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Die Baumaterialien auf der Gewerbe⸗Aus⸗
stelsung in Düsseldorf 1880.
Die Baumaterialien auf der Gewerbe-Ausstellung zu Düsseldorf 1880.
in vielseitigster Weise bethätigt und heben wir besonders hervor:
einen Springbrunnen mit Figuren im Hauptvestibül; zwei Brunnen
m Garten; vier Figuren, die Jahreszeiten darstellend, und den
Pavillon der Duisburger Kupferhütte; Vasen, Baluster und rohe
Blöcke aus Tuffstein (einer 5m. lang, 75 em. stark); endlich noch
ein Kamin im Rokokozimmer.
Leider fehlen viele der bedeutendsten Sandsteinproducenten
des Rheinlandes.
In Marmor ist nur ein Producent auf der Ausstellung
vertreten, H. Batton in Villmar a. d. Lahn, der eine gothische
Kanzel nebst Taufbecken in sehr schöner Arbeit ausstellt und eine
Collection der in seinen Brüchen vorkommenden Marmorarten
auslegt.
Die früher in Allagen bei Soest betriebenen Marmorwerke
iegen in Fristen. —
In Materialien für Dachdeckung und Wandbekleidung ist
zie Düsseldorfer Ausstellung thatsächlich überaus reich beschickt.
Außer den vielen gewöhnlichen und Falzdachziegeln bringt die
Tlasse Schiefer für Dach- und Wandbekleidung allein 25 Aus—
teller. Da ist es wirlich schwer, zur Entscheidung zu kommen,
ver von diesen vielen Ausstellern die besten Qualitäten bringt.
Den weitgehendsten Ruf unter diesen Schiefer-Producenten besitzt
die Nuttlarer Schieferbau-Aktien-Gesellschaft zu Nuttlar a. d. Ruhr.
Die Jahresproduction dieser Firma wird bei 50 P Betriebskraft
ind 155 Arbeitern auf 10,000 Dim. fertige Platten-Artikel und
8,500 CEtr. Dachschiefer angegeben. Einige andere Firmen treten
nit ebenfalls über 100 fest beschäftigten Arbeitern auf. Ein recht
charfer Kampf entspinnt sich um den Vorrang zwischen Zink—
lechen und verzinkten Eisenblechen für Bedachungs- und Wand—
ekleidungszwecke. Die große Gesellschaft Vieille Montagne in
Altenberg hat die Vertheidigung der reinen Zinkdächer übernommen
ind hat selbst einige hübsche Dachmodelle mit gekuppten, gerauteten,
gewellten und bombirten Zinkbedachungen ausgestellt. Von den
hertretern der verzinkten Eisenbleche treten in erster Linie Jacob
dilgers aus Rheinbrohl und Buderus &C Co. aus Neuwied hervor.
dede Firma hat ihr besonderes System von Rautenblechen, das
»atentirt ist. Wir glauben kaum, daß in Deutschland diese
Rautendächer vielen Eingang finden werden. Seitens des War—⸗
teiner Bergwerks⸗ und Hüttenvereins sind emaillirte und oxydirte
Dachziegel ausgestellt, welche nach jeder Zeichnung geliefert werden.
Endlich können wir nicht umhin, auch der ausgestellten Dach—
»appen zu erwähnen. Es haben ausgestellt: Th. Brenjes aus
Oberhausen, Julius Carstangen aus Duisburg, Joh. Christ. Leye
aus Bochum (eine weiche fette Waare), B. Zimmermann aus Mühl⸗
jeim a. Rhein, dessen Product auch als 1 Waare erscheint.
Hassel, Reckmann K Co. aus Bielefeld stellen ihre langjährig be—
kannten Dach- und Schiffsfilze aus.
Holzcement⸗Dächer sind am Rhein noch unbekannt. C. F. Beer
aus Eupen stellt allein ein mit Holzcement eingedecktes Villenmodell aus.
Seitens der Glasfabriken werden sogenannte Lichtscheiben
in allen Formaten geliefert und auch stark benutzt. Da hierfür
veißes Glas genommen wird, so können diese Scheiben leicht als
Brennglas wirken, es dürften also hierfür nur orangefarbene
Hläser angewendet werden.
Tafelglas ist in großer Auswahl ausgestellt, doch sind nirgend
Preise zu erfahren. Die französische Gesellschaft S. Gobain hat
eine Spiegelscheibe von 9m. Höhe bei 4,50 m. Breite ausgestellt
und außerdem in gegossenen Gläsern für Bauzwecke eine ganze
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(Fortsetzung.)
J. Grathes in Düsseldorf stellt ebenfalls Cementornamente,
Platten ꝛc. aus. Derselbe bemüht sich sogar, den Platten alle
arbigen Muster zu geben, so daß man schließlich versuchen wird,
elbst Marmor und Mettlacher Platten durch gefärbten Cement
zu verdrängen. Denselben Fehler begeht H. Reinarz in Heerdt,
welcher „Cementmosaikplatten“ exponirt. Hüser KcCo. in Ober—⸗
cassel fabriciren als Specialität Cementdachpfannen eigener Con⸗
struction und soll sich dieser Artikel gut einführen.
Windscheid, Göcke KCo. in Cöln stellen die üblichen Cement⸗
vaaren aus, liefern jedoch auch Cementmosaik nach eigenem System.
Nunmehr zu dem nicht unwichtigen Artikel Pflastersteine
übergehend, so ist die Ausstellung auch hierin sehr reich beschickt.
Weitaus vorwiegend tritt uns hier Basalt entgegen, welcher trotz all'
seiner üblen Eigenschaften im Rheinlande noch sowohl Seitens
der Regierungs- wie der ständischen und städtischen Bauverwal—⸗
tungen fast allein zu Pflasterungen verwendet wird. In West⸗
ohalen wendet man zur Straßenpflasterung mehr den wetterbestän—
digen Kohlensandstein, wie solcher bei Herdecke, Wetter a. d. Ruhr c.
zebrochen wird, an und zwar schon mehr oder weniger als Kopf—
teine bearbeitet. Beachtenswerth als Bezugsquelle für Pflaster⸗
teine in Hartgestein ist die Firma P. Bachem &K Co. in Königs-⸗
vinter a. Rhein, welche solche in weite Entfernungen versendet.
Für Bürgersteige findet Basaltlava fast ausschließlich Verwendung,
soweit hier noch nicht Cementplatten sich eingebürgert haben.
Es erübrigt noch, auf ein hier auf der Ausstellung von
J. S. Kahlbetzer in Deutz ausgestelltes Asphaltmaterial zur Straßen⸗
oflasterung aufmerksam zu machen. Derselbe preßt den erwärmten
Val de travers Asphalt unter 40000 Ko. Druck in Platten von
1-5 em. Dicke und 25 x25 cm. Größe, so daß 16 Platten
einen AIm. ergeben. Diese Platten werden auch gerippt geliefert. —
Das Gebiet der Düsseldorfer Ausstellung umfaßt einen Reich⸗
hum an guten und besten Sandsteinen, wie keine andere Gegend
Deutschlands.
In erster Linie sind zu nennen die Obernkirchener Sand⸗
teinbrüche in Obernkirchen.
Aus diesen Brüchen ist das Material zu den Thürmen des
Kölner Domes hervorgegangen und in allen Gegenden Norddeutsch—
lands findet sich dasselbe bei Monumentalbauten angewandt.
Die Firma Bachem «Co. liefert besonders Trachyt und
ihnliche Hartgesteine, welche namentlich zu Treppen verarbeitet,
in weite Ferne versandt werden.
Sandsteine stellen ferner aus:
Eduard Kling in Wetter a. d. Ruhr, Kohlensandstein; Peter
Lemmer, Neuß, diverse Arten; Peter Harkort, Hans Schede bei
Wetter a. d. Ruhr: Säulen und sauber bearbeitete Kopfpflaster⸗
steine; Gebr. Krahe in Herdecke Ruhrsandstein: Steinindustrie des
Reg.Bezirks Trier. Hierbei sind rothe, graue und hellfarbige Sand⸗
steine enthalten.
Nähere Angaben fehlen.
C. Grod in Brohl a. Rh. stellt Weiberner gelbgrauen Tuffstein
aus, welcher eine Druckfestigkeit von 136 Ko. pr. D em. besitzt
und von dem derselbe Baluster, Vasen, Schaalen billiger, als aus
Tement, liefert. Der Stein ist wetterbeständig.
Genannte Firma hat ihre außerordentliche Leistungsfähigkeit