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niedrige Wand mit zehn breiten, vvn großlöcherigem spätgothischem Maßwerk erfüllten
Spißbogensenstern. Alle diese Zubauten sind au« rothem Kruprrwerkstein,
der auch in der Nähe bricht, während der alte Van ganz aus dein schönen grünlichgelben,
warmlonigrn Keuperwerkstein besteht. Aber nicht blos durst) die
Farbe, auch durch die Ausführung sticht der alte Vau bedeutend ab gegen das
nicht untüchtig ausgeführte Neuere; namentlich die Oberwände des Mittelschiffes
mit ihren zehn großen, glatt ringeschrägten Kundbogenfenstern, darüber dem klaren
Rundbogen- und Zahnschnittfriefe und dem zartschattigen Kranzgesimse, scheinen in
ihrer ganz feinen Fugung und ganz trefflichen Arbeit wie erst gestern gemacht.
Die nun theils verdeckte, theils verschwundene Umfaffungsnmuer des südlichen
Seitenschiffes zeigte keine Friese, nur eiu schlichtes Kranzgesimse und zehn schlanke
Rundbogensenstrr, vvn deneir tut Innern der Kirche noch die oberen Theile sichtbar
sind.
Betreten ivir dieses, so empfangen wir auch hier trotz aller gothischen Uebergriffe
den Eindruck eines Vaues aus einem Guffe, die hier erscheinenden Hauptformen
sind zu einfach, kraftvoll, ruhig und wahr. Starke rechtkantige, an den
inneren Seiten von je einer kräftigen Hslbsäule besetzte Pfeiler tragen die zehn
tiefen, einmal sich abtreppenden Rundbögen, welche das Hauptschiff mit den Abseiten
verbinden und auf denen die hohe Wand des Mittelschiffes ruht, obeir
durchbrochen von der das volle Tageslicht spendenden Reihe der zehn Rundbogenfenster.
Statt der ursprünglichen stachen Hvlzbalkendecken spannen sich seht im
Hauptschiffe viel- und scharfrippige Neßgewölbe, in den Seitenschiffen Rippenkreuzgewölbe
ein; der geradgeschloffene, durch den breiten Triumphbogen vom Nuerschiff
getrennte Chor hat ein romanisches Rippenkreuzgewölbe: die Rippen haben
eine breite, an den Kanten gekehlte Leibung, die tragenden hvchgestreckten Ecksäulen
sind streng romanisch mit schlichten Würfelknäufen, die Schildbogen schivach
gespitzt.
Sv herrscht jeßt in der Deckenbildung der ganzen langhinabreichenden Kirche
Einheit und Einklang, dazu der prachtvolle Abschluß des Thores durch das große
gothische Fenster, und in der Mitte des Hauptschiffes vor dem Lettner das gewaltige,
sandsteinerne Krucifix, dunkel und schivermuthsvoll aufragend. Die Seitenschiffe
wirken auch rvesrntlich bestimmend mit, namentlich das südliche, welches durch
die zehn gothischen Kapellen noch bedeutend erweitert und erhellt wird; und doch
war gewiß (innen und außen) der frühere Abschluß durch die schlichte, vvn zehn
schlanken Rundbogenfenstern durchbrochene Wand viel schöner. Das nördliche
Seitenschiff bringt kein Licht, weil hier der Kreuzgang angebaut ist; es hat Fensteröffnungen
der verschiedensten Form, darunter gegen die Nordwestecke hin zwei
schlanke Rundbogenfenster.
Gar nicht in Betracht bei der Gesammtwirkung der Basilika konnnen endlich
die beiden Arme des außen 130 Fuß langen und 34 breiten Nuerschiffes, weil
sie niedrig sind und sich nur mit je einem schmalen Rundbogen gegen das Hauptschiff
öffnen, eine nur in Maulbronn vorkommende Anordnung; jeder Arin des