Full text: Alt-Stuttgarts Baukunst

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‘Derselben Kunßrichtung angehörend, wollen wir noch zwei bezeichnende 
ID er he nennen, und zwar den shönen ‘Brunnen am ziehloßp las (Sehe des ‘Prinzen* 
baues, welcher sch prächtig aufbaut und eine sehr feine Dehoration zeigt 
(‘Huf. bl.), sowie das Portal IKarlftraße Plr. 5, erbaut 1779 (Pas. h2). Die Krchi* 
iehtur desselben zeigt merhwürdige {Ähnlichkeit mit derjenigen der Vorhalle im 
Schloß PKonrepos bei ßudwigsburg (1763—1767, Kbb. 19.). 
ie zltrenge der Pormen, die osparfamheit der De* 
horation ham noch entfhiedener in der Gmpire* 
Zeit zum Kusdruch; die gefhwungene ßinie wird 
seltener, die Qrabarchitehtur mit ihren flachen, 
vollen Giebeln macht zieh ule, der PKilitarismus 
verbreitet die Preude an IKriegstrophäen und Gmbfemen. Plapoleons Peldzug nach 
Ägypten fördert das Unter esse für ägyptische Pormen, welche nicht ohne Ginfluß 
auf die Baukunst dieser Zeit bleiben. 
Ulis Vertreter dieser IKunflrichtung besitzen wir in zftuttgart folgende Brunnen: 
im Ufos der {Akademie (Vas. h3. t), auf dem DOilhelmsplaf früher auf dem 
PJlarktplafy erbaut 180h von Vhouret ({Abb. 20.), an der Kaupfflätferflraße 
(Vas hh.) und auf dem alten Po ftp las Diese Brunnen beflehen alle aus einem 
Obelish oder einer zläule mitten in einem großen Bassin. Gine ganz andere 
Ulrt des Gmpire*zstils zeigt uns der reizende Brunnen in den 1812 eröffneten 
unteren Anlagen (Vas. h5. 3.) mit feiner eleganten Schale im Ufalbhreis und 
der zierlichen Dehoration des Brunnenfloches. 
Plus dem Ufoppenlau*Priedhof befindet sich eine Ulnzahl reizender Grabdenk* 
mäler im selben Stil, von denen wir vier Beispiele in ganz verfhiedener IKom* 
pofition geben und die alle in einem der {Antiken würdigen Geist den vollendeten 
Ulusdruch der Grabarchitehtur zur zschau tragen (Vas. h5. i. 2. und hö.). Von 
ähnlichem Gefchmach ist das 1823 erbaute Portal des Pangelsbach*Priedhofs 
(Vas. h7. i). 
Ginige Kaustüren tragen auch den zstempel des Klassizismus, so diejenigen 
des ehemaligen Kat har in enfiifles Priedrichftraße 3h (Vas. 25. 2.), sowie des 
Bürgerhauses ßeonhardflraße Plr. 7 vom fahre 1815 (Vas h8. 3. *.). 
Beachtenswert als Charakteristik des Gmpire*zstils ist auch das Grdgefchoß 
des Kaufes Kofpifalflraße Plr. 28 vom fahre 1815 mit dem hübschen Oberlicht* 
gitter über der Kaustüre (Vas h8. /. 2.). König Priedrich und König VJilhelm 1
	        

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