahrten für die Volkshochschule Böblingen und Sindelfingen. Dr. R. 
WILD hielt einen Vortrag über ein geologisches Thema in Kulmbach. 
In großer Zahl wurden auch im Berichtsjahr von den Mitarbeitern des 
Museums mündliche und schriftliche Anfragen beantwortet. 
Im Rahmen der Hilfestellung, die das Staatliche Museum für Natur- 
kunde in Stuttgart südwestdeutschen Heimatmuseen gibt, war Prof. Dr. 
K. D. ADAM 1972 an der Planung und am Aufbau des Heimatmuseums 
Benningen am Neckar und des Urmenschmuseums in Steinheim an der 
Murr beteiligt. 
BERNHARD ZIEGLER 
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 128 (1973) 
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III. Nachrufe Wilhelm Haug Oberforstrat a. D. Kurz vor Vollendung seines 95. Lebensjahres ist WiLHELM HAuc am 27. Dezember 1972 gestorben. Er wurde am 1. Februar 1878 als Sohn des Pfarrers FRIEDRICH HAUG in Gröningen bei Crailsheim geboren, hat dort die Volksschule besucht, später die Lateinschule in Crailsheim und an- schließend die ev.-theol. Seminare Schöntal und Urach. Nach dem Studi- um der Forstwissenschaft und unständiger Verwendung in der württ, Staatsforstverwaltung hat er seine erste ständige Anstellung als Kgl. Württ. Forstamtmann — so lautete damals der volle Titel — in Calmbach und später in Hohengehren gefunden. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs war er Forstmeister in Wildberg und Weilheim a.d. Teck und zuletzt Amtsvorstand des Forstamts Wiblingen in Ulm. Nach seiner Pensionie- rung, die infolge der Nachkriegsverhältnisse erst mit seinem 71. Geburts- tag erfolgte, hat er weiterhin in Ulm gelebt und seinen Lebensabend zu- sammen mit seiner Lebensgefährtin im Henriettenstift in Kirchheim unter Teck verbracht. Christlicher Glaube, Bescheidenheit und äußerste Pflichterfüllung wa- ren die Leitlinien seines Lebens. Gedanken oder Handlungen, die damit unvereinbar waren, lehnte er als gefestigte Persönlichkeit ohne Rücksicht auf Nachteile rundweg ab. Wer ihn kennenlernen wollte, mußte allerdings mit ihm allein oder nur in kleinem Kreise zusammen sein. Große Gesell- schaften hat er nicht geschätzt und von sich selbst nie viel Aufhebens ge- macht. Im persönlichen wie im beruflichen Leben war er von spartanischer Genügsamkeit. Der Abmarsch in den Wald erfolgte meist in den frühen Morgenstunden, die Rückkehr gegen Abend und hernach haben sich seine schriftlichen Arbeiten bis tief in die Nacht hinein ausgedehnt. Und wenig Verständnis hat er dafür aufgebracht, wenn an Lebensjahren weit jüngere diese Strapazen nicht in aller Selbstverständlichkeit mitmachen konnten. Solche ausgeprägten Eigenheiten haben ihm selbst und andern den Um- gang mit ihm nicht immer leicht gemacht. Wer aber sein Vertrauen ge- wonnen hatte, dem hat er sich ganz eröffnet. Ein gütiges Schicksal hat es ihm vergönnt, sein reichhaltiges Wissen bis ins hohe Alter hinein bewahren zu können. Er hat sich in seiner Seminar- zeit eine gründliche Kenntnis der Geschichte, des Altertums und der alten Sprachen angeeignet, in englisch und französisch hat er sich selbst später Jh. Ges, Naturkde. Württ. 128 (1973) 31
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