Full text: Götterlehre oder mythologische Dichtungen

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such die unaufhörlich mit schwarzen Wolken bedeck 
te Wohnung der Nacht; und Atlas der Sohn des 
Zapet sieht davor, mit «»ermüdetem Haupt und 
Handen die Last des Himmels tragend. Da; wo 
Tag und Nacht einander sich stets begegnen, und 
niemals beisammen wohnen. 
Hier war eS auch, wo Kottus, Gyges, und 
BriareuS in de» Tiefen des Dccanus ihre Behau 
sung hatte», und den Eingang zu dem Kerker der 
Titanen bewachten. 
M n e m o f y n e. 
Auch diese schöne Bildung der Phantasie gehört 
zu den alten Gottheiten; denn sie ist eine Tochter 
des Himmels und der Erde. Ihr schöner Nahme be 
zeichnet das Denkende, sich Zurückerinnernde, wel 
ches in ihr aus der Vermahlung dcS Himmels mit 
der Erde entstand. — Sie blieb jungfräulich unter 
den Titanen, bis Jupiter sich mit ihr vermählte, 
und die Musen mit ihr erzeugte, die den Schatz 
des Wissens unter sich theilten, den ihre erhabene 
Mutter vereint besaß. 
Themis- 
Auch diese war eine Tochter des Himmels und 
der .Erde, welche Prometheus bei dem tragischen 
Dichter, der ihn leidend darstellt, seine Mutter nennt, 
( die ihm, wie auch die Erde, als eine Gestalt unter 
vielen Nahmen, die Zukunft weissagte.
	        

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